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Unerwartetes Angebot für arbeitslosen Mann: Reiserücktrittsversicherung muss einspringen

Neuer Job statt Urlaubsreise

Hameln. Befristete Arbeitsverträge sind für viele junge Erwachsene mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Doch wie kann man ein Leben planen, wenn man ständig auf dem Sprung ist und keine Sicherheit hat? Zumindest in den Urlaub fahren – das muss doch zwischendurch mal möglich sein, dachte sich ein junger Mann aus Emmerthal. Am Ende musste er jedoch vor Gericht gehen – um zumindest einen Teil der Reisekosten zurückzubekommen.

veröffentlicht am 23.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

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Autor:

VON ANDREA Tiedemann
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Der Mann hatte 2012 einen befristeten Arbeitsvertrag abgeschlossen, der von Januar bis März 2012 lief. Weil er keine Aussicht darauf hatte, dass ihn der Arbeitgeber danach weiterbeschäftigte, plante er für sich und seine Familie eine Reise in die Türkei – für Ende Mai. Ende Januar buchte er das Angebot für rund 2000 Euro – und schloss vorsichtshalber eine Reiserücktrittsversicherung mit ab. Doch er rechnete nicht damit, schnell wieder eine Anstellung zu finden. Denn der dreimonatige Job sei über eine Beschäftigungsgesellschaft der Arbeitsagentur zustande gekommen – dass ein anderer Arbeitgeber ihm ein Angebot machen würde, hielt er für unwahrscheinlich.

Der März verging, der Job lief aus, der Mann wurde arbeitslos. Doch schon wenige Tage später bekam er ganz unterwartet ein Angebot von einer Firma aus Hameln. Das Problem: Er sollte schon Mitte Mai anfangen, denn die Fußball-WM brachte dem Unternehmen zusätzliche Aufträge. Was auf der einen Seite Glück für den Mann war, war auch wieder ein Problem: Denn ein kurzfristiger Urlaub war zunächst nicht drin. „Wegen der bevorstehenden WM damals und wegen meiner Probezeit durfte ich das nicht“, so der Mann. Sein Arbeitgeber bestätigte das dem Gericht.

Doch die Reiserücktrittsversicherung wollte nicht zahlen. Deren Rechtsanwältin behauptete, der Mann habe bei Abschluss der Versicherung bereits selbst Zweifel gehabt, ob er die Reise werde antreten können, weil er von seiner befristeten Einstellung wusste. Eine „unerwartete Veränderung der Arbeitsplatzsituation“, bei der die Versicherung einspringt, sei dies also nicht gewesen.

Eine falsche Einschätzung, wie Richter Dr. Herbert Seutemann nun entschied. Schließlich komme es nicht in erster Linie darauf an, dass der Mann wusste, dass er arbeitslos sein würde. Stattdessen müsse man fragen, ob der Mann bereits wusste, dass er neue Arbeit haben würde – und deshalb sicher nicht werde fahren können. Dieser Aspekt sei bei der Frage, ob die Versicherung einspringen muss, der ausschlaggebende Punkt. Doch genau das wusste der Mann in diesem Fall nicht, als er die Reise abschloss. Die Versicherung muss dem Mann nun die Stornierungskosten, die rund die Hälfte des Reisepreises ausmachen, erstatten.



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