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Vereinsvorsitzender El Charif favorisiert diese Option / Anwalt macht Druck auf die Stadt

Moschee an der Fischbecker Landstraße?

Hameln (ni). Nachdem sich die Pläne für den Bau einer arabischen Moschee an der Wilhelm-Lampe-Straße zerschlagen haben, geht die Suche nach einem neuen Standort weiter. Sieben Alternativen für den von Omar El Charif favorisierten Platz in dem Gewerbegebiet hat die Verwaltung inzwischen aufgetan. Mit einer davon könnte sich der Vorsitzende des Vereins Al Rahman für Integration anfreunden, „wenn die Bedingungen stimmen“.

veröffentlicht am 14.03.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 19:41 Uhr

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El Charif ist vorsichtig geworden. Was er an der Wilhelm-Lampe-Straße erlebt hat, möchte er nicht noch einmal erleben: nämlich dass die Verwaltung ihm ein Grundstück für den Bau der Moschee in Aussicht gestellt hat, auf das dann zwei benachbarte Unternehmen Anspruch erhoben – zwecks Erweiterung ihrer Betriebe. Die Politik, die sich in die Grundstücksverhandlungen einschaltete, entschied nach der Devise „Gewerbe hat im Gewerbegebiet Vorrang vor jeder anderen Nutzung“ im Sinne der ansässigen Betriebe. Die islamische Gemeinde Al Rahman für Integration hatte das Nachsehen. Charif hat seine Lehre aus dieser Enttäuschung gezogen. „Bevor wir über ein neues Grundstück verhandeln“, sagt er, „möchten wir sicher sein, dass kein anderer Nachbar dieses Grundstück haben will und dass die Politik mit einem Verkauf an uns einverstanden ist.“ Nicht zuletzt müsse natürlich auch der Preis stimmen.

Wie die Politik zu den sieben Arealen steht, die sich aus Sicht der Verwaltung als Standort für ein islamisches Gotteshaus eigneten, will Stadtplaner Volker Mohr in Kürze mit den Fraktionen klären. Ende März oder Anfang April soll es dazu ein Gespräch im Rathaus geben. Neben dem ehemaligen City Kino an der Deisterstraße und dem Schützenplatz an der Klütstraße und einer Fläche im Gewerbegebiet von Afferde und einer anderen im Hottenbergsfeld wird es dabei unter anderem auch um eine Immobilie an der Hunoldstraße und ein städtisches Grundstück an der Fischbecker Landstraße gehen. Hat die Politik ihre „Auswahl“ getroffen, will Mohr wieder Kontakt zu El Charif aufnehmen und ihn über die aus Sicht der Stadt geeigneten Moschee-Standorte informieren.

Afferde, das als Neonazi-Treff in Verruf geratene Objekt an der Deisterstraße und der Schützenplatz sind für El Charif genau so „inakzeptabel“ wie das Hottenbergsfeld. Das Areal an der Fischbecker Landstraße dagegen „wäre eine Möglichkeit“, sagt der Al Rahman-Vorsitzende. Auf dem freien Grundstück könnte der Verein vielleicht sogar genau die Moschee errichten, wie sie als Entwurf bereits auf Papier existiert und seinerzeit eigens für die Fläche an der Wilhelm-Lampe-Straße von einem Architekten entworfen wurde.

Der von El Charif mit der Wahrnehmung der Vereinsinteressen beauftragte Hamelner Anwalt Wolfgang Koch macht derweil Druck auf die Stadt. Sollte es in Sachen Moschee-Bau zu keiner für seinen Mandanten akzeptablen Lösung kommen, werde er prüfen, „inwieweit sich die Stadt nicht schadenersatzpflichtig gemacht hat“. Schließlich habe der Verein im Vertrauen darauf, dass der schon vorbereitete Kaufvertrag für das Areal an der Wilhelm-Lampe-Straße auch tatsächlich zustande kommt, 55 000 Euro an Planungskosten aufgewendet. Nur wenn die Moschee nach den vorhandenen Plänen auch gebaut werden könne, sei diese Investition kein verlorenes Geld, so Koch.

Dieser Entwurf ließe sich an der Fischbecker Landstraße vielleicht verwirklichen, heißt es vonseiten des Vereins Al Rahman.



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