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Ausschuss kippt von den Grünen favorisierte Komplettsanierung / AEG erhält erst einmal neue Fenster und CO2-Ampeln

Nur die kleine Energielösung fürs Schulzentrum Nord

Hameln (mafi). Es war ein Prestigeprojekt der Hamelner Grünen – doch zähneknirschend hat sich deren Stadtratsfraktion nun den Gegebenheiten gebeugt: Das Schulzentrum Nord wird nicht im Rahmen einer energetischen Komplettsanierung auf Passivstandard gebracht. Auch das angedachte „Contracting“-Modell, bei dem die Hamelner Stadtwerke für die Kommune in Vorleistung gegangen wären, ist damit vom Tisch. Der Ausschuss für erneuerbare Energien, Bau und Umwelt hat stattdessen einstimmig – bei Enthaltung des Grünen-Vertreters Jürgen Mackenthun – beschlossen, im Albert-Einstein-Gymnasium (AEG), der Sertürner-

veröffentlicht am 07.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 18:41 Uhr

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Realschule und der Sporthalle Nord nur nach und nach den Energieverbrauch zu senken. Der Stadtrat wird hierüber am 30. September abschließend entscheiden.

Das Hallenbad Einsiedlerbach wurde auf Antrag der CDU aus den Planungen herausgenommen. CDU-Fraktionschef Claudio Griese will zunächst ein Konzept zur Zukunft der Hamelner Bäder sehen, bevor dort weiteres Geld investiert wird. Griese gab zu bedenken, dass Hameln pro Jahr eine Million Euro in seine Schwimmbäder pumpt – angesichts der nötigen Haushaltseinsparungen müsse dort möglicherweise bald der Rotstift angesetzt werden.

Im März 2007 hatte der Stadtrat die Verwaltung beauftragt, gemeinsam mit den Stadtwerken ein Modellkonzept zur energetischen Sanierung des Schulzentrums zu entwickeln. Zur Untersuchung der Machbarkeit wurde daraufhin das Fachbüro Carsten Grobe (Hannover) eingeschaltet. Im Dezember 2007 nahm die Deutsche Energieagentur das Hamelner Projekt in das Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand für Schulen“ auf. Bei einer Komplettsanierung waren vorgesehen: eine hochwertige Außendämmungen, der Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, die Installation neuer Heizungstechnik (in den Schulen mit Holzpellets und Gasbrennwertkessel, für die Sport- und Schwimmhalle als Blockheizkraftwerk). Bei den finanziellen Berechnungen gingen die Gutachter von jährlich zwei Prozent Inflation und zusätzlich 7,2 Prozent Energiepreissteigerung aus; diese Werte sind derzeit überhöht. Bei der Schwimmhalle wurde außerdem berücksichtigt, dass „kurz beziehungsweise mittelfristig“ über eine Million Euro für die Modernisierung der 29 Jahre alten Betriebstechnik ausgegeben werden muss. Die Experten gehen zwar davon aus, dass sich eine Komplettsanierung nach frühestens 17 Jahren amortisieren würde, gerade in der Anfangszeit aber die Gelder des städtischen Schulhaushalts fast komplett für das Schulzentrum Nord ausgegeben werden müssten.

Am Ende überwogen in der Beurteilung die Nachteile. Hierzu gehörten auch unkalkulierbare Kosten für Abrissarbeiten sowie den zeitweisen Umzug und Auslagerungen. Ohnehin würde der Schul-, Sport- und Schwimmbetrieb durch die umfangreichen Bauarbeiten stark beeinträchtigt. Befürchtet wurde auch, dass der Unterricht bei ständig geschlossenen Fenstern – wie beim Passivhausstandard nötig – das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit stört.

Grüne geben die Hoffnung nicht auf

Fachbereichsleiter Wolfgang Kaiser kündigte an, dass nun im Rahmen der Bestandssanierung das AEG erst einmal neue Fenster mit erhöhtem Wärmedämmstandard erhalten soll; die Ausschreibung hierfür laufe. Außerdem sollen an dem Gymnasium CO2-Ampeln montiert werden; sie zeigen in den Klassenräumen auf der Grundlage des Kohlendioxidanteils, wann gelüftet werden muss. Später könnte laut Kaiser die Außendämmung erfolgen. Denkbar sei auch der Anschluss ans Fernwärmenetz, das die benachbarte Kaserne versorgt.

Wie Mackenthun betonte, akzeptieren die Grünen die Schritt-für-Schritt-Sanierung, „damit es endlich losgeht“. Seine Fraktion hoffe jedoch, dass zu späterer Zeit doch noch zu dann günstigeren Konditionen in die Komplettsanierung gemäß dem Contractingmodell eingestiegen werden kann.



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