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Erstmals Statement zu Gründen der Trennung von Dr. Snell / Mehrheitsgruppe will Maulkorb aufheben

Museumsvorstand stellt sich hinter Arnold

Hameln (ni/wer). Der „Fall Snell“ schlägt immer noch hohe Wellen in Hameln. Neben der Stadt als Arbeitgeber gerät vor allem Klaus Arnold als Vorsitzender des Museumsvereins ins Kreuzfeuer der Kritik. Zu Unrecht, wie die Vorstandsmitglieder Günter Raß und Dr. Gerhard Pieper meinen. Sie nehmen nicht nur Arnold gegen die Anwürfe aus den Reihen der eigenen Mitglieder in Schutz, sondern verteidigen auch die Entscheidung der Stadt, sich von Museumsleiterin Dr. Gesa Snell zu trennen. In einem Leserbrief (Seite 14) beziehen sie ausführlich Stellung.

veröffentlicht am 25.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 17:21 Uhr

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Bei aller Würdigung ihrer Verdienste um das neue Museum benennen Raß und Pieper erstmals auch Probleme in der Zusammenarbeit mit der Leiterin des Museums. Nicht nur Gespräche zwischen ihr und dem Vorstand seien häufig kontrovers verlaufen. Auch Mitarbeiter hätten sich beim Vorstand über „Unstimmigkeiten, Bedrückung und Verängstigung in der Zusammenarbeit“ mit Snell beklagt und in Sitzungen die „kühle, brüskierende Ablehnung“ miterlebt, mit der sie dem damaligen Museumspädagogen Dr. Kai Gurski begegnet sei. Gurski hatte seinen Job in Hameln wegen der Unstimmigkeiten mit Snell schon nach zehn Monaten wieder gekündigt.

Die Gründe der Stadt Hameln, Snell von ihrer Funktion als Museumsleiterin zu entbinden, wurden dem Vorstand laut Raß und Pieper „ausführlich dargelegt“ und seien nachvollziehbar. Die Öffentlichkeit über den Inhalt der vertraulichen Gespräche zu informieren, verbiete sich jedoch „aus Fürsorge für die Betroffenen“. Dass Snell für die geleistete Arbeit Wertschätzung verdient, ist für die beiden Vorstandsmitglieder unstrittig. Ihre Teamfähigkeit stellen sie allerdings infrage: „Es darf nicht sein, dass die Zusammenarbeit mit dem Teamleiter solche Spannungen und Ängste auslöst, dass gehäuft Mitarbeiter den Wunsch nach Versetzung aussprechen.“

Der Streit um die Trennung von Museumsleiterin Dr. Gesa Snell steht inzwischen auch auf der Agenda der Ratspolitik. Die Mehrheitsgruppe kritisiert das Verhalten der Stadtverwaltung und will darauf drängen, den „Maulkorb“ für Snell aufzuheben. Im Verwaltungsausschuss am 12. September werde man das Thema auf die Tagesordnung bringen, kündigt Claudio Griese an. Der CDU-Fraktionschef äußert sich „irritiert“ darüber, dass die Verwaltung in öffentlichen Äußerungen zuletzt von einer schnellen Wiederbesetzung der Museumsleiter-Stelle sowie der Nicht-Wiederbesetzung mit Gesa Snell gesprochen hat. Gegenüber der Dewezet hatte Dezernentin Gaby Willamowius am Montag wörtlich erklärt: „Frau Dr. Snell ist Beamtin im Sabbatjahr, aber sie ist und bleibt von ihrer Aufgabe als Museumsleiterin entbunden – auch nach ihrer Rückkehr.“

Damit hat die Verwaltung nach Ansicht Grieses eine rote Linie überschritten. „Ich habe Zweifel, ob der Dienstherr hier richtig gehandelt hat.“ Denn damit sei zumindest in Hameln der „berufliche Sargnagel“ für die Leiterin öffentlich eingeschlagen worden.

Für Griese kann dies nur eines zur Konsequenz haben: „Jetzt muss sich auch Frau Snell äußern dürfen, das ist ein Gebot der Fairness.“ Im Verwaltungsausschuss will die Mehrheitsgruppe die Verwaltung auffordern, das dienstliche Redeverbot aufzuheben.

Bei der Eröffnung des Museums im November 2011 jubeln Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann, Günter Raß, Gesa Snell und Klaus Arnold noch gemeinsam. Neun Monate später ist davon nicht mehr viel übrig.

Foto: Dana



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