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Verwahrlostes Grundstück zieht Ratten an / Behörden sind die Hände gebunden – Anwohner empört

Müll in der Wehler Marsch stapelt sich wieder

Hameln (roh). Es ist vier Monate her, dass Stadtverwaltung, Landkreis und Müllwerker Anfang Februar in einer gemeinsamen Aktion dem Müll auf einem Grundstück an der Wehler Marsch zu Leibe rückten (wir berichteten). Jetzt sieht es auf dem Grundstück wieder aus wie zuvor: wie auf einer Müllhalde. „Der rote Koffer stand gestern noch nicht da“, sagt ein Passant, der – so erzählt er – jeden Morgen mit seinem Hund eine Runde dreht und dabei an dem bewussten Grundstück vorbeikommt. „Meinen Hund führe ich immer auf die andere Straßenseite. Wer weiß, was da alles herausläuft“, sagt der Mann und ist sich mit den Anwohnern einig: „Da muss doch mal was passieren.“

veröffentlicht am 02.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 11.11.2016 um 19:41 Uhr

Erst im Februar wurde aufgeräumt, jetzt gleicht das Grundstück a
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Ratten bevölkern das Grundstück

Bei der Stadt indes ist man machtlos, wie Pressesprecher Thomas Wahmes einräumt. „Wir können immer nur dann eingreifen, wenn von dem Müll eine Gefahr für die Allgemeinheit ausgeht, zum Beispiel bei Rattenbefall.“

Genau diese Tiere seien mittlerweile Stammgäste in der Wehler Marsch, behaupten die Anwohner, deren Katzen die gefährlichen Nager gleich reihenweise auf die angrenzenden Grundstücke brächten. „Ich kann doch meine Katze nicht einsperren“, sagt eine frustrierte Anwohnerin, die sich mehrfach im Rathaus beschwert hat. Zwar werden regelmäßig Köder ausgelegt, aber auf das Grundstück kommt der städtische Rattenfänger wohl nicht, wie die Anwohner beobachtet haben. Privater Besitz, so der Stadtsprecher, stehe unter besonderen Schutz. Deswegen seien der Stadt die Hände gebunden. Der Eigentümer des Grundstücks, der Vater des Bewohners, steht unter Betreuung. „Die Aufräumaktion im Februar hat die Betreuerin bezahlt, sodass die 1000 Euro nicht dem Steuerzahler zulasten fallen“, sagt Wahmes und fügt hinzu: „Wir hoffen, dass der Sozialpsychiatrische Dienst des Landkreises Wege findet, auf den Bewohner einzuwirken und ihm zu helfen. Wir haben den Landkreis gebeten, entsprechende Schritte einzuleiten. Aus unserer Sicht muss hier dringend gehandelt werden.“

Bei der Landkreisverwaltung allerdings sieht man derzeit keinen akuten weiteren Handlungsbedarf. Die zuständige Fachdienstleiterin Antje Stoppel-Brandes erklärt: „Unsere Mitarbeiter haben das Grundstück mehrfach in Augenschein genommen und den Bewohner auf die Gefahren hingewiesen. Ich war persönlich vor Ort, habe mit dem Bewohner gesprochen und versucht, ihn zu motivieren. Derzeit lehnt er aber alle unsere Hilfsangebote ab.“

Die Möglichkeiten, einen Menschen unter Betreuung zu stellen, seien begrenzt und unterlägen strengen rechtlichen Vorgaben. „Im Moment geht aus unserer Sicht weder für den Bewohner noch für die Allgemeinheit eine ausreichende Gefährdung aus.“ Das könne sich natürlich sehr kurzfristig ändern, fügt die Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie hinzu.

Den Anwohnern rund um das Grundstücks steht die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben: „Wasser holt der Bewohner sich von einem Brunnen in der Nähe, eine Mülltonne stellt er nicht vors Tor, und jetzt kommt der Sommer. Der Gestank ist bestialisch“, sagen sie. Am frühen Morgen sei es noch auszuhalten, aber je höher die Sonne steige, desto schlimmer werde die Geruchsbelästigung in der Wehler Marsch.



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