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Stadt will alte Parkscheinautomaten in den nächsten zwei Jahren austauschen

Nur wer’s passend hat, darf parken

HAMELN. Ein Parkscheinautomat an der Lohstraße erregt in der Facebook-Gruppe „Hameln redet mit“ die Gemüter: Warum müssen Autofahrer hier genau passend entweder 25 Cent oder 50 Cent bezahlen, um ihren Wagen abzustellen?

veröffentlicht am 03.08.2017 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 03.08.2017 um 18:11 Uhr

30 bis 35 alter Parkscheinautomaten stehen zurzeit noch im Hamelner Stadtgebiet. Foto: Dana
Michael Zimmermann

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Michael Zimmermann Volontär zur Autorenseite

„Wer kommt denn auf so etwas?“, fragt Lars Reineke in der Facebook-Gruppe „Hameln redet mit“. Der passionierte Radfahrer komme selten in die Verlegenheit, sich in Hameln ein Parkticket ziehen zu müssen, schreibt er. Entweder sei er mit dem Zweirad unterwegs oder stelle sein Auto im Parkhaus ab. Vor Kurzem habe er aber am Eingang der Lohstraße parken müssen – und sich über den dortigen Parkautomaten gewundert.

An der Lohstraße beträgt die Mindestparkdauer dort sind 15 Minuten zum Preis von 25 Cent. Geparkt werden darf dort maximal eine halbe Stunde, diese kostet dann 50 Cent. Wechselgeld gibt der Parkautomat nicht heraus. „Ich gehe also davon aus, dass ich irgendwas zwischen 25 und 50 Cent einwerfen kann und sich daraus die Parkdauer berechnet“, erklärt Reineke. „Also schaue ich in mein Kleingeldfach, finde 30 Cent und werfe die ein.“ Für 30 Cent sollte er nach dieser Logik 18 Minuten parken können, denkt Reineke. „Da so ein Gerät eh die Parkzeit berechnet und diese dann auf ein Ticket druckt, dürfte das ja kein Problem sein.“ Als er jedoch den grünen Knopf drückt, bekommt er statt eines Parktickets sein Geld zurück. Für einen Sekundenbruchteil habe das Gerät irgendetwas angezeigt. „Die Einblendung habe ich zuerst gar nicht so schnell lesen können.“ Er wirft erneut die 30 Cent ein, drückt wieder auf den Knopf und achtet diesmal genau auf das Display. Und noch einmal fällt das Geld durch.

„Jetzt dämmert es mir“, so Reineke. „Es handelt sich bei den 15 oder 30 Minuten nicht um Mindest- oder Höchstparkdauer, die eine Unter- bzw. Obergrenze einer ansonsten frei wählbaren Parkzeit definieren“, sondern um zwei Alternativen, zwischen denen die Parker wählen können. Das bedeutet, dass dort nur parken kann, wer genau 25 beziehungsweise 50 Cent dabei hat. „Nicht für 30 Cent, wenn man zum Beispiel nur ein 10- und 20-Cent-Stück dabei hat, und auch nicht für 40 Cent, wenn man zweimal 20-Cent im Portemonnaie findet.“ Es gehe nur entweder – oder. Denn der Automat gibt auch kein Wechselgeld heraus. Nein, entweder - oder. 25 oder 50 Cent. Es gehe ihm nicht um günstigen Parkraum, erklärt Reineke noch. Sondern darum, dass der Parkscheinautomat schlecht programmiert sei.

Auch Stadtsprecher Thomas Wahmes hatte den Kommentar bei Facebook mitbekommen – und versprach sogleich, der Sache auf den Grund zu gehen. Denn: „Lars Reineke hat Recht: Praktikabel und benutzerfreundlich ist das sicherlich nicht.“ Deswegen habe die Verwaltung einmal in den Unterlagen nachgeschaut. Demnach stammt der Automat aus dem Jahr 2000, so Wahmes. „Die meisten dieser Geräte sind zwischen 1999 und 2003 beschafft worden. Die Technik war damals noch nicht so weit wie heute.“

Erkennbar sind die alten Automaten am aufgedruckten Hinweis „Automat wechselt nicht! Bitte nur passende Beträge einwerfen“, wie Wahmes ausführt. Insgesamt seien noch etwa 30 bis 35 Automaten im Stadtgebiet betroffen. Die alten Geräte ließen sich nur mit erheblichem Aufwand, großen Schwierigkeiten und hohen Kosten umprogrammieren. Da sie ohnehin bereits abgeschrieben seien, möchte die Stadt in die alten Geräte kein Geld mehr stecken. Deswegen sollen sie innerhalb der nächsten zwei Jahre ersetzt werden. Dafür seien auch bereits Mittel im Haushalt bereitgestellt worden.



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