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Mehrheit hält Meiler für sicher

Montagsfrage: Stimmungswandel beim Atomstrom

HAMELN-PYRMONT. Nach der Katastrophe in Fukushima schien die Lage eindeutig: 2011 einigte sich die schwarz-gelbe Koalition mit großer Mehrheit auf den Atomausstieg bis 2022. Nach einer repräsentativen Umfrage waren nur 18 Prozent der Deutschen dafür, AKW länger zu betreiben. Knapp zehn Jahre scheint die Stimmung zu kippen.

veröffentlicht am 03.01.2022 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 03.01.2022 um 20:20 Uhr

03. Januar 2022 17:00 Uhr

Dorothee Balzereit
Reporterin / ViaSaga zur Autorenseite

HAMELN-PYRMONT. Nach der Katastrophe in Fukushima schien die Lage eindeutig: 2011 einigte sich die schwarz-gelbe Koalition mit großer Mehrheit auf den Atomausstieg bis 2022. Nach einer repräsentativen Umfrage waren nur 18 Prozent der Deutschen dafür, AKW länger zu betreiben. Knapp zehn Jahre scheint die Stimmung zu kippen.

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Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Klimawandels wird auf europäischer Ebene versucht, die Atomenergie als nachhaltig einzustufen. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar zufolge sprachen sich 44 Prozent dafür aus, die Atommeiler zur Erreichung der Klimaziele am Netz zu lassen.

Bei unserer nicht repräsentativen Montagsfrage sind es sogar deutlich mehr: Ganze 67 Prozent finden es nicht richtig, dass das AKW Grohnde abgeschaltet wird. 31 Prozent sind weiterhin für eine Stilllegung. Bei der Frage, ob für die Befragten bei der ungelösten Frage nach einem Endlager ein Standort für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem ganzen Bundesgebiet in in der Nähe in Betracht käme, erklärten 42 Prozent, dass sie die Lagerung „vor der Haustür“ akzeptieren würden, 20 Prozent würden die Pläne sogar unterstützen, 26 protestieren, 11 Prozent sagen „weiß nicht“.

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Verglichen mit der ersten Frage, bleibt eine Differenz: So gibt es fünf Prozent, die einen Weiterbetrieb wollen, aber die Endlagerung der Abfälle nicht befürworten. Eine Erklärung könnte sein, dass sich auch Menschen an der Umfrage beteiligt haben, die nicht im Weserbergland ansässig sind. Mit insgesamt 411 Antworten von Umfrage-Teilnehmern hatte die Dewezet-Umfrage eine auffällig hohe Beteiligung – die zweithöchste seit dem Start des Newsletters.

Ganze 80 Prozent der Befragten halten laut Dewezet-Umfrage die Kernkraftwerke in Deutschland für sicher. Dass die Sicherheit zunehmend positiver eingestuft wird, belegte 2017 bereits eine Allensbach-Umfrage, nach der 41 Prozent sagen, die Maßnahmen reichen aus (2011 waren es nur 21 Prozent).

66 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Atomstrom aus Sicht des Klimaschutzes die bessere Alternative ist und weitere 63 Prozent glauben nicht daran, dass es möglich ist, Strom zu produzieren, ohne auf Kohle, Gas oder Atomstrom zurückgreifen zu müssen.

Die Tatsache, dass Einwendungen zum Rückbau wegen Corona nur online erfolgen können, findet eine hohe Anzahl von Befragten nicht gut. 47 Prozent würden Diskussionsmöglichkeiten vor Ort bevorzugen.



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