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Stadtmanager setzt neue inhaltliche Schwerpunkte / Ehemaliger Veranstalter fühlt sich ausgebootet

Mystica Hamelon: Zoff um Mittelalter-Spektakel

Hameln (kar). Helmut Steinbock ist sauer: Gestern Morgen teilte ihm Hamelns Stadtmanager Dennis Andres per Mail mit, „dass es für 2013 nicht zu einer Zusammenarbeit in Sachen Mystica Hamelon kommt“. Besonders bitter für Steinbock, fühlt er sich doch als „Vater“ dieser Mittelalter-Veranstaltung: „Gemeinsam mit Hamelns damaligem Stadtmanager Stefan Schlichte habe ich das Konzept für Mystica entwickelt.“ Das war im Rattenfängerjubiläumsjahr 2009. Und bis auf 2011, als wegen der Fußgängerzonensanierung der Mittelalter-Markt im Herzen der Altstadt ausfallen musste, richtete Steinbock das Spektakel auch in den Folgejahren aus. Jetzt fühlt er sich ausgebootet.

veröffentlicht am 30.10.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 07:41 Uhr

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Erst im Januar dieses Jahres hatte er von HMT-Chef Harald Wanger (die Stelle des Stadtmanagers war zu diesem Zeitpunkt vakant) einen Dreijahres-Vertrag für „Mystica Hamelon“ bekommen: „Ich wollte endlich mehr Planungsspielraum und -sicherheit“, begründet Steinbock seinen Wunsch nach einer längerfristigen Vertragsbindung. Kündbar war dieser Vertrag jeweils zum 1. Oktober eines Jahres. Davon hat Dennis Andres jetzt fristgerecht Gebrauch gemacht. Und nennt seine Gründe: „Mystica Hamelon soll als Mittelalter-Spektakel für Hameln nicht nur eine feste Größe sein, sondern auch ein Alleinstellungsmerkmal besitzen“, sagt der Stadtmanager: „Dafür ist eine inhaltliche Weiterentwicklung notwendig, die mehr bietet als die üblichen Mittelaltermärkte, wie es sie schon in so vielen Städten gibt.“ Für diese Weiterentwicklung wünscht sich Andres „mehr inhaltliche Schwerpunkte in Richtung Fantasie, mehr Mythen und Legenden – kurzum: Themenschwerpunkte, die auch zum Grimm-Jubiläum passen, das im kommenden Jahr gefeiert wird“. Er habe Steinbock nicht ausgebootet, sondern vielmehr schon frühzeitig, im September, das Gespräch mit ihm gesucht, widerspricht Andres den Vorwürfen. „Herr Steinbock hatte aber keine Zeit für mich.“

Dieser räumt ein, dass er im September „dicht mit Terminen“ war und daher mit dem Stadtmanager ein Gespräch für den 17. Oktober vereinbart hatte. Zwischenzeitlich habe er dann die Kündigung des Dreijahres-Vertrages zum 1. Oktober bekommen: „Damit hatte ich so kurz nach Vertragsabschluss nun wirklich nicht gerechnet.“ Bei seinem Gespräch mit Andres am 17. Oktober erfuhr Steinbock, dass Mystica Hamelon ausgebaut werden soll. Dafür sei eine Etat-Aufstockung um 50 Prozent in Aussicht gestellt worden. Als Veranstalter von Nostalgie-Events habe er daraufhin einen Gauklermarkt auf dem Münsterkirchhof vorgeschlagen: „Zusätzlich zu dem Leistungsvolumen, zu dem ich mich schon vertraglich verpflichtet hatte.“ Von einem Grimm-Jubiläum und entsprechenden Themenschwerpunkten sei in dem Gespräch mit dem Stadtmanager keine Rede gewesen, er sei lediglich gebeten worden, seine ergänzenden Vorschläge schriftlich einzureichen. Zwar habe ihm Andres gesagt, dass auch andere Veranstalter ihre Angebote einreichen würden, aber dass das Grimm-Jubiläum inhaltlich eine wichtige Rolle spielen soll, habe er nicht gewusst.

„Die zwei anderen Angebote, die wir erhalten haben, hatten in Sachen Konzeption und Angebot – auch in Relation zum Preis – die Nase vorn“, begründete Andres gestern seine schriftliche Absage an Steinbock. „Herr Andres ist der Meinung, dass die anderen mehr zu bieten haben“, ärgert sich Steinbock, dabei seien sie „Veranstalter wie ich auch“, und er habe schließlich schon bewiesen, dass sein Mystica-Konzept in Hameln funktioniere: „Ich habe die Veranstaltung zu einer der größten in ganz Deutschland gemacht.“

Dennis Andres

Für Stadtmanager Dennis Andres ist hingegen die Zeit reif für neue Ideen und Inhaltsschwerpunkte: „Im Hinblick auf Ausrichtung, Konzeption und Preis-LeistungsVerhältnis sind die Angebote der beiden anderen Veranstalter eindeutig besser“, sagt Andres. Beide besäßen eine gute Reputation. Wer letztlich das Rennen macht, ist noch nicht entschieden: „Wir verhandeln jetzt über Details.“



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