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Benefizkonzert für Taifunopfer im Lalu erzielt Rekordsumme

Musik als Hilfspaket

Hameln. Überwältigt und froh für die betroffenen Menschen – so lautet das Fazit von Susanne Treptow und Ulrich Behmann von der Hilfsorganisation Interhelp. Sie konnten am Ende eines langen Abends mit Musik verschiedenster Stilrichtungen rund 7000 Euro verbuchen – für die Hilfe im Katastrophengebiet der Philippinen, das am 8. November vom Taifun Haiyan heimgesucht wurde. Das gesamte Geld komme ohne Abstriche bei den Opfern an, versprachen die Verantwortlichen. Reinhold Klostermann, der als einer der ersten ausländischen Helfer vor Ort war, berichtete nicht allein von der ersten Zeit der Soforthilfe unter schwierigsten Bedingungen, sondern verwies auf die drohenden Auswirkungen, wie beispielsweise eine Hungersnot durch Ernteausfälle und eine fehlende Infrastruktur. „Es wird immer noch viel Hilfe erforderlich sein, um diesen armen Menschen dort das Überleben zu sichern. Doch in keinem Land, in dem wir bisher halfen, sind wir mit so viel Offenheit der Menschen und Unterstützung seitens der Behörden empfangen worden wie auf den Philippinen. Auch die USA haben unsere Hilfe durch Flüge in entlegene Gebiete unterstützt“, sagte Behmann. Aktuell ist der Hamelner Andreas Engelhardt im Katastrophengebiet aktiv und bringt mit viel eigenem Engagement Nahrung in entlegene Gebiete.“

veröffentlicht am 06.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 13:21 Uhr

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Autor:

VON PETER HÖXTER
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Tom Freitag, Hauptinitiator dieses Benefiz-Konzerts, war überwältigt von der breiten Unterstützung der Hamelner Musikszene, zu der auch noch überregionale Künstler stießen. So begann der Abend mit den Klängen von Eric Clapton: mit dem sanften „Tears in heaven“ sowie dem kräftigen Blues „Hootchie Coochie Man“, interpretiert von Tom Freitag und seiner Band Claptonmania. Unterstützt wurden sie von Thomas Schierschke und Lena Brutscheck, die auch mit einem Solostück am Piano die Zuhörer fesselte. Der Hamelner Musiker Ralph Maten erzeugte mit seiner klanglich auf das Wesentliche konzentrierten Version von „Mad World“ eine Konzertsaal-Atmosphäre. Er begeisterte gemeinsam mit der Kölner Künstlerin Dia auch mit eigenen Stücken wie „Mission Hymn“ das Publikum. Ganz andere Klänge, jenseits des Main-Stream, kamen von der Hamelner Band Tone Fish: Mit ungewohnt erdigen, kehligen und teils mehrstimmig vorgetragenen Klängen, untermalt von Steel Flute und Snare wie bei „As wise as a serpant“, konnte sie die Zuhörer für sich gewinnen.

Eine Umbaupause nutzte der Hamelner Ratsherr Gerd Paschwitz (CDU) für die Versteigerung eines Hannover-96-Fußballes mit allen Spieler-Unterschriften des 2:0 gewonnenen Frankfurt Spiels. Damit bereicherte er den Spendentopf des Abends um 232 Euro. Überhaupt waren die Gäste in Geberlaune: Während des Konzerts kamen Einzelspenden von Dr. Jobst-Walter Dietz (1000 Euro) und Norbert Zawidzki (500 Euro) hinzu. Als Überraschungsgast machte der Hip-Hop-Künstler Martin Rietsch von „2schneidig“ mit Teilen seiner Band Station in Hameln: „Das Anliegen dieses Abends ist mir sehr wichtig, denn ich habe 2005 selber auf den Philippinen Kinder im Müll nach Essen suchen sehen und seitdem unterstütze ich dort Projekte für Straßenkinder.“ Mit Songs wie „Rettungsboot“ oder „Zeig mir das Licht“ fing er die Zuhörer ein und mit dem Satz „Wir machen jetzt mal eine Turnstunde“ animierte er das Publikum sogar zum Klatschen und Grooven.

Auch eine Gruppe philippinischer Frauen war im Publikum. Sie hielt es angesichts von so viel Unterstützung nicht am Platz. Spontan bedankten sie sich im Namen ihrer Landsleute bei allen Spendern, Musikern und Helfern der Veranstaltung. „Ihr seid großartig“ – dieser Satz beschrieb nicht allein Dankbarkeit, sondern spiegelte den ganzen Abend wider. Auch die Abschlussband Navigation System machte bei dem Attribut „großartig“ keine Ausnahme: einfühlsame Reggaemusik, Congas und Stimmen, die unter die Haut gehen. Und dazu noch eine Songauswahl, die genau auf den Punkt traf: Reggae mit deutschen Texten ist eben nicht alltäglich. Und noch einmal musste das Publikum ran. „Und wir tanzen, tanzen, tanzen“ war nicht nur Refrain zum Mitsingen, sondern auch Aufforderung zum Hüftschwung. Und dieser Schwung wurde beibehalten, bis alle Musiker gemeinsam auf der Bühne Bob Marleys „One Love“ mit der für diesen Anlass kaum besser vorstellbaren Passage „Let’s get together“ sangen.

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  • Hip-Hop-Künstler Martin Rietsch steht voll hinter der Hilfsaktion.

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