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In Rohrsen regt sich Protest gegen geplante Vorrangflächen / Hilligsfelder diskutieren am Dienstag

Nicht grundsätzlich gegen Windkraft, aber …

Rohrsen (gro/fh). Am kommenden Mittwoch wird sich der Rat der Stadt Hameln mit neuen Vorranggebieten für Winkraftanlagen beschäftigen. Unweit einer der beiden vorgesehenen Flächen regt sich bereits Protest. Mit Unterschriftenlisten wollen Rohrser gegenüber der Stadt ihren Unmut dokumentieren. Das ist das Ergebnis einer Bürgerversammlung mit 90 Teilnehmern.

veröffentlicht am 12.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 00:21 Uhr

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Über eine Stunde lang leitete Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann (CDU) die Diskussion um die beiden potenziellen Standorte von Windrädern bei Rohrsen und Afferde beziehungswiese Hilligsfeld. Am Ende stand eine einhellige Ablehnung der Winkraftanlagen – und ein Vorschlag des Rohrser Ortsvorstehers: Statt zwei Flächen zu planen, könnte man sich auf eine beschränken – die bei Hilligsfeld wohlgemerkt.

Als Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen gab Volker Mohr zu Beginn der Veranstaltung einen Überblick über die neue Planung. Manches von dem, was er sich im Anschluss anhören musste, ließ ihn den Kopf schütteln. Warum gebe es denn nur noch die zwei Flächen hier? Seien da nicht auch noch zwei südlich der Weser gewesen, wurde Mohr gefragt. Seine Antwort: „Die Bürger waren dagegen.“ Er erntete Gelächter, und ein Bürger unkte: „Hier bei uns wohnt eben keine Prominenz.“

Mohr verwies auf die Zwangslage der Stadt. Das Verwaltungsgericht habe sie verpflichtet, Flächen auszuweisen. Dem hielten die Bürger das Argument Naturschutz entgegen: Immer wieder werde der Milan in und um Afferde gesichtet. Das sei doch ein Ausschlusskriterium für Windräder. Geradezu ein Witz sei es, wenn das Gutachten in der Vorlage der Stadt davon spreche, dass der Greifvogel weggezogen sei und man dann noch erfahre, dass dieses Gutachten von einem Betreiber von Windkraftanlangen erstellt worden sei.

Die ehemalige Ortsbürgermeisterin von Afferde, Waltraud Mehring, klagte: „Alles müssen wir ja wohl nicht nehmen.“ Und laut Mehring hatte oder hat Afferde schon „alles“ – von der Tierverwertungsanlage über Biogasanlage und Müllverbrennung bis zur B 1. „Es reicht.“

Mohr beschwichtigte, dass es zurzeit nur um die Auslegung der Pläne gehe. Bauanträge seien für Windräder noch nicht gestellt worden. Die Bürger hätten nach der Auslegung vier Wochen Zeit, ihre Bedenken einzubringen. „Auf die Straße“ müsse man gehen, forderte dagegen ein Zwischenrufer.

Brüggemann betonte, er sei ja nicht grundsätzlich gegen Windenergie – aber hier passe das nun wirklich nicht. Er verdeutlichte dies an einem Modell: ein Plastikhaus, dahinter der Düth aus weißem Styropor und eine Holzlatte, die im Vergleich zum Haus die Höhe eines Windrades mit 198 Metern darstellen sollte. „Ich werde der Auslegung nicht zustimmen,“ sagte Brüggemann.

Ausdrücklich verwies Mohr auf die Folgen, sollte die Stadt keine Vorrangflächen ausweisen. Jeder Bauantrag für Windräder müsse dann geprüft – und bei Erfüllung aller Vorgaben zu Natur-, Schallschutz und Co. auch genehmigt werden. Brüggemann sah eine Möglichkeit, die Fläche bei Rohrsen zu verhindern noch darin, die zweite Fläche bei Hilligsfeld zu vergrößern. Das solle geprüft werden.

„Die Fläche ist bereits vergrößert werden“, erklärte hingegen Hilligsfelds Ortsbürgermeister Walter Bödeker (CDU) auf Anfrage. Seine schwarz-rote Mehrheitsgruppe im Ortsrat ist den Windkraftanlagen nicht abgeneigt. „Man kann nicht sagen: ,Wir wollen den Energiewandel‘ und dann überall dagegen sein“, sagte Bödeker. Wie die übrigen Hilligsfelder zu dem Thema stehen, wird sich bei einer Ortsratssitzung am Dienstagabend zeigen.

Ortsvorsteher Brüggemann bat die Rohrser im Dorfgemeinschaftshaus schließlich, per Handzeichen zu zeigen, wer denn nun gegen die drohenden Windräder sei. Das Ergebnis war eindeutig: alle.

Rohrsens Ortsvorsteher Jobst-Werner Brüggemann (re.) illustrierte seine Einwände mit einem Modell. Die Holzlatte soll die Höhe eines Windrades darstellen.

Foto: gro



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