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Gerhard Paschwitz (CDU) sagt: „An der Innenstadt führt kein Weg vorbei“ / Bisher lagern Exponate im Keller

Neumarkter Heimatstube ins Hochzeitshaus?

HAMELN. Hamelns ehrenamtlicher Bürgermeister Gerd Paschwitz (CDU) findet deutliche Worte, was die Heimatstube des Neumarkter Vereins betrifft: „Afferde ist ein schöner Ortsteil, aber als Standort für ein Museum können Sie einen Haken dranmachen. „Was spricht gegen eine Neumarkter Heimatstube im Hochzeitshaus?“

veröffentlicht am 05.04.2019 um 15:53 Uhr
aktualisiert am 05.04.2019 um 19:10 Uhr

„Was spricht gegen eine Neumarkter Heimatstube im Hochzeitshaus?“, Gerhard Paschwitz (CDU), Ehrenamtlicher Bürgermeister

Autor:

Sabine Brakhan und Philipp Killmann
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Zu weit weg vom Zentrum sei Afferde!“ An einem Ort in der Hamelner Innenstadt, an dem die Heimatstube eingerichtet werden könnte, führe kein Weg vorbei. „Was spricht gegen eine Neumarkter Heimatstube im Hochzeitshaus? Das wäre das Sahnehäubchen in der Innenstadt“, formulierte Paschwitz bei der Mitgliederversammlung des Vereins seine persönliche Ansicht zur Präsentation der Neumarkter Kulturgeschichte.

Zuvor hatte Vereinsvorsitzender Dr. Bernhard Jungnitz über die problematische Unterbringung der Heimatstube in den ehemaligen Räumen einer Heißmangel im Kellergeschoss eines Mehrfamilienhauses in Afferde berichtet.

Lange Jahre war die Neumarkter Heimatstube Bestandteil des Hamelner Museums, anschließend wurde sie in die Walkemühle ausgelagert, bevor sie ins Museumsarchiv wanderte. Doch auch damit war die Odyssee der Neumarkter Kulturgeschichte noch nicht zu Ende: Nachdem auch dieser Lagerraum gekündigt worden war, begann für den Verein die aufwendige und langwierige Suche nach bezahlbaren Räumen, in denen die Exponate ausgestellt und das Nachschlagewerk zugänglich gemacht werden konnten. Der Wunsch, zentrumsnahe Räume anzumieten, wurde jüngst zusätzlich durch Kontroversen um Miet- und Nebenkosten verstärkt. „Übergangsweise konnte ein akzeptabler Vergleich mit einer Laufzeit von drei Jahren geschlossen werden, mittelfristig suchen wir aber nach einer anderen Lösung“, so Jungnitz.

Aktuell ist das Hochzeitshaus wegen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten eingerüstet. Foto: wal

Trotz seiner Mitgliedschaft im Museumsrat habe Paschwitz erstmals von dieser Neumarkter Problematik gehört. „Davon habe ich im Museumsrat nie etwas mitbekommen“, räumte er ein. Daher kenne er auch die Gründe nicht, warum die Heimatstube erst aus dem Museum und dann aus dem Depot genommen worden sei, so Paschwitz. Er sagte den Neumarktern aber zu, die Politik daran zu erinnern, dass die Stadt Hameln mit der Übernahme der Patenschaft zur Stadt und zum Kreis Neumarkt am 14. August 1954 auch eine Verpflichtung im Rahmen einer freiwilligen Leistung eingegangen sei.

Ungestellt blieb in der Mitgliederversammlung die Frage, wie sich die Neumarkter Heimatstube im Hochzeitshaus mit den anderen dafür vorgesehenen Plänen – Gastronomie, Bürgersaal, Unterbringung von Teilen der Stadtverwaltung – vertragen soll. Ob diese Pläne am Ende genau so umgesetzt würden, wisse man ja nicht, merkte Paschwitz dazu nach der Sitzung auf Nachfrage der Dewezet an.

Und ob die Neumarkter Heimatstube möglicherweise zusätzlich zu den bereits bestehenden Plänen im Hochzeitshaus untergebracht werden könne, diese Frage müsste den Architekten gestellt werden, so Paschwitz. Er wolle sich auch nicht auf eine Unterbringung der Heimatstube im Hochzeitshaus versteifen. Ihm gehe es in erster Linie darum, die Neumarkter Heimatstube wieder ins Zentrum zurückzuholen. „Vielleicht findet sich ja auch noch woanders in der Stadtmitte ein Platz für die Heimatstube“, sagte Paschwitz.

Innerhalb seiner Fraktion, erklärte er bei der Versammlung, wolle er nun die Positionen ausloten und konkrete Überlegungen zu möglichen Standorten für die Heimatstube anstellen. So sehe er alternativ zum Hochzeitshaus eben auch andere Unterbringungsmöglichkeiten und verweist beispielhaft auf das Künstlerdomizil im Hamelner Bürgerhaus an der Ecke Wenden- und Kupferschmiedestraße. Als Bürgermeister bescheinigte Paschwitz dem Neumarkter Verein eine nach vorn gerichtete Arbeit, die sowohl in Deutschland als auch in Polen positive Zeichen setze.

Information

Wieso Neumarkter Verein?

Im Frühjahr 1945 nahm die Rote Armee Neumarkt in Schlesien ein und stellte die Stadt – zusammen mit fast ganz Schlesien – unter polnische Verwaltung. Viele verbliebene Neumarkter wurden vertrieben und unter anderem nach Hameln deportiert. Bei einer Bevölkerung von damals knapp 32 000 nahm Hameln laut Stadtverwaltung bis 1949 etwa 13 000 Flüchtlinge auf – unter ihnen auch zahlreiche Neumarkter. Die Unterbringung der Menschen war das größte Problem. Im August 1954 übernahm Hameln offiziell die Patenschaft für das heutige Środa Śląska. Zugleich wurde das erste Neumarkter Heimattreffen gefeiert, zu dem damals mehr als 5000 Gäste anreisten. Alle zwei Jahre organisiert der Neumarkter Verein das „Neumarkter Treffen“, zu dem Neumarkter aus allen Teilen Deutschlands in Hameln zusammenkommen. Zuletzt fand die Zusammenkunft im Juni 2018 statt.red



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