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Wie Dunja Rajter sich im Schloss Hastenbeck an die Filmarbeiten zu „Der unheimliche Mönch“ erinnert

Nach 50 Jahren zurück am Drehort

Hastenbeck. Es ist ein Besuch, bei dem viele Erinnerungen aufkommen. Dunja Rajter steht im Park von Schloss Hastenbeck, wo sie vor 50 Jahren eine kleine Rolle als Internatsschülerin im Wallace-Film „Der unheimliche Mönch“ hatte.

veröffentlicht am 07.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:21 Uhr

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Frau Rajter, erkennen Sie den Drehort wieder?

Selbstverständlich, hier hat sich nichts verändert. Hier sieht es so aus, als sei die Zeit stehen geblieben. Nur war damals das Wetter ziemlich schlecht und der Himmel nicht so wunderbar blau wie heute. Vor 50 Jahren war es eher mystisch.

Was haben Sie empfunden, als Sie die Einladung zur Eröffnung der Ausstellung in Hameln erhalten haben?

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Ich habe mich natürlich sehr gefreut und fühlte mich geehrt, denn es gab damals ja auch noch andere Schauspielerinnen wie zum Beispiel Uschi Glas. Ich fand es ganz toll, dass die Wahl auf mich gefallen war.

Woran erinnern Sie sich besonders gerne, wenn Sie an die Drehtage denken?

An die Gespräche mit den Kollegen, denn beim Film wird man fürs Warten bezahlt und nicht für die Schauspielerei (lacht). Es sind damals viele Freundschaften entstanden. Karin Dor kannte ich schon von den Dreharbeiten zu „Winnetou I“ und „Unter Geiern“. Das war eine ganz wunderbare Frau. Aber wir Mädchen hatten ja nur eine ganz kleine Rolle und kaum einen Satz zu sagen. Trotzdem bin ich froh, dass diese Filme einen solchen Kultstatus bekommen haben.

Sie haben damals im Hotel Rosenhof gelebt. War das für Sie ein angenehmer Aufenthaltsort?

Natürlich. Es lag an Elsa Buchwitz, dieser wunderbaren Frau, die uns immer mit Käsekuchen verwöhnt hat. Wenn wir nach den Dreharbeiten auf unsere Zimmer kamen, stand da sogar nachts ein Stück von dem geliebten Kuchen. Sie war wie eine Mama zu uns Mädels.

Sie hatten damals nur eine kleine Rolle, sind aber doch noch eine sehr bekannte Schauspielerin und Sängerin geworden. Wie haben Sie das geschafft?

Ich habe vier Jahre lang eine grundsolide Ausbildung an der Akademie für Schauspiel und Film in Zagreb erhalten. Das war ein sehr taffes Programm mit Ballett, Fechten, Singen und allem, was zu diesem Beruf gehört. Das hat mir später sehr geholfen. Ich bin ja auch in meiner Heimat durch die Tournee-Veranstalter Horst Lippmann und Fritz Rau während einer Fernsehsendung entdeckt worden, wo ich ein Volkslied gesungen habe.

Sind Sie in Kroatien genauso bekannt wie in Deutschland? Ja sicher. Ich habe ja in Kroatien sehr viele Fernsehsendungen gemacht und hatte eine TV-Serie. Später erhöhte sich mein Bekanntheitsgrad noch, weil ich während des Balkankrieges mit dem deutschen Außenminister Genscher für die Unabhängigkeit meines Landes kämpfte. So kennen die Menschen mich von beiden Seiten: als engagierte Kämpferin für meine Heimat und als Schauspielerin.

Was waren die Höhepunkte Ihrer Karriere?

Für mich persönlich war das ein Auftritt in der Harry-Belafonte-Show in New York, zu der ich eingeladen war, um dort zu singen. Bei Harry Belafonte in der Show zu sein, war schon eine große Auszeichnung. Etwas Besonderes war aber auch mein Auftritt als Buhlschaft im Jedermann in Berlin.

Und was würden Sie als Tiefpunkt bezeichnen?

Es gab viele Tiefpunkte; zum Teil sehr persönliche Dinge. Ich habe zu wenig Zeit für meine Eltern gehabt, weil ich in Deutschland gelebt habe. Dass ich sie verloren habe, das habe ich immer bedauert.

Und Ihre Ehe mit Les Humphries?

Darüber möchte ich nicht sprechen. Aber etwas war doch gut an dieser Ehe: Ich habe einen Sohn bekommen, der mich für alles entschädigt hat. Er ist ein wunderbarer junger Mann, der mir nur Freude bereitet.

Wie sind Ihre Zukunftspläne?

Ich habe viele Pläne. Aber ich mag es nicht, zu häufig nicht daheim zu sein, denn die Familie ist mir sehr wichtig. Ich bin wählerisch geworden, denn im Alter wird die Zeit kostbar. Da sucht man sich die Projekte genau aus, zum Beispiel mit Liedern von Brecht und anspruchsvollen Chansons.

Und wie fällt Ihr Urteil über die Ausstellung „Film ab!“ aus?

Die verdient nur Superlative. Die Mannschaft hat eine großartige Ausstellung aufgebaut. Das muss mit viel Herzblut gemacht worden sein. Man kann sich nur wundern, woher das Museum die vielen Sachen bekommen hat. Das muss wirklich sehr viel Arbeit gewesen sein.

Interview: Wolfhard F. Truchseß

„Hier hat sich ja nichts verändert.“ Die Schauspielerin Dunja Rajter vor dem Schloss Hastenbeck, dem Drehort des Wallace-Films „Der unheimliche Mönch“. wft



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