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Mittelaltermarkt lockt mit Lagerleben und Attraktionen

Mystica Hamelon: Fahrende Gesellen erobern die Stadt

Er musste als Erster dran glauben: Stadtmanager Stefan Schlichte am Pranger. Klar, dass er schnell befreit wurde. Bei Mystica Hamelon geht’s bis Sonntagabend in der Altstadt mittelalterlich rund.

veröffentlicht am 05.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 16:41 Uhr

Fahrende Gesellen erobern Hameln: Auftakt zu Mystica Hamelon.
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Fotos: Dana

Hameln (kar). Mann, ist das aufregend! Celine Arendt (9) findet das Riesenrad klasse, das von weitem an ein Bergbaugerät erinnert: Es dreht sich handbetrieben und ist „einfach anders“, wie Celine feststellt: „Klein, aber toll, weil es so alt ist.“ Auch ihre Mutter Nadine begeistert sich für den Mittelaltermarkt, „weil er hierher passt“. Besonders schön findet sie die alten Kleider. Die sieht man seit gestern überall auf dem Pferdemarkt, rund um die Marktkirche und auf der Osterstraße: Mystica Hamelon lockt mit Rittersleut, Met und Maiden, Gauklern, Jongleuren, Feuerspuckern und altem Handwerk.

„Der historische Markt gehört in die historische Altstadt“, sagt Standmanager Stefan Schlichte bei der Eröffnung. Eine Stadt, die es in ihrer Schönheit zu erhalten gilt, pflichtet ihm Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann in Anspielung auf die Sanierung der Fußgängerzone bei: „Nach über 30 Jahren gibt es da viel zu tun.“ Symbolisch nimmt die OB vor der Hochzeitshaus-Terrasse einen Stein auf: Er soll den Beginn der Bauarbeiten signalisieren. Politiker aller Fraktionen sind Zeuge, nur die CDU-Vertreter sind demonstrativ ferngeblieben. Ihr ursprüngliches „Ja“ zur Sanierung haben die Christdemokraten in ein kategorisches „Nein“ umgewandelt und den Mittelaltermarkt zum Schauplatz eines politischen Scharmützels erkoren.

Die Schaulustigen interessiert das nicht die Bohne. Sie verfolgen neugierig das muntere Treiben der Gaukler und Musiker, die sich mit Trommeln, Trompeten, Fanfaren und Schalmeien Gehör verschaffen.

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Ein zerlumpter Bettler schlüpft durch die Menge, bittet um milde Gaben. Auch er gehört zu den fantastischen Gesellen, die bis Sonntagabend die Altstadt im Griff haben: „Na, klar“, sagt Heino Glanz, der mittelalterliche Böttcher, der sein Lager vor der Stadt-Galerie aufgeschlagen hat, „wir schlafen hier auch.“ Nicht nur die Händler der alten Zünfte, auch die Roten Adler und Virtus Vincit kampieren vor Ort, zeigen hautnah, wie’s damals war.

Der Pranger gehört dazu, jener hölzerne Schandpfahl, an dem Missetäter öffentlich vorgeführt wurden. Er steht auf der Hochzeitshaus-Terrasse – und der erste, der dran glauben muss, ist Stadtmanager Stefan Schlichte. Versteht sich, dass er schnell befreit wird, ist die Anklage, dass er Unruhe auf den Markt bringe, doch scherzhaft gemeint. Denn brummen soll’s bei Mystica Hamelon – dafür legen sich die fahrenden Gesellen ins Zeug: mit Musik, Feuerkunst, Jonglagen, Schaukämpfen, Schauspielereien und allerlei Schabernack. Und wenn den Besucher unvermittelt eine Eule oder ein Kauz aus großen Augen anstarrt – dann kann man sicher sein, auch die sind echt: Sie gehören zur Falknerei, die mit Vorführungen unterhält. Fast rund um die Uhr herrscht bis Sonntagabend auf diesem Markt reges Treiben – zum Anschauen, Mitmachen, Staunen und Fragen.

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