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Mehr als 260 Fälle in Hameln-Pyrmont 2015

„Nein zur Gewalt gegen Frauen“

HAMELN. Das schreckliche Verbrechen in der Südstadt verleiht dem Thema traurige Aktualität: „Nein zur Gewalt gegen Frauen“ ist das Motto eines Gedenktages am Freitag, 25. November. Die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen des Landkreises wollen aus diesem Anlass ein Zeichen gegen häusliche Gewalt setzen.

veröffentlicht am 23.11.2016 um 16:59 Uhr
aktualisiert am 23.11.2016 um 20:45 Uhr

Sie geben eine Frauen-Notfallkarte aus. Auf dieser Karte sind die drei wichtigsten Telefonnummern für Frauen in Notsituationen zu finden: das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (08000-116016), das Frauenhaus Hameln (05151-25299) und die Polizei Hameln (05151-933113). Die Frauen-Notfallkarten im Scheckkartenformat liegen öffentlich aus oder können über die Gleichstellungsbeauftragten angefordert werden. Von Freitag an wird zudem für eine Woche die Antigewaltfahne mit der Aufschrift „Frei leben – ohne Gewalt“ im gesamten Landkreis vor den Rathäusern und im Kreishaus aufgehängt. Diese soll daran erinnern, dass Frauen und Mädchen weltweit Opfer von spezifischer Gewalt und Diskriminierung sind.

Häusliche Gewalt ist weit verbreitet und findet in allen Bevölkerungsschichten statt. Dies gelte auch für den Landkreis Hameln-Pyrmont, denn die Zahl der angezeigten Fälle von häuslicher Gewalt steigt seit 2002 kontinuierlich an. Das liege vor allem daran, dass die Frauen zunehmend bereit seien, häusliche Gewalt durch eine Anzeige öffentlich zu machen und sich bei der Beratungs- und Interventionsstelle (BISS) in Hameln oder bei einer Frauenberatungsstelle zu melden.

2015 waren im Landkreis mehr als 260 Fälle häuslicher Gewalt zu verzeichnen. Aus Erfahrung sind ebenso viele Kinder von häuslicher Gewalt direkt oder indirekt betroffen. Die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. „Viele Opfer schämten sich oder versuchten, den Täter oder die Täterin zu schützen“, so die Aussage der Gleichstellungsbeauftragten beim Landkreis Hameln-Pyrmont, Kirsten Wente. „Frauen mit Migrationshintergrund sind noch stärker von Gewalt betroffen als deutsche Frauen, und behinderte Frauen erleben zwei- bis dreimal so häufig Gewalt wie Frauen im Bevölkerungsdurchschnitt“, erklärt Wente.

Anlässlich des Gedenktages werden sich die Gleichstellungsbeauftragten am Freitag um 12 Uhr am Hamelner Rathaus versammeln, um für ein Leben frei von Gewalt zu demonstrieren sowie ihrem Entsetzen über die schrecklichen Ereignisse vom letzten Sonntag Ausdruck zu verleihen.



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