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Prozess um Gewalttat in Afferde / Täter tötet Ehefrau und verletzt Ersthelfer lebensgefährlich

„Mord aus Eifersucht“

Afferde/Hannover. Der gewaltsame Tod der zweifachen Mutter Christine A. (45) hat im August vergangenen Jahres in Hameln Trauer und Fassungslosigkeit ausgelöst, aber auch viele Fragen aufgeworfen. Die Staatsanwaltschaft in Hannover glaubt, Antworten gefunden zu haben – als Motiv werden „niedrige Beweggründe“ angenommen. Deshalb hat die Behörde den seinerzeit verhafteten Ehemann Erdan A. wegen Mordes angeklagt. Der 42-Jährige, der in Hameln geboren wurde, muss sich seit gestern auch für eine zweite Gewalttat, die juristisch als versuchter Mord gewertet wird und mit der ersten im Zusammenhang steht, vor dem Schwurgericht in Hannover verantworten: Einem couragiert zu Hilfe eilenden Hamelner soll Erdan A. ein Messer in den Bauch gestoßen haben, um den Mord an seiner Frau vollenden zu können.

veröffentlicht am 28.01.2015 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:41 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Ersthelfer Hans-Jürgen S. (61) war an diesem Sonntag, als er eingriff, um Leben zu retten, dem Tod sehr nahe. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft schwebte das Opfer in akuter Lebensgefahr. Die Klinge habe die große Bauchvene verletzt und die Leber gleich zweifach perforiert, hieß es.

Erdan A. droht lebenslange Haft. Kurz nach 9 Uhr wurde die Anklageschrift verlesen. Darin enthalten sind grausige Details eines Beziehungsdramas, das am 3. August um 12.45 Uhr auf offener Straße eskaliert ist. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der gelernte Dreher „aus Eifersucht und zur Demonstration seines uneingeschränkten Besitzrechts an seiner Ehefrau“ gehandelt hat.

Nach der Tat hatte sich Erdan A. offenbar selbst schwer verletzt. Es heißt, er habe sich ein Messer in den Bauch gerammt. Die 13. Große Strafkammer unter Vorsitz von Richter Wolfgang Rosenbusch hat zwei Sachverständige um Gutachten gebeten. Ein Rechtsmediziner wird die Verletzungen beschreiben, ein Psychiater soll etwas zur möglichen „affektiven Erregung des Angeklagten während der Tat“ sagen. Gestern wurden erste Zeugen vernommen. Es sieht so aus, als habe Erdan A. die Trennung von seiner Frau nicht verkraftet. Im Juni sei Christine A. mit den beiden Söhnen (15, 17) in ein Haus an der Hamelner Straße gezogen, heißt es. Dort, in der Hofeinfahrt, soll ihr Erdan A. ein paar Wochen später aufgelauert haben. Mehrfach, so Staatsanwalt Dr. Karim René, soll er auf die Erzieherin eingestochen haben. Ihr Vermieter Hans-Jürgen S. war gerade in seiner Garage. Er nahm den Holzstiel einer Axt und schlug ihn auf den Rücken des Mannes, der scheinbar wie von Sinnen war. Der mutige Zeuge hatte nur ein Ziel: Er wollte den Täter stoppen. Doch es kam anders. Erdan A. soll dem Hamelner das Messer in den Bauch gestoßen haben. Dann habe er sich den Axtstiel geschnappt und damit auf den Kopf seiner am Boden liegenden Frau geschlagen, berichtet der Staatsanwalt. Mit dem Messer soll der Angeklagte dann noch zweimal in den Hals der Hamelnerin gestochen haben, so der Ankläger in der öffentlichen Verhandlung.

Angeklagt: Erdan A. (42) mit Verteidiger Holger Kleine-Tebbe.

Heute wird der Prozess fortgesetzt. Die Kammer will fünf weitere Zeugen befragen. Am 6. Februar wird Richter Rosenbusch das Urteil verkünden.



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