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Das kulinarische Gruppenspiel / Heute: So gelingt ein Irish Coffee

Nordirland „mit Schuss“

veröffentlicht am 21.06.2016 um 07:00 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:29 Uhr

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Autor:

VON CHRISTIAN VOGELBEIN

HAMELN. Die haben zwar ihr erstes Spiel gegen Polen verloren, gegen die Ukraine aber überzeugend gewonnen. In Erinnerung bleiben aber vor allem die Fans, die mit Gesang und guter Stimmung nicht nur in den Stadien, sondern auch in Frankreichs Innenstädten für Aufsehen sorgen. Dazu gehört auch ein von Fans komponiertes Lied über den Nordirischen Stürmer Will Grigg. Das der bisher nur auf der Bank sitzt, ist den Fans aber egal. Sie singen das Lied voller Imbrunst und Lebensfreude.

Dabei drängt sich mitunter eine Frage auf: Wie kann man so weit fern der Heimat nur so gut gelaunt sein? Eine mögliche Antwort: der Irish Coffee. Mehr als nur Kaffee mit Schuss, aber wie geht er richtig? Wir haben im Hamelner Museums-Café nachgefragt.

Steve Albert weiß es ganz genau. In einen original Irish Coffee gehören neben, klar, Kaffee, echter irischer Whiskey, brauner Zucker und Sahne. „Manche machen auch einfach nur den Whiskey in den Kaffee und gut“, sagt Albert, greift zum Glas und zeigt, wie es richtig geht. Denn zunächst wird ein Esslöffel brauner Zucker zusammen mit vier Zentiliter (cl) irischem Whiskey in ein Glas gegeben und solange erhitzt, bis der Zucker karamellisiert ist. „Das erkennt man an der dunkelbraunen Verfärbung. Normalerweise gibt es dafür auch spezielle Gläser“, erklärt Albert. Ist das geschehen, wird mit einfachem Kaffee aufgegossen. Und jetzt kommt der Trick: Statt die Sahne einfach so dazuzugeben, wird sie vorher leicht angeschlagen. „Dann ist sie nicht ganz fest, aber auch nicht mehr flüssig“, verrät Albert das Geheimnis des cremigen Getränktes. Anschließend noch ein Löffel geschlagene Sahne als topping und fertig ist der hochprozentige Muntermacher.

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  • ...angeschlagene Sahne...
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  • ... und welche mit Schlag
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  • Und fertig ist der leckere Irisch Coffee
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  • Zu Whiskey und Zucker...
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Das Rezept zum Abschreiben: 1 Esslöffel brauner Zucker,

4 cl irischer Whiskey, beides Karamelisieren

eine Tasse Kaffee und angeschlagene Sahne dazu

Übrigens: Der Irish Coffee ist natürlich eine irische Erfindung. Und ja, die Nordiren wollen nicht verwechselt werden. Lust am Getränkt haben aber sicherlich beide.

Die Nordirische Küche

Vor allem aus der Geschichte heraus wollen Nordiren und Iren nicht verwechselt werden. Was sie dennoch vereint ist eine gemeinsame Küche. Am bekanntesten ist sicherlich der Irish Coffee. Aber auch Gerichte mit Lamm kommen dem Nordiren gerne auf den Grill und später den Teller. Wie viele Briten mögen sie es zum Frühstück besonders deftig: Speck trifft dann auf Blutwurst, Leberwurst, gebackene Bohnen und Tomaten. Mahlzeit.

Lieber Rugby als Fußball

Mit der NIFL hat Nordirland eine eigene Fußballliga mit zwölf teilnehmenden Mannschaften. Keiner der aktuellen Nationalspieler spielt jedoch in heimischen Vereinen. Sie stehen ausschließlich in England und Schottland auf der Lohnliste. Viel beliebter ist in Nordirland sowieso Rugby. Und das wird zusammen mit den Iren gespielt. Völkerverständigung in und auf Grün eben.

Keine Nordiren in Hameln?

1,8 Millionen Nordiren leben tatsächlich auch in Nordirland. Auswärts sind es nicht so viele. In Hameln leben immerhin 249 Landsleute des Vereinigten Königreichs, allerdings kein einziger Nordire. Immerhin vier Iren leben in der Rattenfängerstadt - die halten es allerdings lieber mit ihrer eigenen Mannschaft. Ganz genau lässt sich die Anwesenheit von Nordiren allerdings nicht belegen, denn: Im Register werden zum Beispiel auch Waliser nicht extra aufgezigt.

Der Ire und der Nordire

Nordirland ist seit 1920 unanhängig von Irland. Die Menschen orientieren sich politisch vor allem richtig Groß Britannien und Schottland. Es folgte der Nordirlandkonflikt Ende der 1960er Jahre, der Nordirland selbst in zwei Teile spaltete: englische und schottische Protestanten gegen irische Katholiken. Kurz vor der Jahrtausendwende entspannte sich die Situation. Heute ist Nordirland selbstverwaltet, aber ohne eigene Landesflagge.



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