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Wellner reduziert Leerstand in der Ritterpassage / Investition von mehreren Hunderttausend Euro

Neues Leben in alten Mauern

Hameln. Als am 7. Juli 1984 über der Ritterpassage der Richtkranz hochgezogen wurde, blickten Hamelner und Händler voller Zuversicht auf das kurz vor der Vollendung stehende Millionenprojekt, für das sich mehr als 30 Interessenten zu einer Bauherrengemeinschaft zusammengeschlossen hatten. Läden, Büros, Arztpraxen, ein Café und ein Bierdorf sollten in diese glasüberdachte Passage einziehen, 23 Einheiten insgesamt.

veröffentlicht am 18.09.2013 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:21 Uhr

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Autor:

Christa Koch und Annika Heinemeyer
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Heute, nach fast 30 Jahren, ist von dem ursprünglichen Konzept und dem damaligen Optimismus nicht viel übrig geblieben – der Schlauch gleicht einer Geisterpassage. Doch das soll sich bald wieder ändern: In dieses städtebauliche Sorgenkind in der Nähe der Stadt-Galerie investiert das Modehaus Wellner.

Betritt man die Ritterpassage, fällt sofort eine große Baustelle in der Mitte ins Auge, wo mit Hochdruck an der Erweiterung der Verkaufsfläche von Wellner gearbeitet wird. Ab November soll eine neue Strumpf- und Wäscheabteilung in das seit längerer Zeit leerstehende Untergeschoss einziehen.

Die Aktion sei schon seit einiger Zeit in Planung gewesen und vor ein paar Wochen endlich in Angriff genommen worden, erzählt Geschäftsführer Holger Wellner. Läuft alles wie geplant, soll nach seinen Worten die Eröffnung schon Anfang November stattfinden.

Über die genauen Kosten des Umbaus möchte Wellner nur ungern reden, verrät jedoch, dass es sich „um mehrere Hunderttausend Euro“ handele. Die Treppe zum ehemaligen Spielcasino wird komplett zugemacht, sodass ein breiter Durchgang vom Untergeschoss des Modehauses in das Untergeschoss der Ritterpassage entsteht.

Dort wird zunächst alles neu geschaffen: Decke, Boden, Licht- und Belüftungsanlagen sowie die komplette Einrichtung sollen auf der Höhe der Zeit sein. „Unsere Verkaufsfläche wird um 600 Quadratmeter erweitert“, fasst Wellner zusammen.

Während Geschäftsmann Holger Wellner den Umbau als Chance für sein Modehaus begreift, sehnen andere vor allem das Ende der Bauarbeiten herbei. Birgit, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen möchte und in der Ritterpassage den Tattooladen „Wild Spirit“ betreibt, ist nur noch genervt: „Es ist so ein Lärm, dass man zeitweise nicht telefonieren oder sich unterhalten kann. Wegen des sperrigen Holzgerüsts denken einige sogar, dass die Passage dicht ist. Ich habe Sorge, dass uns die Kunden wegbleiben“, sagt sie. Roswitha Marzinzki, angestellt bei „Der Friseur“, sieht die Zukunft pessimistisch: „Es könnten mehr Kunden sein. Hier ist nichts los, die Geschäfte werden immer weniger.“

Tatsächlich steht offenbar die Hälfte der Läden leer, vier sind zurzeit besetzt: der Friseur, „Wild Spirit“, ein Rasierergeschäft und Santos Bar. Die betreibt Santo Mancarella, Inhaber von „Santos Bar“, dem immerhin am besten etablierten Laden der Passage. Hier kaufen seit Jahrzehnten nicht nur seine Stammkunden ein, hier treffen sie sich auch auf ein Gläschen Wein oder einen Cappuccino. Aber selbst Mancarella räumt ein, dass sein Geschäft für italienische Feinkost früher besser lief.

Lohnt es sich für Wellner dann überhaupt, eine sechsstellige Summe in Verkaufsflächen dieser fast wie ausgestorben scheinenden Umgebung zu investieren? „Ich glaube, dass die gesamte Ritterstrasse von unserem Umbau profitieren kann“, zeigt sich Wellner optimistisch. „Uns ist sehr daran gelegen, mit unserem Modehaus Teil einer attraktiven Einkaufsstraße zu sein.

Da spielt auch das Umfeld eine große Rolle, insbesondere auch die Ritterpassage. „Wir tragen unseren Teil dazu bei durch die Belebung der leeren Fläche im Untergeschoss der Passage. Aber auch die anderen müssen mitziehen“, sagt er.



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