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Innotec sortiert nach und finanziert sich durch Kostenersparnis / Kreisabfallwirtschaft skeptisch

Müll trennen, aber richtig – Privatfirma hilft

Hameln. Es gibt viele Wege, die laufenden Kosten einer Wohnung oder eines Hauses gering zu halten: Sparsam mit Wasser umgehen, Heizung nicht zu stark aufdrehen, richtig lüften und nicht unnötig Licht brennen lassen. Dass aber auch Mülltrennung dazu beitragen kann, Nebenkosten einzusparen, ist für viele neu. Die Firma Innotec hat sich aber genau darauf spezialisiert. Sie berät bundesweit in Sachen Mülltrennung, kontrolliert und sortiert Abfalltonnen, reinigt Müllplätze und zeigt dabei Einsparmöglichkeiten auf. Rund 670 000 Haushalte in ganz Deutschland nutzen die Dienstleistung der Kieler Firma bereits.

veröffentlicht am 19.01.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 04:21 Uhr

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Autor:

Jennifer Bremer
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Seit zwei Jahren ist die Innotec auch in Hameln tätig und sorgt bei knapp 3000 Bürgern der Rattenfängerstadt für saubere Müllplätze und richtig sortierte Behälter. Die Hamelner Wohnungsgenossenschaft (WGH) nimmt die Beratung seit Anfang des Jahres in Anspruch. Heinz Brockmann, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft: „Wir hoffen, dass die Betriebskosten unserer Mietshäuser durch die Beratung um mindestens 30 bis 35 Prozent reduziert werden.“ Gerade in den letzten Jahren seien die öffentlichen Gebühren im Bereich der Immobilien stetig gestiegen, sodass es höchste Zeit sei, dagegenzuhalten, fügt er hinzu.

„Wer im Supermarkt Lebensmittel in Tetrapaks kauft, zahlt an der Kasse allein acht Cent für die Entsorgung“, weiß Anja Klomann, Pressesprecherin der Innotec. „Wenn dieser Tetrapak dann fälschlicherweise in den Restmüll gelangt, zahlen die Verbraucher noch einmal oben drauf – in Form von Müllgebühren nämlich.“ Und genau das gelte es zu vermeiden, sagt sie. Das Mittel dazu sei in erster Linie Aufklärung der Bürger in Sachen Mülltrennung. Ein Baustein der Arbeit sei deswegen die ausführliche Beratung der einzelnen Haushalte: „Unsere Mieter haben von der Innotec umfangreiches Infomaterial erhalten“, berichtet der Vorstandsvorsitzende der WGH über den ersten Arbeitsschritt der Firma. Mindestens dreisprachig sei dieses abgedruckt.

Doch die Pressesprecherin weiß: „Auch bei umfassender Beratung können wir nicht jeden Haushalt erreichen und zu einer besseren Mülltrennung motivieren.“ Deshalb werden drei- bis fünfmal in der Woche alle Müllplätze angefahren und kontrolliert. „Unsere Mitarbeiter schauen dann die einzelnen Mülltonnen durch, entfernen gegebenenfalls sperrige Wertstoffe aus dem Restmüll und sortieren gerade die Wertstoffbehälter nach“, so Klomann. Ziel sei es, das Restmüllvolumen um zrika 25 Prozent zu verringern, das Wertstoffvolumen hingegen um 30 bis 40 Prozent zu vergrößern. Denn genau an dieser Stelle würden sich Einsparmöglichkeiten zeigen: „Wer weniger Restmüll hat, kann kleinere Tonnen benutzen und spart so Gebühren“, sagt Klomann.

Dass die Arbeit ihrer Abfallberater Erfolg zeigt, ist für die Innotec besonders wichtig: „Unsere Dienstleistung finanziert sich allein über eine Beteiligung an den erzielten Gebühreneinsparungen“, berichtet die Pressesprecherin. Wie hoch diese Beteiligung ist, will sie allerdings nicht sagen. Doch sie stellt klar: „Der WGH und ihren Mitgliedern entstehen durch unsere Arbeit keine zusätzlichen Kosten.“

Das Gegenteil sei der Fall, bestätigt auch WGH-Vorsitzender Brockmann: „Einen Teil der Kostenersparnis geben wir an die Innotec für ihre Dienstleistung weiter, der andere Teil wird auf unsere Mieter umgelegt.“ Bei rund 800 WGH-Mietern, die zurzeit durch Innotec betreut werden, bedeute das eine Kostenersparnis von rund 40 Euro Müllkosten pro Jahr und Wohneinheit, sagt er.

Die Hamelner Kreisabfallwirtschaft kann sich laut eigener Aussage nicht zur Qualität der Arbeit der Firma Innotec äußern, gibt jedoch zu bedenken: „Da eine Sortierung von Abfällen auf den Grundstücken erfolgt, stellt sich die Frage, ob dabei Hygiene, Arbeitsschutz und möglicherweise auch die Privatsphäre der Bewohner genügend berücksichtigt werden.“ Denn bei der Vorsortierung könne man gegebenenfalls Rückschlüsse auf die Lebensgewohnheiten der angeschlossenen Haushalte und ihre Bewohner nicht ausschließen.

Tetrapaks und Verpackungen aus Kunststoff gehören nicht in den Restmüll – das ist nicht nur umweltschädlich, sondern treibt auch die Abfallgebühren unnötig in die Höhe. Wer seinen Abfall richtig trennt, kann oft kleinere Tonnen bestellen und auf diese Weise seine Müllgebühren senken.

Foto: Wal



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