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Patientensicherheit – Sana Klinikum Hameln-Pyrmont führt Bändchen für Erwachsene ein

Nach den Babys sind jetzt alle dran

Hameln-Pyrmont (bha). Vielleicht erinnern die Bändchen einige an sonnige All-inclusive-Urlaube in komfortablen Hotel-Anlagen oder an durchfeierte Nächte bei Konzerten. Hier, im Sana Klinikum Hameln-Pyrmont, haben die Kunststoffbänder am Handgelenk herzlich wenig mit Feiern und Spaß zu tun. Sie sollen der Patientensicherheit dienen und sind nach einer Testphase jetzt im gesamten Haus eingeführt worden.

veröffentlicht am 26.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 08.11.2016 um 03:41 Uhr

Mama Christiane Liek und ihr kleiner Sohn Laurin tragen beide die neuen Patientenbändchen.
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„Seit zwei Jahren sind die Patientenarmbänder im Gespräch“, sagt der Sprecher und Mitarbeiter im Qualitätsmanagement Peter Höxter. Doch bis die richtigen gefunden waren, dauerte es eine Weile. Im einwöchigen Selbstversuch hätten Mitglieder der Geschäftsführung und andere Mitarbeiter Bänder verschiedener Anbieter getestet, erzählt Kerstin Heiermann von der Pflegedienstleitung. Die einen zu steif und hart, die anderen nicht desinfizierbar – die Entscheidung fiel auf das Angebot des Unternehmens Mediaform. Jetzt bekommt jeder Patient, der im Sana Klinikum aufgenommen wird, ein Bändchen umgelegt, es sei denn, er lehnt ab, was, laut Datenschutzbeauftragtem Andreas Fischer, kaum vorkommt.

Die Bändchen sollen gewährleisten, dass jeder Patient eindeutig identifizierbar ist. Zwar habe es „in den 32 Jahren, in denen“ Peter Höxter am Krankenhaus arbeitet, keine Verwechslungen gegeben, die zu falscher Behandlung geführt hätten. Doch die Bänder sind an vielen Kliniken inzwischen Standard, und was durchaus schon mal passiert ist: „Dass jemand falsch angesprochen wurde“, sagt Höxter. Wenn Frau Schmidt mit gebrochenem Bein versehentlich vom Arzt „Frau Müller“ genannt wird – die, wer weiß, was hat –, schafft das kein Vertrauen. Das Bändchen soll für Klarheit sorgen: Vorname, Name, Geburtsdatum, Station sind darauf ablesbar. Dieselben Informationen sind im Barcode hinterlegt, der in Zukunft mit entsprechenden Geräten eingelesen werden kann. Der Datenschutzbeauftragte hat darauf geachtet, dass der Aufdruck so klein wie möglich ist. Hauptpatientengruppe, die durch die Bänder identifizierbar bleiben sollen: Jene, die sich nur eingeschränkt oder gar nicht verständigen können wie Koma-Patienten, verwirrte Patienten, die ihre Station nicht wiederfinden, Säuglinge. Für letztere sind die rosafarbenen und hellblauen Armbändchen jetzt passé.

Mit der Einführung der Bänder wurde auch die Aufnahmestruktur im Sana Klinikum überarbeitet. Jetzt werden Patienten nur noch an vier Stellen aufgenommen. Per Thermodruck kommen die Daten an diesen Aufnahmeplätzen auf das Bändchen, das nach der Entlassung „datenschutzgerecht entsorgt wird“, sagt Fischer.

Die Investitionen für das Krankenhaus sind erheblich: Neue Drucker wurden angeschafft, rund 30 Cent kostet ein Bändchen für Erwachsene und 90 Cent jenes für Säuglinge, multipliziert mit 22 500 Patienten, die jährlich an der Weser stationär aufgenommen, hinzu kommen die ambulanten Fälle. Weil sich das Sana Klinikum in Hameln aber in Kürze nach DIN-ISO zertifizieren lassen und so einen Qualitätsnachweis erbringen will, sei dem Haus, so Peter Höxter, diese Investition nahegelegt worden.



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