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Nach Ausstieg aus Ratsgruppe – Grüne und CDU sprechen von verstärkter Zusammenarbeit

Neustart für Schwarz-Grün?

HAMELN. Kündigt sich im Hamelner Rat eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Christdemokraten und Grünen an? Das ist die spannende Frage, seitdem klar ist, dass Hamelns Grüne nicht mehr mit SPD und Linken in einer Ratsgruppe zusammenarbeiten wollen.

veröffentlicht am 10.09.2018 um 17:17 Uhr
aktualisiert am 10.09.2018 um 22:00 Uhr

„Ob es zu einem Bündnis mit den Grünen kommt, wird man sehen.“ Thomas Meyer-Hermann, Fraktionschef CDU/DU/UFB
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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Die Grünen-Ratsfraktion wird „Anschluss an die CDU finden“, ist sich Hans Wilhelm Güsgen von der FDP sicher – und schränkt im gleichen Atemzug ein: „Aber es kommt auch immer auf die handelnden Personen an.“

Wie berichtet, hat Grünen-Fraktionsvorsitzender Sven Kornfeld seine Beteiligung an der Ratsgruppe letzten Freitag aufgekündigt – doch wie will er in Zukunft grüne Themen in Hameln durchsetzen? Angesichts der Sitzverteilungen im Rat und einer fehlenden klaren Mehrheit durch eine Gruppe oder Fraktion braucht Kornfeld einen größeren Partner. „Wenn sie etwas bewegen wollen, müssen sie sich irgendwo anlehnen“, meint Güsgen.

Wenn schon nicht mehr mit SPD und Linken, dann bleibt im Prinzip nur die andere große Fraktion im Stadtrat – das Bündnis von CDU, DU und UFB. Kornfeld sagt: „Im Moment gibt es keine Ambitionen, in eine neue Gruppe zu gehen.“ Gleichwohl werde sich die Ratsarbeit aus seiner Sicht künftig „ein bisschen offener“ gestalten. Übereinstimmung bei Themen habe es in der Vergangenheit schon gegeben.

Wie und ob eine stärkere Zusammenarbeit mit der CDU/DU/UFB-Fraktion infrage kommt, ist auch für Kornfeld noch nicht absehbar. „Vieles wird auch vom neuen Fraktionsvorsitzenden abhängen“, meint er. Bekanntermaßen wird Thomas Meyer-Hermann (CDU) die Fraktionsspitze am Ende des Monats abgeben und aus dem Rat ausscheiden.

Laut Meyer-Hermann, der sich zurzeit im Urlaub befindet, habe die Fraktion noch nicht über seine Nachfolge entschieden. Von einer Radtour am Comer See ließ er am Montag durchblicken: „Wir werden mit den Grünen das eine oder andere Thema angehen.“ Es gebe „viele Gemeinsamkeiten“. Ist das dann auch schon alles? „Ob es zu einem Bündnis kommt, wird man sehen“, lässt Meyer-Hermann offen. Er selbst wird es wohl nur am Rande mitentscheiden. Die Ratssitzung am 26. September wird Meyer-Hermanns letzte sein. CDU-Fraktionsvize Daniel Schimanski sei jedoch einer, so versichert Grünen-Chef Kornfeld, mit dem er sich die Zusammenarbeit gut vorstellen könne. Doch ganz ohne Reibungen dürfte es auch zwischen CDU und Grünen nicht funktionieren. Ein Beispiel: Meyer-Hermanns Ratsmandat wird Ursula Wehrmann übernehmen. Die hat in der letzten Legislatur zwar schon Schwarz-Grün erlebt, doch wird Kornfeld und der Ex-Grünen auch nachgesagt, nicht das allerbeste persönliche Verhältnis zu haben.

Wie dem auch sei: Für eine Ratsmehrheit reicht es auch im Falle einer CDU/DU/UFB-Grünen-Koalition nicht. Man wäre auf andere angewiesen: etwa auf die FDP oder auf die Ex-AfD-Fraktion „Die Mitte“.



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