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Modelleisenbahnbörse im Hefehof leidet unter veränderten Branchenstrukturen und fehlendem Nachwuchs

Noch rollen die Modelleisenbahnen

Hameln. Eingefleischten Modelleisenbahnern geht das Herz auf. Lokomotiven, analog und digital, Waggons, alle Formate und Spurweiten, Modellbahnzubehör zum endlosen Stöbern. Endlich Ersatz fürs altersschwache Signalschaltpult aus den 50ern. Vier Euro? Gerne. Ein Mega-Schnäppchen.

veröffentlicht am 20.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 06:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Zum sechsten Mal hatten die Hamelner Eisenbahnfreunde in den Hefehof zur Modelleisenbahnbörse eingeladen. „Das ist neben den Schautagen eine unserer zwei jährlichen Veranstaltungen“, erklärt der Vereinsvorsitzende Sebastian Stuckenbrock. Zusammen mit derzeit 42 Mitgliedern kümmert sich der 29-Jährige um alles, was mit Modellbahnen zu tun hat.

Neben Konsolen, Trendsport und immer neuen Bastelerfindungen – stirbt das Hobby Modelleisenbahn aus? „Ja und nein“, sagt Stuckenbrock nachdenklich. Immer mehr ältere Modelleisenbahner lösten ihre Sammlungen und Anlagen auf, und Nachwuchs sei leider nur wenig da. „So bis ins Alter von 13 Jahren, dann kommt ein großer Bruch, und erst als Väter fangen die wieder an mit ihren eigenen Kindern und der alten Eisenbahn zu spielen.“

Strukturveränderungen der Branche haben sich außerdem wenig förderlich auf das Hobby und die Börsen, die vor Jahren noch massenhaft Hamelner etwa in die Rattenfängerhalle lockten, ausgewirkt.

„Den Modellbahnhändler um die Ecke wie früher gibt es nicht mehr“, bedauert Stuckenbrock, und auch die Preispolitik des halben Dutzends namhafter Traditionsfirmen, von denen die meisten längst Teil großer Konzerne geworden sind, mache es den Modellbahnern nicht gerade leicht. „Originale mit horrend hohen Preisen und im Internet ein ruinöses Niedrigpreisniveau“, bemängeln sie.

Auch Wolfgang Kappauf von den Emmerthaler Eisenbahnfreuden klagt über fehlenden Nachwuchs. Zu wenige jungen Menschen interessieren sich heutzutage für dieses Hobby. „Wir sind der Stiftung Bahn-Sozialwerk beigetreten, einer Stiftung der Bahn, die uns unterstützt“, berichtet er.

Modelleisenbahn, das ist ein lebensabschnittsbegleitendes Hobby, ob nun in der Form als klassische Einzelanlage, die jedes Jahr vor Weihnachten einmal aufgebaut und bespielt wird, oder als Modulanlage, die zusammen mit Vereinsmitgliedern ab und an zu Ausstellungszwecken und zum gemeinsamen Spielen zusammengetragen wird.

Nachwuchs bringen manche gleich selber mit. Ein älterer Herr mit grau melierten Haaren und Brille hat seine kleine Enkeltochter an der Hand. Die Augen der Kleinen strahlen. „Wir stöbern nur mal, ob was für die alte Anlage von 1957 dabei ist“, sagt er.

Etwas Wehmut schwingt bei einigen Besuchern schon mit beim Blick auf die kleinen Schätzchen, die da in Kisten und Kasten verstaut auf, hinter und unter den Tischen auf neue Besitzer warten. So ändern sich die Zeiten. Die Objekte einstiger vorweihnachtlicher Kinderträume und Sehnsüchte liegen jetzt für wenige Euro als Schnäppchen bereit. Ein Trost aber bleibt, denn noch rollen sie, die Modelleisenbahnen.



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