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Museumsleiter: „Ein echter Glücksgriff“

Museum Hameln präsentiert Rattenfänger-Schrank

HAMELN. Seit einer Woche steht er auf Füßen wie Löwenpranken im Kaminzimmer des Hamelner Museums: Der massive Eichenschrank mit Schnitzereien zur Rattenfängersage ist die neueste Anschaffung von Museumsleiter Stefan Daberkow.

veröffentlicht am 07.04.2017 um 14:59 Uhr

Eines der Relieffelder erinnert an eine bekannte Rattenfängerdarstellung von Oskar Herrfurth. Foto: Wal
Michael Zimmermann

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Auf dessen Türen werden der Rattenfänger vor dem Hamelner Rat bei Mondschein mit den Ratten und schließlich der Auszug der Kinder am Tage dargestellt. Im unteren Bereich befindet sich ein ungewöhnliches Wappen, dass sich von der überbordenden Ornamentik des restlichen Schrankes abhebt.

„Dieses Objekt ist für uns ein echter Glückgriff“, sagt Daberkow. Auf einer Auktionsplattform im Internet hat er das gute Stück entdeckt, eine Frau in Wuppertal hatte ihn vor ein paar Jahren bei einer Betriebsauflösung gekauft. Der Kauf des Schrankes, laut Daberkow für „einen niedrigen vierstelligen Betrag“, wurde mit Mitteln der Dr. Gerhard-Pieper-Stiftung finanziert, die unter anderem den Ankauf von historischen Objekten für das Museum fördert.

An der Rückseite des Schrankes befindet sich ein Frachtaufkleber, der Hinweise auf die Herkunft gibt: Demnach wurde der Schrank von einem „Ernst Wildhagen, Hameln, Bäckerstraße 59“ nach Vohwinkel geschickt. Gerhard Pieper, der die Bibliothek des Museumsvereins leitet, forschte daraufhin in alten Adressbüchern nach, und fand unter dem Namen Wildhagen einen Eintrag von 1925. Dieser sei Kaufmann und Inhaber der Tischlerei Fasterling gewesen. Danach verliert sich seine Spur. „Vermutlich hat Wildhagen die Tischlerei nach dem Tod Fasterlings übernommen und das Inventar verkauft“, sagt Pieper.

Der Auszug der Kinder aus Hameln unter der Mittagssonne. Foto: Wal
  • Der Auszug der Kinder aus Hameln unter der Mittagssonne. Foto: Wal
Der Rattenfänger vor dem Hamelner Rat. Foto: Wal
  • Der Rattenfänger vor dem Hamelner Rat. Foto: Wal
Dr. Gerhard Pieper und Museumsleiter Stefan Daberkow begutachten das neue Ausstellungsstück. Foto: Wal
  • Dr. Gerhard Pieper und Museumsleiter Stefan Daberkow begutachten das neue Ausstellungsstück. Foto: Wal

Der Name Fasterling ist in Hameln kein Unbekannter: Vom Bildhauer Friedrich Fasterling stammten unter anderem die Gedenkplatte am Heise-Denkmal in der Redenallee und die Tafel in der Klütgrotte, vor allem aber der nicht mehr erhaltene Rattenfängerbrunnen am Thiewall nach dem Rattenfänger-Gedicht von Julius Wolff. Hunold und Gertrud aus dem Wolff-Gedicht zieren auch die Mittelstücke des Schrankes. Das Stück könnte also ein frühes Werk von Fasterling sein, dessen Vater Tischler war, vermuten Pieper und Daberkow.

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