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Erste Patientin im Kreiskrankenhaus minimal-invasiv an Nebenniere operiert / Eingriff erspart große Narben

Neu in Hameln: Tumor durchs Schlüsselloch bekämpfen

Hameln (red). Manchmal sind es die kaum bekannten, unscheinbaren Organe, die Patienten Kummer bereiten. Oder einfach unbemerkt gefährlich werden – so wie bei Elfriede Schön, der ersten Patientin, bei der im Kreiskrankenhaus Hameln mit der sogenannten minimal-invasiven Chirurgie (Schlüsselloch-Chirurgie) die Nebenniere entfernt wurde. Gleichzeitig war sie damit auch die erste Patientin im nun komplettierten Endokrinologischen Schwerpunkt in Hameln. Denn nachdem bereits in den vergangenen Monaten Operationen an den Nebenschilddrüsen und Schilddrüsen durch minimal-invasive Zugänge eingeführt und hormonbildende Tumoren in der Bauchspeicheldrüse, dem Darm und der Leber entfernt worden waren, konnte nun das Spektrum dieses Zweigs der Viszeralchirurgie durch die erste minimal-invasive Entfernung einer Nebenniere vervollständigt werden.

veröffentlicht am 02.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 19:41 Uhr

Chefarzt Dr. Rainer Lück und Oberarzt Dr. Andreas Hoffmann bespr
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Die Endokrinologie ist die Lehre der Hormone im Körper. Zahlreiche Drüsen produzieren Hormone, die wesentlich für die Steuerung von Körperfunktionen zuständig sind. Für den Chirurgen spielen diese Drüsen vor allem dann eine Rolle, wenn sie zu groß geworden sind oder zu viele Hormone produzieren. Die bekannteste Drüse ist die Schilddrüse, ferner Nebenschilddrüsen und Nebennieren sowie die Bauchspeicheldrüse, der Darm und die Leber, die ebenfalls an der Hormonproduktion beteiligt sind.

Die Nebennieren bilden zahlreiche Hormone wie beispielsweise Kortison und Adrenalin. Überfunktionen oder Tumore können sehr gefährlich werden, sodass dann eine Entfernung dieser Drüse vorgenommen werden muss. Bei Elfriede Schön war ein knapp sechs Zentimeter großer Tumor der rechten Nebenniere aufgefallen, von dem sie selber gar nichts spürte. Nach ausführlicher Diagnostik konnte eine hormonelle Überfunktion ausgeschlossen werden. Privatdozent Dr. Rainer Lück, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirugie im Kreiskrankenhaus Hameln: „Wegen der Größe des Tumors war eine Entfernung dringend angezeigt, da das Risiko der Bösartigkeit mit zunehmender Größe eines Tumors ansteigt.“

Die problematische Lage der eigentlich kleinen Nebenniere an der unteren Hohlvene sowie zwischen der Leber und Niere machte in der Vergangenheit große Schnitte notwendig. Nun steht aber auch in Hameln ein Verfahren zur Verfügung, das der im vergangenen Jahr als Nachfolger von Prof. v. Bülow gewonnene Privatdozent Dr. Lück mitgebracht hat.

Die Operation von Elfriede Schön erfolgte im Team mit Lück und Dr. Andreas Hoffmann, der sich als leitender Oberarzt vor allem auf die minimal-invasive Chirurgie spezialisiert hat. Lück: „Die rasche Erholungsphase der Patientin zeigt, dass die Vorteile dieser neuen Technik nicht nur kosmetischer Natur sind, sondern narbenbedingte Probleme fast vollständig vermieden werden können. Dieses spielt besonders langfristig für die Patienten eine Rolle.“

Mit Einführung der Diagnostik und Behandlung der Nebennierenerkrankungen sind nun alle modernen Behandlungsverfahren der endokrinen Chirurgie in Hameln eingeführt. Die Verzahnung zwischen den verschiedenen Abteilungen im Krankenhaus sowie mit den niedergelassenen Ärzten macht es möglich, dass Patienten mit Erkrankungen an praktisch allen hormonbildenden Drüsen in Hameln behandelt werden können.

Die Operation von Elfriede Schön ist wie geplant und ohne Komplikationen verlaufen. „Ich habe mich bereits kurz nach der OP wieder richtig wohlgefühlt und bin froh, dass der Tumor hier in Hameln, wo mich mein Mann immer besuchen konnte, auf diese schonende Weise entfernt wurde“, zieht sie ihr persönliches Fazit.

Chefarzt Dr. Rainer Lück und Oberarzt Dr. Andreas Hoffmann besprechen mit Elfriede Schön die weiteren Nachsorgeschritte.

Foto: hx



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