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EWS richtet Neubau im Hottenbergsfeld / Stadt spricht von weiteren „konkreten Nachfragen“

Neuer Nachbar zieht ins Gewerbegebiet

Hameln (CK). Lange hatte die Firma Electronic Wood Systems (EWS), ein Unternehmen, das Maschinen für die Holzbearbeitung herstellt, geplant, sich aus dem Technologie- und Gründerzentrum im Hefehof zu verabschieden, weil die Kapazitäten längst nicht mehr ausreichten. Doch dann kam die erste Finanzkrise, die Geschäftsführer Hans-Peter und Hauke Kleinschmidt und Matthias Fuchs zögerten, einen Neubau zu realisieren. Diese Vorsicht hat sich ausgezahlt: In der Robert-Hesenling-Straße im Gewerbegebiet Hottenbergsfeld konnte jetzt schon das Richtfest gefeiert werden; im Januar soll der durch und durch ökologisch gestaltete Neubau von den derzeit 23 Mitarbeitern bezogen werden.

veröffentlicht am 25.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 03:41 Uhr

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Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann als Gast dieser Feier hatte EWS schon einmal im Hefehof besucht. „Und vielleicht hatten Sie damals schon eine Vorahnung, dass aus dieser kleinen grünen Pflanze einmal ein Bäumchen wird“, so Kleinschmidt. Das habe er zu Recht angenommen, entgegnete Lippmann. Sie habe mit Freude verfolgt, dass es „Step by Step“ mit der Firma vorangehe.

Ökologisch und ressourcenschonend – so wurde das Gebäude vorgestellt, das als Beispiel für einen „Passivhausstandard“ und nach den neuesten Erkenntnissen für Energieeinsparung errichtet wurde. Verantwortlich dafür zeichnen die Architekten André und Peter Spiegel, gebaut wurde durch die Firma Meisterstück. „Für uns der größte Einzelauftrag dieses Jahres“, stellte Firmenchef Otto Baukmeier nicht ohne Stolz fest.

Auch Rohrsens Ortsvorsteher Jobst Brüggemann freut sich über den neuen „Nachbarn“, galt das Gewerbegebiet Hottenbergsfeld – nicht zuletzt aufgrund der Insolvenzen durch Cemag Anlagenbau und Westphal Maschinenbau – auch als Sorgenkind der Stadt. „Bis jetzt schon eine beeindruckende Leistung“, so Brüggemann, der mit Traktor und Geschenk in Form eines Walnussbaums in der Frontschaufel zum Richtfest vorgefahren kam. Dass Geschäftsführung und Mitarbeiter von EWS nicht nur in Rohrsen arbeiten, sondern sich auch integrieren wollen, stellte Kleinschmidt gegenüber dem Ortsvorsteher unter Beweis: „Wir werden im Rahmen des Freiwilligentages am 23. September ein Amphitheater für die Kindertagesstätte in Rohrsen bauen. Die Steine liegen bereits hier“, versprach er.

Der Rohbau von Electronic Wood Systems im Hottenbergsfeld ist schön mächtig in die Höhe gewachsen – Einzug soll im Januar sein. Foto: gro

Zufriedenheit auch beim städtischen Wirtschaftsförderer Dietmar Wittkop. „Dank des kompetenten Generalübernehmers Meisterstück sind bis auf ein Gewerk alle Aufträge in der Region geblieben“, bilanziert er. Wittkop ist auch froh darüber, dass das Land Niedersachsen und die N-Bank im Hottenbergsfeld diverse Projekte gefördert haben, dient dies doch nach seinen Worten der Stärkung der Wirtschaftskraft einer ganzen Region.

Und das scheint auch bitter nötig, wie das Beispiel Hottenbergsfeld zeigt: Von den ursprünglich 160 000 Quadratmetern Fläche sind erst knapp 100 000 für „normales Gewerbe“ vorgesehen, in der Gesamtfläche sind 62 000 Quadratmeter für lärmintensive Industrie bereits enthalten, darunter das Druckzentrum der Dewezet. Bedeutet: Bis gestern waren 71 000 Quadratmeter verkauft, zu einem Preis von 20 Euro pro Quadratmeter Fläche, Erschließung inklusive. „Wir haben aber noch rund 10 000 Quadratmeter als sogenannte Optionsflächen, denn es gibt immer mal wieder Interessenten. Das ist ein fortlaufendes Geschäft“, gibt sich Wittkop optimistisch. Derzeit gebe es eine konkrete Anfrage seitens eines Investors aus dem verarbeitenden Gewerbe über etwa 8000 Quadratmeter – mehr möchte Wittkop wegen der laufenden Verhandlungen dazu noch nicht sagen.

Bleiben noch etwa 10 000 Quadratmeter Fläche, auf denen früher ,-real seine Verkaufszelte aufgebaut hatte, bis die Stadt-Galerie fertiggestellt war. Dieses Areal ist zurzeit an ein holzverarbeitendes Gewerbe verpachtet, und zwar befristet. Sollte sich ein neuer Investor finden, müsste er die Fläche räumen.

Insgesamt, listet Wittkop auf, seien (inklusive Aldi und der kleinen Bäckerei) zehn Investitionsvorhaben mit einem Volumen von knapp 30 Millionen Euro bereits im Hottenbergsfeld realisiert worden. „Dadurch sind immerhin 262 Arbeitsplätze erhalten und etwa 85 Dauerarbeitsplätze neu geschaffen worden“, so der städtische Wirtschaftsförderer.

Gleichwohl verschweigt Wittkop nicht, dass die Insolvenzen von Cemag und Westphal auch die Stadt „schwer getroffen“ haben. Allein dadurch standen oder stehen 80 Jobs auf dem Spiel“, bedauert er. Natürlich sei die Stadt an einer sinnvollen Folgenutzung interessiert, doch sei es kein leichtes Unterfangen, ein auf 300 Mitarbeiter ausgerichtetes Bürogebäude wie das von Cemag an den Mann zu bringen. Dass die Technische Akademie, die starkes Interesse an dieser Immobilie bekundet hatte, in letzter Minute doch einen Rückzieher gemacht hat, bedauert Wittkop zwar, äußert aber zugleich Verständnis: „Für die ist der Standort in der Bahnhofstraße im ehemaligen Wesertal-Gebäude doch vermutlich attraktiver.“

Stolz auf den Baufortschritt: Architekt Peter Spiegel, OB Susanne Lippmann, Bauherr Hans-Peter Kleinschmidt und Architekt André Spiegel (v. re.).

Der Rohbau von Electronic Wood Systems im Hottenbergsfeld ist schön mächtig in die Höhe gewachsen – Einzug soll im Januar sein. Foto: gro



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