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Stadt prüft mögliche Umbenennung / Bunsenstraße hieß früher Dorpmüllerstraße

Neuer Name für den Miegelweg?

Hameln (wul). Visitenkarten und Briefköpfe müssen geändert, Freunde und Bekannte informiert werden – die Umbenennung eines Straßennamens zieht einige Änderungen nach sich. Ob das den Anwohnern des Miegelweges bevorsteht, hängt zuletzt von der Entscheidung des Hamelner Rates ab. Zurzeit prüft erst einmal die Verwaltung, ob die Vergangenheit der Heimatdichterin und Namensgeberin Agnes Miegel (*1879 in Königsberg; † 1964 in Bad Salzuflen) eine Umbenennung rechtfertigen würde.

veröffentlicht am 19.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 06:21 Uhr

Agnes Miegel († 1964)
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Den Auslöser gab eine kleine Protestaktion am Wochenende, bei der Anhänger der antifaschistischen Bewegung in Hameln darauf hinwiesen, dass Agnes Miegel „keine harmlose Heimatdichterin gewesen“ sei, sondern der Ideologie der Nationalsozialisten zugetan gewesen sein soll.

Mit einer Umbenennung müsse sehr behutsam umgegangen werden, meint Stadtsprecher Thomas Wahmes, der Aufwand für den Einzelnen sei immens. Trotzdem erhielt Ende der 70er Jahre die bis dato auf Hamelner Stadtplänen verzeichnete Dorpmüllerstraße einen neuen Namen: Sie wurde zur Bunsenstraße. Julius Dorpmüller war 1937 zum Reichsverkehrsminister ernannt worden und war ab 1939 als Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn mitverantwortlich für die Deportation der Juden. Er wurde nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den Engländern gebeten, den Wiederaufbau der deutschen Eisenbahnen zu übernehmen, und der US-Präsident Eisenhower schlug vor, Dorpmüller wieder im Amt einzusetzen. Dorpmüller wurde im Entnazifizierungs-hauptausschuss für Lübeck als „Entlasteter“ eingestuft. Noch bis 1985 standen im Hannoverschen Hauptbahnhofs Büsten von Dorpmüller. Auch in Minden und Wuppertal gab es, wie in Hameln, Dorpmüllerstraßen, die ebenfalls umbenannt wurden.

Agnes Miegels Entnazifizierungsurteil lautet „unbelastet“, wie auf der Internetseite der Agnes-Miegel-Gesellschaft zu lesen ist. Wörtlich heiße das Urteil, „sowohl Motive wie Handlungen haben niemals NS-Geist verraten“.



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