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In Afferde soll eine Gruppe für Kleinkinder entstehen – doch noch ist eine zentrale Frage ungeklärt

Muss Grundschule Platz für Krippe opfern?

Afferde (tis). Am evangelischen Kindergarten in Afferde soll eine Krippengruppe eingerichtet werden. So weit, so gut – in Afferde trifft der Plan auf breite Zustimmung. Doch die Angelegenheit hat einen Haken: Die Räumlichkeiten für die Krippe sollen möglicherweise in der Aula der direkt angrenzenden verlässlichen Grundschule entstehen. Und damit sind weder die Verantwortlichen der Grundschule noch der Ortsrat noch die Vertreter des Kindergartens einverstanden.

veröffentlicht am 02.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 10.11.2016 um 16:41 Uhr

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Der Bedarf für eine Krippengruppe für Kinder unter drei Jahren ist in Afferde vorhanden, erklärt Pastor Daniel Küchenmeister für den Träger des Kindergartens, der evangelischen Kirchengemeinde: „17 Familien würden lieber heute als morgen ihre kleinen Kinder in diese Art der Betreuung geben, und es gibt sicher noch eine Dunkelziffer.“ Andreas Breitkopf, Fachbereichsleiter Bildung, Jugend und Kultur bei der Stadt Hameln, berichtete, dass die Stadt nicht zuletzt wegen gesetzlicher Vorgaben plant, in Afferde eine Krippengruppe mit 15 Plätzen zu schaffen, möglicherweise zum 1. August oder 1. Oktober. Dazu sei derzeit ein Architekt mit Entwurfsplänen beauftragt und es würden zwei Varianten verfolgt. Zum einen ein Anbau in Richtung Sportplatz und zum anderen ein Umbau der direkt angrenzenden Aula der Grundschule.

„Noch gibt es aber keine Pläne, und die Kosten sind uns nicht bekannt. Eine Machbarkeitsstudie läuft zum Umbau der Aula, nicht aber zum Anbau, da eine derartige Baumaßnahme immer möglich sei“, erklärte Andreas Breitkopf. Auch müssten ebenfalls die Aufsichtsbehörden angehört werden. Der Fachbereichsleiter machte aber klar, dass bei der derzeitigen Haushaltslage sicher die kostengünstigere Variante und damit wohl der Aula-Umbau den Vorzug bekäme.

Sowohl bei der Schulleitung als auch im Ortsrat hält man den Umbau für nicht akzeptabel. Schulleiter Uwe Wilhelms-Feuerhake erklärt: „Bei einem Umbau würde ein Viertel der Fläche wegfallen, das bedeutet große Einschränkungen für uns. Die Aula wird vielfältig genutzt, als Pausenhalle bei schlechtem Wetter oder als einzige Möglichkeit, sich mit allen Schülern und Lehrern zu Veranstaltungen zu treffen.“ Außerdem würde wohl ein Zugang verkleinert und nur noch als langer Schlauch übrig bleiben. Erschrocken zeigte sich die Elternratsvorsitzende der Schule, Claudia Grüllich, als sie von den Plänen erfuhr und sprach sich vehement gegen einen Umbau aus: „Die Aula wird für Veranstaltungen und Pausen viel genutzt. Eine Verkleinerung geht gar nicht.“ Hier müsse an die Kinder gedacht werden. Für die SPD im Afferder Ortsrat spricht Reno Claus sogar von einer „Vergewaltigung“ der Aula. Seine Fraktion plädiere für den Anbau, der in die Zukunft gedacht die besseren Möglichkeiten für eine Erweiterung bei einer möglichen weiteren Krippengruppe biete. Und zudem: laute Schulkinder in den Pausen auf der einen Seite und ruhebedürftige Krippenkinder auf der anderen – da seien Konflikte vorauszusehen. Hans-Wilhelm Lichte merkt für die CDU an, dass die Aula auch von Afferder Vereinen für Veranstaltungen genutzt werde. Lichte sieht deshalb bei einer Verkleinerung der Aula das kulturelle Leben beeinträchtigt. Als Architekt hält auch er den Anbau für die sauberere Lösung, zudem kenne er aus eigenen Erfahrungen die Probleme, die bei Eingriffen in bestehende Baukörper auftreten können.

Selbst Pastor Küchenmeister erklärt für das Team des Kindergartens, dass man einem Anbau positiver gegenüberstände. Er regt einen Runden Tisch und Mitspracherecht an, um zu einer Lösung zu kommen. Auch sollten die Pläne ohne Zeitdruck geprüft werden. Am Donnerstag, 18. März, will sich der Ortsrat in einer Sondersitzung mit den Plänen näher beschäftigen. Vorausgesetzt, so Andreas Breitkopf, sie liegen bis dahin vor und die Aufsichtsbehörden haben Stellung genommen.

Bleibt die Grundschulaula in ihrer jetzigen Größe erhalten? In Afferde wird diskutiert, hier Räume für eine Krippengruppe einzurichten.

Foto: Wal

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