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Griese: Ehrenbürgerschaften aberkennen

OB will sich dem Thema Hitler widmen

HAMELN. Oberbürgermeister Claudio Griese begrüßt die Idee, die Ehrenbürgerschaften, die Adolf Hitler und Margarete Wessel im Dritten Reich verliehen wurden, symbolisch abzuerkennen. Durch Berichte der Dewezet steht das Thema wieder zur politischen Diskussion. Einer Aberkennung durch den Rat sollte nach Griese aber eine „fachliche Aufarbeitung“ vorausgehen.

veröffentlicht am 24.04.2017 um 19:10 Uhr

„Ehrenbürger“ Adolf Hitler wird beim Besuch des Reichserntedankfestes am Bückeberg von den Hamelner bejubelt. Griese begrüßt die Idee, Hitler und Margarete Wessel die Ehrenbürgerschaft symbolisch abzuerkennen. Foto: pr
Philipp Killmann

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Philipp Killmann Reporter zur Autorenseite
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Tatsächlich habe sich der Hamelner Historiker Bernhard Gelderblom bereits Anfang 2016 mit der Idee für die symbolische Aberkennung an ihn gewandt, sagt Griese im Gespräch mit der Dewezet. Aus zweierlei Gründen habe Griese Gelderblom damals jedoch vertröstet. „Der Zeitpunkt war unglücklich: Zum einen aus terminlichen Gründen, wir befanden uns gerade mitten in der Flüchtlings-Hochphase, zum anderen stand die Kommunalwahl bevor“, erklärt der OB.

Nun sei die Situation eine andere. „Jetzt kann man sich dem Thema widmen, wenn auch nicht mit oberster Priorität“, meint Griese. Herausforderungen, wie neu zu schaffende Kita-Betreuungsplätze, drängten und müssten bewältigt werden.

Davon abgesehen rät Griese zu einer gründlichen Vorbereitung eines entsprechenden Ratsbeschlusses. „Das Ziel muss ein einstimmiger Beschluss sein“, so der Verwaltungschef. „Das Thema sollte vorab von den Fachabteilungen und historisch aufgearbeitet werden.“ Das Ergebnis sollte hinterher öffentlich zugänglich sein, damit die Nachwelt nachvollziehen kann, weshalb sich die Stadt für eine symbolische Aberkennung entschieden hätte.

Oberbürgermeister Griese selbst befürworte eine symbolische Aberkennung der Ehrenbürgerschaften, „weil es eine bewusste Distanzierung von der Schreckensherrschaft und ein deutliches politisches Signal“ wäre.

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