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Neues von der EWR und wieder nichts Gutes

veröffentlicht am 10.06.2009 um 17:32 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:37 Uhr

Hameln (ni). Für Susanne Lippmann war der Inhalt der E-Mail ‚ „ein Schlag ins Gesicht“. Montagvormittag ließ der neue niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler der Hamelner Oberbürgermeisterin mitteilen, dass es von seinem Ministerium kein Geld für eine Wiederbelebung des Hamelner Hochzeitshauses geben werde. Damit hat Rösler alle bisherigen Absprachen zwischen Stadt und Land hinsichtlich einer Nachnutzung der toten Erlebniswelt Renaissance mit einem Federstrich vom Tisch gewischt. Auslöser für den plötzlichen Rückzug könnten Ungereimtheiten bei der Verwendung von Fördergeldern bei dem mit EU-Millionen finanzierten Tourismusprojekt sein.
 Die NBank hat im Auftrag des Wirtschaftsministeriums  die korrekte Verwendung der Fördergelder bei der EWR zu überprüfen. Im Prinzip ein ganz normaler Vorgang, dem sich alle EU-Projekte nach Ablauf der Förderperiode unterziehen müssen. Nicht mehr ganz normal ist im Falle EWR allerdings, „dass die Verantwortlichen der drei EWR-Gesellschafter-Landkreise Hameln-Pyrmont, Schaumburg und Holzminden im Sommer Gelegenheit erhalten, zu den Ergebnissen unserer Prüfung Stellung zu nehmen“, so NBank-Sprecher Jörg Wieters. Auf Nachfrage bestätigt er, solche Einladungen seien nicht üblich, wenn die sogenannte Verwendungsnachweisprüfung zur Zufriedenheit der NBank ausgefallen ist.
 Einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Prüfung der NBank und der plötzlichen Kehrtwendung des Ministeriums hinsichtlich eines finanziellen Engagements beim Hochzeitshauses hat das Wirtschaftsministerium zwar nicht bestätigt, aber noch weniger bestritten. „Wir wollen mehr Transparenz über die Verwendung der Fördergelder erhalten“ heißt es lapidar.

Die Stadt Hameln stellt die Entwicklung vor ganz andere Probleme. Nachdem sich das Land aus der Verantwortung gezogen hat, könnte sie den Mietvertrag mit dem Landkreis kündigen, wäre damit befreit von dem Dogma einer förderkonformen Nachnutzung des Hochzeitshauses und hätte völlig freie Hand, den städtischen Prachtbau wieder mit Leben zu füllen. Doch was und wer auch immer dort einziehen würde: Ohne teure Umbauten ist das Haus für nichts zu gebrauchen. Sein Inneleben wurde im Zuge der Sanierung seinerzeit ganz auf die Bedürfnisse der Erlebniswelt zugeschnitten. Es für andere Zwecke überhaupt erst brauchbar zu machen, kostet zwei bis drei Millionen Euro. „Und das Geld“, sagt Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, „haben wir nicht“.



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