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Verwaltung hofft auf politische Mehrheit für Kompromiss-Lösung

Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule: Kreisverwaltung setzt weiterhin auf Totalunternehmer

HAMELN. Was am Schulzentrum Nord bislang gut klappt, sähen die heimischen Handwerksbetriebe auch gerne für den Neubau der Elisabeth-Selbert-Schule auf dem Linsingen-Gelände: Ohne Generalunternehmer, sondern Gewerke einzeln ausgeschrieben. Der Landkreis lehnt das ab und legt jetzt einen Kompromiss vor.

veröffentlicht am 09.09.2018 um 12:54 Uhr
aktualisiert am 09.09.2018 um 16:51 Uhr

Angrenzend an die bestehende Mensa (grau-gelbes Gebäude, oben links) soll auf dem Linsingen-Gelände ein Neubau für die Elisabeth-Selbert-Schule errichtet werden. Das weiße Gebäude wird abgerissen. Foto: WFX
Lars Lindhorst

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Lars Lindhorst Reporter zur Autorenseite
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In dieser Woche will der Landkreis Hameln-Pyrmont der Politik den seit Ende Mai angekündigten Kompromiss zur Zentralisierung der Elisabeth-Selbert-Schule präsentieren. Auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne wird ein Neubau entstehen, daran gibt es nichts zu rütteln. Umstritten ist bislang nur die Frage, ob ein Totalunternehmer mit Planung und Bau der Schule beauftragt wird, oder ob die jeweiligen Gewerke einzeln ausgeschrieben werden sollen. Zuletzt hatte die Hameln-Pyrmonter Kreishandwerkerschaft vehement Einzelausschreibungen gefordert – weil sie sich dadurch größere Chancen für die heimische Betriebe erhofft, an Aufträge zu gelangen. Auch die vorgeschlagene Kompromisslösung der Kreisverwaltung werde an dieser Haltung nichts ändern, sagt Kreishandwerksmeister Hauke Wilhelm Bente im Gespräch mit der Dewezet.

Nach den neuesten Plänen des Landkreises sollen das Schulgebäude und die angrenzende Turnhalle immer noch durch einen Totalunternehmer gebaut werden. Der Kompromiss bei dieser Variante aus Sicht der Verwaltung: Das geplante Parkdeck auf dem Gelände sowie die Außenanlagen der neuen Schule könnten durchaus mittels Einzelausschreibungen realisiert werden. Das aber entspricht nur im Ansatz den Vorstellungen, die die heimischen Handwerker von der Auftragsvergabe haben. Der Vorschlag der Kreisverwaltung ändert laut Bente nichts an der „grundsätzlichen Haltung, an der Einzelvergabe festzuhalten“.

Die Kreisverwaltung, die von vornherein einen Totalunternehmer favorisiert hat, versucht, mit ihrem neuen Vorschlag diese Differenzen auszugleichen – und bietet der Politik darüber hinaus eine „Paketlösung“ zur Abstimmung an. Darin spielt der Neubau der Johann-Comenius-Schule in Emmerthal eine zentrale Rolle. Die Schule in Kirchohsen soll auch neu gebaut werden, und sie wäre nach Einschätzung des Kreises „ein verbindendes Element“ des Kompromisses. Der Plan: Die Comenius-Schule soll früher als ursprünglich geplant angegangen werden und konventionell, das heißt durch Einzelausschreibungen, an Unternehmen vergeben werden (siehe Kasten).

Die Elisabeth-Selbert-Schule soll künftig an einem Standort zusammengeführt werden. Foto: WAL
  • Die Elisabeth-Selbert-Schule soll künftig an einem Standort zusammengeführt werden. Foto: WAL

Für die Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln plant der Landkreis weiterhin mit einem Investitionsvolumen von knapp 53,5 Millionen Euro. Allerdings soll, und das ist auch Teil der „Paketlösung“, der Selbert-Neubau ein Jahr später als zunächst angedacht, erst im Jahr 2023, begonnen werden. Ein Punkt, der auch bei der Schulleitung keine Freudensprünge hervorrufen dürfte.

Die Argumente, die die Verwaltungsspitze weiter „pro Totalunternehmer“ anführt bei der Selbert-Schule, lauten: Der Neubau würde in kürzerer Zeit und mit geringeren Kosten hochgezogen werden. Dennoch beinhalte die „Paketlösung“ laut Kreishaus ein „faires Angebot für die Kreishandwerkerschaft“ und „große Chancen für das heimische Handwerk“. Dessen ungeachtet zieht Kreishandwerksmeister Bente das Mittelstandsförderungsgesetz des Landes heran, wonach durch Einzelausschreibungen regionale Unternehmer gestärkt werden müssten. Ausnahmen seien möglich. „Aber warum wird immer diese Ausnahmeregelung herangezogen“, fragt er. Bente ist überzeugt: „Geht das Projekt an einen Totalunternehmer, werden sich viele heimische Handwerker gar nicht an dessen Ausschreibungen beteiligen.“ Zu schlecht seien die Erfahrungen mancher gewesen bei Bauvorhaben in der Region. Bentes Stichworte: Klüt-Hotel und unbezahlte Handwerkerrechnungen.

Ob der Kompromissvorschlag der Kreisverwaltung eine politische Mehrheit findet, ist fraglich. Als es darum ging, das Selbert-Projekt in Gänze einem Totalunternehmer zu übertragen, ergab sich eine Patt-Situation im Kreistag.


Termine: Bevor der Kreistag am 25. September über den Kompromissvorschlag befindet, stehen in einer gemeinsamen Sitzung des Bau- sowie Schulausschusses am Donnerstag, 13. September, Beratungen an. Die Sitzung beginnt um 15 Uhr im Großen Sitzungssaal des Kreishauses, Süntelstraße.



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