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Busspur auf Bahnhofsplatz angeblich marode / Aussicht auf Fördermittel verlockt zu großer Lösung

Nach 13 Jahren schon wieder sanierungsreif?

Hameln (ni). Das Land Niedersachsen pumpt 56,2 Millionen Euro in den öffentlichen Personennahverkehr. Hameln hat seine Hand schon ausgestreckt, um sich ein Stück des aus Steuergeldern gebackenen Förderkuchens zu sichern: Für insgesamt 339 400 Euro – und davon nur 21 600 Euro zulasten des eigenen Haushaltes – sollen Teile des erst vor 13 Jahren neu gestalteten Bahnhofsplatzes schon wieder saniert werden.

veröffentlicht am 25.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 03:21 Uhr

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Ohne näher darauf einzugehen, hatte Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfes für das Jahr 2012 angemerkt, dass im Etat knapp 340 000 Euro für den Bahnhofsplatz vorgesehen seien. Die versammelte Politik staunte – und wusste mit dem Hinweis nichts anzufangen, zumal das Areal mitsamt Busstation eher zu den neueren unter den städtebaulichen Projekten der Stadt zählte. Im Sommer 1999 nach rund zweijähriger Bauphase offiziell seiner Bestimmung übergeben, war zumindest offiziell nichts bekannt von Mängeln, für deren Behebung nach den Berechnungen der Verwaltung eine Investition von knapp 340 000 Euro erforderlich ist.

Laut Hamelns Pressesprecher Thomas Wahmes treten die Mängel vor allem an der gepflasterten „Bereitstellungsspur“ auf, auf der die Busse warten, bevor sie sich auf dem betonierten inneren Streifen direkt vor den Haltestellen einordnen. Bei „täglich 1500 An- oder Abfahrten hat sich der Zustand dieser gepflasterten Fläche in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert“, sagt Wahmes. Steine seien gebrochen, der Unterbau habe den Belastungen nicht standgehalten und „an einigen Stellen musste schon notdürftig mit Asphalt geflickt werden“. Wahmes räumt ein, dass „im Laufe der Jahre Defizite der Ursprungsplanung deutlich geworden sind“. Doch den naheliegenden Verdacht, beim Unterbau für die gepflasterte Wartespur könnte es seinerzeit an der gebotenen Sorgfalt gefehlt haben, weist er weit von sich: „Risse und Setzungen im Pflaster sind nach 13 Jahren Nutzung nichts Ungewöhnliches.“ Zumal dann nicht, „wenn die Frequentierung und damit auch die Belastung des Bahnhofsplatzes in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist“.

Theoretisch könnte sich die Stadt mit dem Flicken der schadhaften Stellen noch eine ganze Weile über die Runden retten. Mittelfristig müsste sie das Problem allerdings an der Wurzel packen „und dann die Erneuerung der Spur auf eigene Kosten durchführen“, so Wahmes. Da sei es aus Sicht der Verwaltung doch vernünftiger, die Chance zu nutzen, die sich mit dem Förderprogramm des Landes eröffneten: nämlich das Pflaster rauszureißen, es durch wesentlich stabileren Beton zu ersetzen – und sich das Ganze zu 90 Prozent vom Land bezahlen zu lassen.

Rund 200 000 Euro soll die Erneuerung der Wartespur kosten. Die restlichen 139 400 Euro sind verplant für kleinere Veränderungen auf dem Bahnhofsplatz. So sollen demnächst vor dem Eingang des Bahnhofs fest im Boden verankerte „Sitzquader“ dafür sorgen, dass kein Auto mehr bis direkt vor die Tür fahren und „die Fußgänger gefährden kann“, erklärt Wahmes. Und auch das Einparken auf den reichlich eng geratenen Parkplätzen soll bald leichter gelingen. Die Stadt will zu diesem Zweck die Ecken der Pflanzbeete zwischen den einzelnen Parkbuchten „abrunden“.

Einen Förderantrag für das Projekt Bahnhofsvorplatz hat die Verwaltung bereits eingereicht und von der Landesnahverkehrsgesellschaft, die das ÖPNV-Förderprogramm im Auftrag des Wirtschaftsministeriums umsetzt, auch schon ein positives Signal erhalten. Hameln, so Wahmes, könne davon ausgehen, in den Genuss der 90-Prozent-Förderung zu kommen.

339 400 Euro will die Stadt zur Behebung von Mängeln auf dem Bahnhofsplatz investieren. Foto: Dana



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