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Anwohner im Sünteltal sammeln Unterschriften gegen Baumpflanzung auf einem Parkplatz

Nun sorgt die Verkehrsberuhigung für Protest

Unsen (gro). Der Kampf gegen Raser ist seit Jahren ein zentrales Thema im Sünteltal, speziell in Unsen. Im Rahmen des Forums für Dorfentwicklung wurde ein Vorschlag erarbeitet, den Ortseingang von Unsen aus in Richtung Flegessen durch Bäume zumindest optisch zu verengen und damit den einfließenden Verkehr zu bremsen. Mit diesem Vorschlag waren Ortsrat und die Abteilung der Stadt Hameln für Verkehrsplanung und Straßenwesen einverstanden. So weit, so gut.

veröffentlicht am 04.05.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 11:41 Uhr

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Bei den direkten Anwohnern an der Flegesser Straße stieß dieser Vorschlag nun allerdings auf wenig Gegenliebe. Denn durch die Baumpflanzung an der alten Scheune müssten städtische Parkplätze weichen. 77 Unterschriften wurden gegen diese „Verkehrsdämpfungsmaßnahme“ durch die Anwohner an der Flegesser Straße gesammelt und dem Verwaltungsausschuss im Rat der Stadt und dem Ortsrat vorgelegt. Die Forderung der Gegner der Baumanpflanzung und Verkehrsdämpfungsmaßnahme speziell hier im Sünteltal: „Verhindern Sie, dass eine intakte Parkplatzfläche für nicht zielführende Umgestaltung vernichtet wird.“ Durch die Bäume würden der Stadt Folgekosten entstehen, die nicht zu übersehen seien. Das Wurzelwachstum sei ständig zu beobachten, Äste müssten geschnitten werden, Versorgungsleitungen (Gas, Strom, Wasser) könnten in Mittleidenschaft gezogen, Beete müssten gepflegt, Laub müsse entsorgt werden. Ausdrücklich unterstützen die 77 Einwohner zwar die Verkehrsberuhigung in Unsen, aber „Bäume sollten dort gepflanzt werden, wo ihr Wachstum weder Kosten noch Folgekosten verursacht“. Es gebe sicher wichtigere Dinge für die Haushaltsmittel (zum Beispiel das Feuerwehrhaus), wo diese benötigt würden. „Unser Appell: Bitte stoppen Sie die beabsichtigte Verschwendung von Steuergeldern.“

Der Ortsrat Sünteltal befasste sich nun mit dem Thema unter der Leitung der Ortsbürgermeisterin Bettina Schultze (SPD), die eine Stellungnahme der Stadt, Abteilung Verkehrsplanung und Straßenwesen, verlas. Danach konnten alle Argumente der Gegner der Verkehrsdämpfungsmaßnahme an der Scheune am Flegesser Weg entkräftet werden. Einig war sich der Ortsrat, dass die geplante Baumanpflanzung an der Ausfahrt Feuerbach entfallen soll. Die weiteren drei Bäume sollen vor der Scheune unter Verzicht der Parkplätze dort gepflanzt werden. Eine Diskussion war dem Beschluss vorangegangen, in der durch Stefan Gayko (CDU) darauf hingewiesen wurde, die Petition der Anwohner dürfe nicht einfach übergangen werden. Ulrich Schmidt (FDP) entgegnete, dass er zwar schon die direkten Anwohner, aber nicht die anderen Einwohner verstehe. „Wir müssen hier alle Bürger im Auge haben und zu deren Wohl entscheiden.“

Es folgte die Abstimmung für den Pflanzort Scheune Flegesser Straße: siebenmal Ja, einmal Nein und viermal Enthaltung. Dass aber nur drei Bäume statt der vorgeschlagenen vier gepflanzt werden sollen, wurde einstimmig beschlossen. Übrigens hatte eine Verkehrszählung an der Scheune folgendes Ergebnis: 15 Prozent des einfließenden Verkehrs ist zu schnell, die Durchschnittsgeschwindigkeit soll dort 73 Stundenkilometer betragen.

Zum Ende der Ortsratssitzung meldete sich der Einwohner Helmut Blume zu Wort: Auch er hatte die Petition gegen den Pflanzort der Bäume an der Scheune unterschrieben und ging mit dem Ortsrat hart ins Gericht. Hier sei über den Kopf der Bürger und deren Interessen hinweg entschieden worden. „Das ist schon dreist, und da frage ich mich, ob der Ortsrat nicht abzuschaffen ist. Was hier heute gelaufen ist, ist schlicht und einfach eine Unverschämtheit.“

Die städtischen Parkplätze vor der Scheune am Flegesser Weg sollen für Bäume und Verkehrsdämpfungsmaßnahmen verschwinden. Das wollen 77 Anwohner nicht.



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