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Norbert Raabe darf wieder nach Russland

Moskau hebt Einreiseverbot auf

Hameln. Durch drei Instanzen musste er sich klagen, bis zum Obersten Gericht der Russischen Förderation nach Moskau. Doch am Ende bekam er recht: Der ehemalige Leiter der Paritäten, Norbert Raabe, darf wieder nach Russland einreisen. Er ist erfolgreich gegen die im letzten Jahr gerichtlich verhängte Einreisesperre vorgegangen. Sein Vergehen: Er habe bei seiner Reise nach Brjansk im September 2014 nicht das richtige Visum gehabt.

veröffentlicht am 13.08.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 18:41 Uhr

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Schon seit dem Mauerfall engagiert sich Norbert Raabe humanitär in Russland, arbeitet mit Vereinen und Institutionen zusammen und mag das Land. In all den Jahren ist ihm noch nichts Derartiges passiert, obwohl er bei seinen zahlreichen Besuchen schon gelernt hat, dass die russische Seele etwas anders funktioniert als die Deutsche: „Verstehen kann man Russland nicht, und auch nicht messen mit Verstand. Es hat sein eigenes Gesicht. Nur glauben kann man an das Land“, zitiert Raabe den russischen Dichter Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew. „In Russland ist alles möglich“, sagt Raabe und glaubt, dass hinter seinem Einreiseverbot ein ehemaliges Mitglied einer befreundeten Hilfsorganisation stecken könnte, das ihm eins auswischen wollte. Genau weiß er es aber nicht.

Bei seiner Reise war damals sonst alles wie üblich. Nur in diesem Jahr hatte ihm sein Reisebüro in Hannover, bei dem er jedes Jahr seinen Russlandaufenthalt bucht, ein ganzjährig gültiges Visum für „geschäftliche Aktivitäten“ besorgt. Er hätte aber eines für „humanitäre Aktivitäten“ benötigt, sagte man ihm bei seiner Verhaftung in Brjansk. „Ob nun als Tourist, geschäftlich oder humanitär, was auf dem Visum in Russisch genau draufsteht, das hat mich nie interessiert“, meint Raabe.

Gegen das Urteil aus dem Schnellverfahren vor dem Gericht in Brjansk legte er mithilfe eines russischen Anwalts Einspruch ein. Den Juristen hatte er zufällig einige Zeit zuvor in Hameln kennengelernt. Schamil Sejanalow ist Sprecher der Rechtsanwälte in Brjansk und sah in dem Urteil einen Fehler, gegen den es ihn reizte, anzugehen, berichtet Raabe.

Der eingelegte Widerspruch wurde zunächst abgewiesen, ein erneuter Widerspruch bei der nächsthöheren Instanz dann wieder, bis schließlich das höchste Gericht mit einem Urteil die Einreisesperre für Norbert Raabe aufhob. „Weil sie mir nicht nachweisen können, dass ich einen Fehler gemacht habe“, begründet Raabe gegenüber unserer Zeitung.

Seine russischen Freunde freuen sich über die Aufhebung. Noch während des Prozesses hätten die befreundete Chefin einer Malschule, der Klinikchef eines Kinderkrankenhauses und die Leiterin eines Waisenhauses einen Brief an das russische Gericht verfasst, um Norbert Raabe zu unterstützen. „Dafür habe ich mich auch sehr bedankt, denn der russische Staat sieht Widerstand ungern.“

Mit dem letzten Urteil sei Raabes Gefühl, nach Russland zu reisen, nun wieder positiv. Das Vertrauen der niedersächsischen Landesstiftung der „Kinder von Tschernobyl“, für die er damals unterwegs war, bliebe allerdings gestört, schätzt Raabe. Ob er wieder nach Russland fährt, das überlegt er noch. „Aber es ist gut zu wissen, dass ich es könnte.“

von maike lina schaper



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