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„Hamelner Tafel“ feiert zehnjähriges Bestehen / Arbeit war nicht immer leicht

Mut hat Ehrenamtliche nie verlassen

Hameln (sto). Zehn Jahre „Hamelner Tafel“ – im Hinblick auf die zunehmende Armut der Bevölkerung eher kein Grund zum Feiern. Aber: „Zehn Jahre Hamelner Tafel sind auch zehn Jahre ehrenamtliche Arbeit engagierter Bürger. Und das ist ein Grund zum Feiern“, begrüßte Hartmut Kahle die große Gästeschar im „Expo-Café“.

veröffentlicht am 10.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 06:41 Uhr

Die Gründer der Hamelner Tafel zusammen mit Sabine Werth (Mitte)
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Die Arbeit sei nicht immer leicht gewesen, den Mut haben die ehrenamtlich Tätigen jedoch nicht verloren. Der Vorsitzende der Hamelner Tafel betonte, es werde immer schwieriger, genügend Waren zu bekommen, der Kundenkreis jedoch nehme stetig zu. Manchmal seien die Kunden enttäuscht, weil nicht immer alles vorhanden sei, was sie gerade benötigen. In seiner Rede äußerte sich Kahle auch zu der Kritik, die gelegentlich aus der Bevölkerung und den Medien laut werde, „die Tafel mache gewissen Leuten einen schönen Tag“. So sei es gewiss nicht, die Tafel versorge die Sozialschwachen lediglich mit Lebensmitteln.

Der Personenkreis der Menschen, die sozial abrutschen, werde immer größer. „Die Arbeit der Tafel wird immer härter“, betonte Thorsten Kellner, der stellvertretende Landrat. .

Entwicklung der Tafeln ist rasant

Laut einer Untersuchung des Bundesfamilienministeriums seien knapp 2,5 Millionen Kinder in Deutschland akut von Armut bedroht. Auch in Hameln sei davon auszugehen, dass immer mehr jüngere Menschen die Leis-tungen der Tafel in Anspruch nehmen müssen. „Machen Sie weiter! Wir können auf die Hamelner Tafel nicht verzichten“, appellierte Bürgermeister Herbert Rode. Die Tafelmitarbeiter halten keine große Reden, sondern packen zu und handeln dort, wo Hilfe notwendig sei.

Sabine Werth referierte über Gegenwart und Zukunft der Tafeln. „Die Entwicklung der Tafeln in Deutschland ist so rasant, dass wir selbst erschreckt danebenstehen“, sagt die Vorsitzende der „Berliner Tafel“ und Initiatorin der Tafeln in Deutschland. Mittlerweile seien in Deutschland 584 Tafeln eingerichtet, die rund eine Millionen Menschen mit Lebensmittel versorgen. Auch die Hamelner Tafel habe eine rasante Entwicklung erfahren. „Gestartet sind wir mit 50 Kunden, mittlerweile sind es 648 Menschen, die wir wöchentlich mit insgesamt etwa vier Tonnen Lebensmitteln versorgen“, so Wolfgang Asche, ehemaliger Vorsitzender.

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