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Bonfire in Halvestorf

Neuer Besucherrekord bei „Guy Fawkes“: Mehr als 1800 Gäste

HALVESTORF. Das britische Militär hat Hameln längst verlassen. Doch die britische Tradition, das „Guy Fawkes Bonfire“ zu feiern hat sich gehalten. Und wächst von Jahr zu Jahr. Mehr als 1800 Gäste waren der Einladung gefolgt und sorgten damit für einen neuen Besucherrekord.

veröffentlicht am 05.11.2017 um 18:05 Uhr
aktualisiert am 05.11.2017 um 20:33 Uhr

Tradition und Romantik gehen eine wunderbare Verbindung ein: Während die Bonfire-Flammen in den dunklen Halvestorfer Himmel lodern, steigt über dem schwarzen Wald im Hintergund, wie eine riesige Laterne, der Vollmond auf. Foto: br
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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Als „Rattenfänger“ Michael Boyer während der Verlosung der Tombolapreise den inzwischen dritten oder vierten Frühstückskorb in die Höhe hält, ist der glanzvolle Höhepunkt zum Abschluss des „Guy Fawkes Bonfires“ beinahe erreicht. Jetzt sind es nur noch Minuten, bis die hymnische Musik erklingt und das große Höhenfeuerwerk gezündet wird. Wie im Fluge scheint die Zeit zwischen dem feierlichen Hissen des Union Jack, der britischen Flagge, und dem Erstrahlen der ersten Feuerwerkssterne am nächtlichen Himmel über Halvestorf vergangen zu sein.

Zum dritten Mal in Folge setzt der British German Club (BGC), der Britisch-Deutsche Freundschaftsverein, die Tradition der 2014 aus Hameln abgezogenen britischen Soldaten fort und hat zum Bonfire eingeladen. Alljährlich werden auf der Insel am beziehungsweise um den 5. November diese Bonfire (engl.: Freudenfeuer) in Erinnerung an ein misslungenes Attentat entzündet. Damals, im Jahre 1605, wollten Guy Fawkes und seine Kumpane mit 36 Fässern Schwarzpulver das britische Parlament in die Luft sprengen.

Von Claudio Griese, der gemeinsam mit der BGC-Vorsitzenden Birgit Hart das Fest eröffnete, gab es dafür anerkennende Worte und die Aufforderung an das Publikum zu dankendem Applaus. Schließlich, so Hamelns Oberbürgermeister, halte der Verein damit die Erinnerung an ein Geschehen aufrecht, das seinerzeit mit der Vereitelung des Attentats wiederum die Aufrechterhaltung des Parlamentarismus und damit der Freiheit garantiert habe.

Ob als Feuerschlucker oder Feuerspeier, Robert Sim ist eine der Attraktionen des Abends und darf sich über donnernden Applaus freuen. Foto: br
  • Ob als Feuerschlucker oder Feuerspeier, Robert Sim ist eine der Attraktionen des Abends und darf sich über donnernden Applaus freuen. Foto: br
Eskortiert von zwei Fackelträgern aus den Reihen der Pfadfinder, führen Dudelsackpfeiferin Anne-Kathrin Albert und Tenortrommler Christian Pitzschke den Zug der Besucher zum Anzünden des Freudenfeuers an. Foto: br
  • Eskortiert von zwei Fackelträgern aus den Reihen der Pfadfinder, führen Dudelsackpfeiferin Anne-Kathrin Albert und Tenortrommler Christian Pitzschke den Zug der Besucher zum Anzünden des Freudenfeuers an. Foto: br

Und der geforderte Applaus kam vielhunderthändig. Mehr als 1800 Gäste waren der Einladung gefolgt, wie Thomas Haeckel, stellvertretender BGC-Vorsitzender und gemeinsam mit Michael Boyer einer der Conferenciers, später am Abend verkündete. Die Besucher hatten sich unverdrossen ihren Weg über unbeleuchtete Wirtschaftswege und durch schlammige Wiesen zum Festgelände gebahnt und damit, so Haeckel, „für einen neuen Besucherrekord gesorgt“.

Gelohnt hatten sich die Mühen jedoch allemal, denn zwischen dem Hissen der Fahne und dem Zünden des Feuerwerks gab es jede Menge gleichermaßen amüsante wie spannende Unterhaltung, die Michael Boyer mit seinem liebenswerten englischen Akzent in leichtem Plauderton gekonnt kommentierte.

Hauptmatador war dabei zweifellos Robert Sim aus dem Örtchen Staithes in Yorkshire, der einerseits als großspuriger Guy Fawkes auftrat, vor allem aber als Fakir, der den direkten Hautkontakt mir Glasscherben nicht scheute, sowie als Feuerschlucker und -speier das Publikum in seinen Bann zog.

Für die passende Live-Musik sorgten Anne-Kathrin Albert mit ihrem Dudelsack und Christian Pitzschke mit seiner Tenortrommel. Und dann waren da noch die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, wie beispielsweise Bundeswehr-Reservisten, das Deutsche Rote Kreuz, die Pfadfinder und die Feuerwehr, denen Haeckel für ihre Unterstützung ebenso seinen Dank aussprach wie den Besitzern des Campingplatzes am Waldbad als Gastgebern.

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