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Verwandter kommt als Spender in Frage / DKMS ließ Typisierungsaktion „für Annika und andere“ laufen

Neue Chance auf Leben für Annika

Hameln-Pyrmont. Das Bangen hat ein Ende: Es gibt einen Stammzell-Spender für Annika. Seit mehreren Monaten beschäftigt das Schicksal der 20-Jährigen aus Hameln-Pyrmont, die an Leukämie erkrankt ist, viele Bürger aus dem Landkreis. Um einen passenden Stammzell-Spender für die junge Frau zu finden, ließen sich über 2000 Menschen typisieren, spendeten Geld, um die Aktion zu finanzieren und organisierten Benefizveranstaltungen. Jetzt steht ein Spender fest. Es ist ein naher Verwandter.

veröffentlicht am 06.06.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 21:41 Uhr

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Am 27. März erscheint der erste Artikel über die Leukämieerkrankung Annikas in der Dewezet, in dem dazu aufgerufen wird, an einer großangelegten Typisierungsaktion, die von der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert wird, am 13. April in Hameln teilzunehmen. Schon am nächsten Tag gibt es viele telefonische und schriftliche Nachfragen in der Redaktion, wie und wo man Annika helfen könne, die Anteilnahme der Bürger für die junge hübsche Frau ist groß. Über Wochen hinweg wird über ihre Suche nach einem Stammzellspender berichtet, Freunde organisieren ein Benefizkonzert, insgesamt werden 81 485 Euro gespendet. Doch dann passiert nichts.

Immer wieder fragen Interessierte nach, wie es Annika geht und ob sie einen Spender gefunden habe, doch von der DKMS ist nichts zu hören. Erst auf gezielte Nachfrage der Dewezet erfolgte in dieser Woche die Bestätigung: Ja, es gibt einen Spender. Und ja, aus dem nahen Verwandtenkreis.

Erfolgte die Typisierungsaktion am 13. April also, obwohl Annika bereits einen Spender gefunden hatte – für den guten, aber vom Einzelschicksal losgelösten Zweck?

In der Regel, das bestätigt auch die DKMS, wird zunächst in der eigenen Familie nach einem Spender gesucht, bevor eine Fremdspendersuche gestartet wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein fremder Spender passt, ist deutlich geringer als bei Eltern, Kindern oder Geschwistern. So liegt die Wahrscheinlichkeit, dass zum Beispiel Geschwister als Spender infrage kommen, bei immerhin 25 Prozent.

Als sich die Familie an die DKMS gewandt habe, sei sie zwar schon typisiert gewesen, die Ergebnisse hätten jedoch noch nicht vorgelegen, sagt Bettina Steinbauer von der DKMS. Danach habe man „nicht mehr bei der Familie nachgefragt“, sagt Steinbauer. So lief die Typisierungsaktion für Annika wie geplant an. Erst als die Dewezet nachhakte, habe man sich bei der Familie erkundigt und vom glücklichen Ausgang erfahren.

Die Entscheidung darüber, eine Aktion abzusagen, wenn ein Spender gefunden sei, oder sie weiterlaufen zu lassen, um für andere Erkrankte die Chance zu erhöhen, einen passenden Spender zu finden, überlasse sie den Familien, sagt sie.

Ausdrücklich sei bei der Werbung immer darauf hingewiesen worden, dass es eine Aktion „für Annika und andere“ sei. Wer sich typisieren lasse, tue dies für alle, nicht nur für eine Person.

Dass die Aktion, die „im Namen“ eines Menschen vor Ort organisiert wird, als Aufhänger für eine Kampagne dient, um allgemein zum Typisieren anzuregen, räumt sie jedoch ein. Ebenso, dass die Zahl der potenziellen Spender aus Hameln und Umgebung deutlich niedriger ausgefallen wäre, hätte bereits vorher festgestanden, dass ein Spender für Annika gefunden ist. Doch: „Vielleicht können im Namen von Annika andere gerettet werden!“

Das hofft auch Annikas Familie. „Im Krankenhaus haben wir und Annika natürlich auch viele andere kennengelernt, die auf einen Spender hoffen“, sagt Annikas Mutter. Auch da sei die Anteilnahme groß gewesen und ebenso der Wunsch zu helfen. Auch dafür bedanke sich Annika. „Ich habe gemerkt, dass der Zuspruch Annika sehr gut getan und sie dadurch die Chemotherapie gut vertragen hat“, sagt Annikas Mutter. Annika erhält derzeit eine Chemotherapie, sei jedoch stabil. Ende Juli soll die Transplantation vorgenommen werden.ch

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