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Sprinkleranlage schlägt Dämpfe nieder / Technischer Defekt

Nächtlicher Chlorgasalarm – Feuerwehr im Freibad

Unsen (ube). Gefahrguteinsatz im Waldbad Sünteltal in Unsen – in einem Technikraum ist gestern in den frühen Morgenstunden eine bislang noch unbekannte Menge Chlorgas entwichen. Die automatische Chlorgaswarnanlage sprang an, eine Sprinkleranlage schlug die Dämpfe mit Wasser nieder. Die hauptamtliche Wachbereitschaft und die Ortswehr Unsen wurden von Gefahrgut- und Atemschutz-Spezialisten der Ortswehr Hameln unterstützt. Ursache der Leckage war nach Angaben der Stadt Hameln ein technischer Defekt. Das Vakuumventil einer Chlorgasflasche sei undicht gewesen, sagte Behördensprecher Thomas Wahmes. Monteure einer Fachfirma waren gestern Vormittag mit der Reparatur beschäftigt. Das Freibad konnte um 13.30 Uhr seine Pforten öffnen.

veröffentlicht am 24.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 22:21 Uhr

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Um 2.20 Uhr hatte sich ein Anrufer bei der Leitstelle in Hameln gemeldet. Der Mann sagte, er habe vom benachbarten Kindererholungsheim eine Alarmsirene gehört. Das Geheul müsse vom Freibad kommen. Umgehend wurden der Löschzug aus Hameln, die Ortswehr Unsen und zwei Spezialeinheiten der Freiwilligen Feuerwehr Hameln alarmiert. Um keine Zeit zu verlieren, brachte die Polizei einen Experten der Stadt Hameln mit einem Streifenwagen zum Einsatzort: Rolf Nachtigall ist Badbetriebsleiter des Hallenbades „Einsiedlerbach“ – er stand den Feuerwehrleuten mit Rat und Tat zur Seite. Auch Kreisbrandmeister Frank Wöbbecke fuhr nach Unsen. Der Chemiker ist der Gefahrgutbeauftragte der Kreisfeuerwehr. Er traf noch vor der Wachbereitschaft am Schwimmbad ein und erkundete die Lage.

Die Oberbrandmeister Peter Scharbatke und Christian Knoll rüsteten sich kurze Zeit später mit schwerem Atemschutz aus und zogen sich grüne Chemikalienvollschutzanzüge an. Im Chlorgasraum drehten sie zunächst einmal zwei von drei Druckflaschen zu. Danach wurden die entwichenen Gase mit einem Hochdrucklüfter aus dem Lager gedrückt. „Wir haben zudem den Fußboden mit reichlich Wasser abgespült. Dennoch hat unser Messgerät immer noch Chlorgas angezeigt“, berichtet Wachabteilungsleiter Bodo Kauert. Einsatzleiter Andreas Busam ließ nach der Ursache forschen. Schnell stellte sich heraus: Ein Aktivkohlefilter war mit Chlorgas gesättigt. „Wir haben ihn ausgebaut und in ein Wasserbad gelegt“, erklärt Kreisbrandmeister Wöbbecke. Mit Pressluft seien danach die Leitungen gesäubert worden. Die Ursache für die Undichtigkeit konnte die Feuerwehr nicht feststellen. Es sei nicht gelungen, die Chlorgaswarnanlage wieder in Betrieb zu nehmen, sagte Wöbbecke. „Sie ist immer wieder angesprungen. Vermutlich befanden sich noch winzige Reste des Gases in der Raumluft.“

Auf dem Schwimmbadgelände in Unsen haben sich Peter Scharbatke und Christian Knoll mit schwerem Atemschutz ausgerüstet. Beim Anziehen der grünen Chemikalienschutzanzüge sind Oberbrandmeister Thomas Breitkopf (Mitte) und Brandmeister Jan Loges behilflich.

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  • Mit einem Hochdrucklüfter der Feuerwehr wird das gefährliche Chlorgas aus dem Technikraum des Waldbades gedrückt.

Fotos: ube



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