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TV-Team aus Vietnam dreht in Hameln

Nach „The Voice of Germany“: Das macht Vinh Khuat heute

HAMELN. Vinh Khuat ist es gewohnt, vor der Kamera zu stehen. Trotzdem ist es für den Sänger etwas Besonderes, wenn ein Fernsehteam aus Vietnam für ihn nach Hameln kommt. Sein Auftritt bei „The Voice of Germany“ vor rund sieben Jahren hat seiner Karriere Auftrieb gegeben.

veröffentlicht am 17.01.2019 um 13:13 Uhr
aktualisiert am 18.01.2019 um 10:50 Uhr

Auf der Suche nach Inspiration zieht Vinh Khuat immer mal wieder durch Hamelns Altstadt. Foto: mo
Muschik, Moritz

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Wenn Vinh Khuat einen neuen Song geschrieben hat und das Lied produzieren möchte, benötigt er dafür nicht viel Technik: „Für die Produktion brauche ich kein Aufnahmestudio, sondern nur meinen Laptop mit einer Software, ein Keyboard, eine Loopstation und ein Mikrofon.“ Im Alter von vier Jahren hat der Hamelner mit vietnamesischen Wurzeln das Klavierspielen gelernt, mit zwölf hat er angefangen, zu singen. Nach seinem Abitur am Vikilu in Hameln studierte er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover – und nahm währenddessen an der TV-Show „The Voice of Germany“ teil. Er schaffte es bis in die sogenannten Battles. Dabei treten jeweils zwei Künstler gegeneinander an.

Und obwohl Vinh Khuat den TV-Wettbewerb nicht gewann, beflügelte der Auftritt im Fernsehen seine Karriere. Inzwischen verdient er sein Geld mit der Musik. Er übernimmt Auftragsarbeiten für Künstler, wird für Veranstaltungen gebucht. Seine Gage hat sich durch die Sendung deutlich gesteigert. Vor allem aber komponiert der 28-Jährige eigene Songs, singt auf Deutsch, Englisch und Vietnamesisch. Zu jedem Lied, das er veröffentlicht, lädt er ein Video bei Facebook oder YouTube hoch. „Ich versuche, jede Woche ein neues Stück rauszubringen“, sagt er. Täglich sieben Stunden zu musizieren, sei manchmal aber auch anstrengend. Dazu sagt Khuat: „Es geht nicht in erster Linie um das Ergebnis. Es geht darum, dass man jeden Morgen aufsteht und das tut, was man liebt. Auch wenn diese Resistenz da ist.“ Mit Resistenz meint er, dass das Komponieren unter Druck auch stressen kann.

Eine Fangemeinde hat er sich bereits aufgebaut – und durch seine Veröffentlichungen sind andere Künstler auf ihn aufmerksam geworden. Zum Beispiel eine russische Band, die seinen Song „River“ vor zwei Jahren in einer Talkshow gespielt hat. Dazu nahm Khuat regelmäßig an der deutschen Vorauswahl für den Eurovision Song Contest teil. 2018 schaffte er es für den deutschen Beitrag mit einer eigenen Komposition unter die besten 20 Teilnehmer. Er spielte 2016 in der ZDF-Show „I can do that“. Darüber hinaus stand er bei vielen anderen Veranstaltungen auf der Bühne: zum Beispiel bei einer Benefiz-Gala von McDonald‘s, einer Auto-Präsentation von Mercedes, beim Bundesfinale von „Jugend forscht“ und bei Veranstaltungen der Deutschen Bank und der VGH.

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Vinh Khuat veröffentlicht regelmäßig selbst komponierte Songs. Foto: WAL

Ich mache erst die Musik und gucke dann, was die Musik mir sagt. Das Thema kommt von selbst.

Vinh Khuat

Der studierte Künstler gibt sein Wissen aber auch an andere Musiker weiter. An der Landesmusikakademie Wolfenbüttel ist er Dozent in einem Workshop für Singer-Songwriter. Auch an der Musical-Schule von Anke Rettkowski in Hameln hat er Workshops gegeben. Für das Bühnenstück „Die kleine Hexe“ auf der Osterwaldbühne hat er zuletzt fünf Songs komponiert, arrangiert und produziert. Die Lieder wurden auf CD und USB-Stick verkauft. Für eine Musikfahrt kehrte er als Dozent zum Vikilu zurück. Dazu ist er seit 2013 Jury-Mitglied einer Talentshow des vietnamesischen Studentenvereins in Deutschland und Europa.

„Ich komme ganz gut rum“, sagt Khuat und schmunzelt. Und woher nimmt er die Inspiration für neue Songs? „Ich mache erst die Musik und gucke dann, was die Musik mir sagt. Das Thema kommt von selbst“, sagt er. In seiner Dachgeschosswohnung in Hameln arbeitet er Tag für Tag an neuen Songs – manchmal bis tief in die Nacht. Häufig geht es um Beziehungskrisen. Eine Freundin hat er aber nicht. Das sei mit seinem Job schwer zu vereinbaren.

Wenn er den Kopf freibekommen möchte, schlendert er hin und wieder durch Hamelns Altstadtgassen. Die Atmosphäre und die Fachwerkhäuser gefallen ihm. Auch mit dem Fernsehteam aus Vietnam hat er dort gedreht. Der Beitrag soll Anfang Februar über den Fernsehsender Vietnam TV ausgestrahlt werden.



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