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Noch führt kein Weg mit dem Rad ins Parkhaus

veröffentlicht am 03.03.2011 um 18:34 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:36 Uhr

Hameln (ni). Quer durch die niedersächsische Ministerialbürokratie hatte Ralf Wilde sich gearbeitet, um die Genehmigung für die Umwandlung von 20 Autoparkplätzen im Parkhaus am Bahnhof in 200 geschütze Parkplätze für Radler zu erhalten. Mitte des vergangenen Jahres und dank politischer Schützenhilfe sah sich der Fachbereichseiter aus dem Hamelner Rathaus endlich am Ziel. Doch Wilde hatte sich offensichtlich zu früh gefreut.

 

Das Parkhaus am Bahnhof wurde mithilfe von Fördergeldern finanziert; in jedem darin vorhandenen Parkplatz steckt ein Zuschuss des Landes. Und den würde die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) als Bewilligungsbehörde für Förderprojekte im Bereich öffentlicher Verkehrsangebote und Wächter über die korrekte Verwendung der Mittel zurückfordern für den Fall, dass die Autoparkplätze anderweitig genutzt würden. Bei 20 Parkplätzen wären laut Wilde „weit über 100 000 Euro“ an Rückzahlung fällig. Soweit die grundsätzliche Regelung.

Die LNVG ließ mit sich reden und verschloss sich nicht dem angeführten Argument, dass zusätzliche Bike & Ride-Parkplätze den Radverkehr stärken und damit die politisch gewollten Bemühungen der Kommune um den Klimaschutz unterstützen würden. Die Gesellschaft signalisierte schließlich eine grundsätzliche Bereitschaft zur Umwidmung von Stellplätzen für Autos in solche für Fahrräder, knüpfte eine Zustimmung zur tatsächlichen Umwandlung aber an eine Bedingung: Die Stadt müsse zum einen nachweisen, dass das geförderte Parkhaus überdimensioniert ist und zum anderen, dass ein Bedarf an geschützten Fahrradparkplätzen am Bahnhof besteht.

Als Nachweis, so erklärt ein Sprecher der LNVG, hätte eine Zählung im Parkhaus „an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten“ gereicht. Und wundert sich ein bisschen, warum diese Zählung noch nicht vorliegt, obwohl die Bedingungen doch schon seit Mai des vergangenen Jahres bekannt seien.

Eine Antwort auf diese Frage bleibt auch Stadtwerke-Prokurist Helmut Feldkötter schuldig. Irgendwann hat die Stadt Hameln das Thema „Umwandlung“ offenbar an die Stadtwerke delegiert, die das Parkhaus am Bahnhof betreiben. Im Winter, so Feldkötter, sei das Parkhaus komplett ausgelastet. rgeben seien.
Mit Beginn des Frühlings verändere sich die Situation. „Dann steigen viele Pendler wieder aufs Fahrrad um und die Lage im Parkhaus entspannt sich.“ Dafür würden dann die Fahrradparkplätze vorm Bahnhof knapp. Doch wie viele Biker sich für einen sicheren, geschützten Stellplatz im Parkhaus interessieren, kann Feldkötter nicht sagen.

Anträgen.
Die Stadtwerke wollen jetzt „prüfen“, wie es um die Auslastung des Parkhauses in den Sommermonaten bestellt ist und ob sich der Verzicht auf 20 Stellplätze zugunsten der zehnfachen Anzahl an Fahrradparkplätzen rechtfertigen lässt. Wäre dem so, könnte Feldkötter sich auch eine „flexible Lösung“ vorstellen, angepasst an den je nach Jahreszeit unterschiedlichen Bedarf. Im Sommer gäbe es dann Parkplätze für Radler, im Winter nicht.



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