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Ansturm auf Konzert der Coffee House Jazz Band im Lalu

Nischenmusik aus der Jazz-Provinz

Hameln. „So, das nächste Stück ist dann wieder mit Musik“, entschlüpfte es Bandleader Alfred Finke unfreiwillig bei seiner Moderation. Riesenlacher. „Wer mitsingen will, F-Dur“, konterte Finke. Ob Klassiker wie „Lady Be Good“ als Einstieg, New Orleans Jazzperlen wie der „Basin Street Blues“ oder Swing-Evergreens: Die seit 35 Jahren dem Jazz verschriebenen Musiker der Hamelner Coffee House Jazz Band sorgen mit ihrem Traditionskonzert zwischen Weihnachten und Neujahr stets für ein volles Haus.

veröffentlicht am 30.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 09:21 Uhr

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Autor:

Ernst August Wolf
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Dieses Mal jedoch platzte die Traumfabrik Lalu im Hefehof aus allen Nähten, denn der Ansturm war gewaltig. Selbst Jazz-Fan und Lalu-Chef Jobst-Walter Dietz zeigte sich überrascht. „Hameln eine Jazz-Stadt? Ja, aber nur mit begrenztem Potenzial“, schränkte Dietz dennoch am Rande des Konzerts ein. „Einige andere Veranstalter haben das aber noch nicht kapiert. Wir werden uns 2014 daher etwas zurücknehmen“, kündigte der Mann an, der bereits Top-Stars der Szene wie Klaus Doldinger oder die Zwingenbergers nach Hameln holte. Trotzdem werde es beim „12. Hamelner Jazztival“ natürlich wieder ein „Schmankerl“ geben, lächelte Dietz verschmitzt.

„Sicher, wir als Oldtime-Jazzer machen Nischenmusik“, sagt Finke, „aber es sind erfreulicherweise auch viele junge Leute da.“ Längst habe diese Musik das Image von Altherren-Dixieland im Biergartenstil abgestreift. Wenn man die Leute erreichen wolle, müsse man sich ändern, so Finke. Stillstand sei auch hier Rückschritt. Die Entwicklung Richtung anspruchsvollem Swing stelle allerdings auch größere Anforderungen. „Aber dem stellen wir uns“, erklärte Finke.

„Sicher, im Vergleich zu Hannover sind wir Jazz-Provinz“, sagt der begeisterte Posaunist. Doch die Hamelner Jazzszene lebe. „Besonders lobenswert ist dabei die Arbeit der Jugendmusikschule. Zwei Hüte ab vor dem, was die machen. Da wachsen unglaublich gute Leute nach“, lobt der Jazz-Experte.

Sekunden vor dem Auftritt (v. hinten li. nach vorne re.): Udo Apportin (Bass), Frank Stuckenberg (Banjo und Gitarre), Ulli Gehl (Klarinette), Ulli Schmöe (Schlagzeug), Eckhart Wunram (Piano), Bandleader Alfred Finke (Posaune) und Rainer Topp (Trompete und Flügelhorn). Oben: Topp (hinten), Finke (Mitte) und Gehl in Aktion. eaw

Sein größter Wunsch: „Wir haben es in all den Jahren in Hameln nicht geschafft, eine richtige Jazzkneipe einzurichten, in der mehrmals in der Woche was los ist“, klagt er. „So etwas wie die Spelunke von Otto Dohse in Bad Pyrmont.“ Dass das Publikum dafür durchaus vorhanden ist, daran gab es beim Traditionskonzert der Coffee House Jazz Band im Lalu keinen Zweifel. Fußwippend und die herrlichen Soli beklatschend genoss die Fan-Gemeinde den „Flat Foot Floogie“ ebenso wie den „Royal Garden Blues“ oder Gershwins „Summertime“. Und spätestens bei der „Bourbon Street Parade“, die es als Zugabe gab, war jedem klar: Die Hamelner Jazzszene lebt.



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