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Müllverbrennung ist eine saubere Angelegenheit

veröffentlicht am 03.08.2011 um 20:12 Uhr
aktualisiert am 05.12.2017 um 14:35 Uhr

Müllverbrennung

Von Maja Jelkmann
Hameln. „Kraft-Wärme-Kopplung“, „Bunkermanagement“ oder „Schachtgeometrie“ sind Begriffe, die Matthias Barkowski, Betriebsingenieur für Elektro- und Leittechnik bei der Enertec Hameln GmbH, locker über die Lippen gehen. Er spricht über thermische Abfallbehandlung, Biomasseverstromung und Fernwärmeerzeugung wie andere über das Wetter. Der Mann hat Ahnung, das merkt man sofort.

Gemeinsam mit seiner Kollegin Ulrike Bollrath, Verantwortliche für die Unternehmenskommunikation der Enertec Hameln, führt er die 20 Sommerabenteurer nach einer theoretischen Einführung über das große Gelände und durch die Betriebshallen des Unternehmens. Seit 2005 ist die Mülldeponierung eingestellt, Restabfälle werden seither verbrannt. Und das ist gar nicht einmal so schlecht, wie die Teilnehmer bei der Führung erfahren. Denn dieser Prozess setzt Energien frei, die zur Wärme- und Stromgewinnung genutzt werden. Zur Veranschaulichung: Die Energie aus einer Tonne Abfall entspricht etwa 300 Litern Heizöl.

Zuerst führt Barkowski die Gruppe in Richtung Müllbunker. Just in dem Moment fährt ein Lkw rückwärts vor, öffnet die Ladeklappe und schüttet bergeweise Abfall aus. Im Müllbunker gelandet greifen zwei riesige Greifzangen nach der Masse. „Die Zangen werden von zwei Mitarbeitern per Joystick ferngesteuert“, erklärt Barkowski. „Sie sollen den Müll durchmischen – um einen homogenen Heizwert bei der Verbrennung sicherzustellen.“ So vermengt fällt der Müll durch einen großen Trichterschacht auf einen Laufrost. Dort trocknet der Müll und wird entzündet, brennt bei 1000 Grad Celsius und kühlt anschließend ab. „Je Stunde laufen etwa 18 Tonnen Müll durchs Feuer“, erklärt Bollrath. Die dabei frei werdende Wärme wird genutzt, um Wasserdampf für Fernwärme zu produzieren, beziehungsweise um Generatoren zur Stromerzeugung zu betreiben. Doch damit sei es noch nicht getan, erläutert Barkowski. Durch unterschiedliche chemische Prozesse werden die unverwüstbaren Abfallreste (Schlacke) aufbereitet und die freigesetzten Rauchgase gereinigt. Alle lauschen gespannt – die meisten hatten vermutlich zum letzten Mal in der Schule Chemieunterricht.

„Auf den ersten Blick simpel“, finden viele. Schließlich werde der Müll nicht einmal vorsortiert, sondern lande direkt im Feuer. Andererseits doch hoch kompliziert. Denn nicht nur Chemie spielt eine große Rolle, sondern auch Technik. Das beweist der Leitstand, den die Besucher als Letztes betreten dürfen. Mehrere Mitarbeiter sitzen vor unzähligen Bildschirmen mit komplexen Grafiken und Tabellen. Rund um die Uhr, in drei Schichten, wachen die Männer über die Anlage und steuern die Abläufe. Nichts wird dem Zufall überlassen, alles ist genau geregelt für eine maximale Energiegewinnung, optimale Anlagenauslastung und minimale Emissionswerte. Hier wirft man ein Auge auf das, was im Inneren passiert. Das spiegelt auch das Äußere wider: Die Anlage ist rundum sauber. Schon erstaunlich für eine Firma, bei der sich alles um Müll dreht…



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