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Ex-Viva-Moderator erinnert sich für uns

Mola Adebisi lässt am Samstag als DJ die 90er aufleben

HAMELN. In den 90er Jahren startete der damals 20-jährige Mola Adebisi eine Traumkarriere beim Musiksender Viva. Er gehörte neben Heike Makatsch, Charlotte Roche und Nils Bokelberg zur Riege der hippen Jungmoderatoren. Jetzt hat er die 90er zu seinem Geschäftsmodell gemacht. Als DJ legt er die Songs von damals auf. Am Samstagabend ist er im Lalu zu Gast.

veröffentlicht am 28.11.2018 um 14:46 Uhr
aktualisiert am 28.11.2018 um 19:21 Uhr

Mola Adebisi legt am Samstag 90er-Jahre-Musik im LaLu in Hameln auf. Foto: Mirko Plha

Dorothee Balzeriet hat die Viva-Ikone interviewt und mit ihm über Musikgeschmack, Youtuber, seine Karriere und das Dschungel Camp gesprochen.


An was denken Sie als Erstes, wenn Sie an die 90er denken?
An Viva.


Sie haben dort zehn Jahre lang moderiert. Was bedeutet Ihnen diese Zeit?
Es war sehr, sehr lustig. Die 90er waren unbeschwert, ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht, die Musik das Moderieren – ich hatte zehn Jahre lang einen Traumjob, das war schon cool.


Woran erinnern Sie sich besonders gern?
An die Leichtigkeit, es war alles bunt. Ich bin zur Arbeit gegangen, hab in alle Winde gesprochen, hab dafür Geld bekommen. Und ich konnte Ideen umsetzen. Mein einziges Problem war: welche Party? Welche Hose? Welches Auto?

Und an was erinnern Sie sich nicht so gern?
Nicht alles war schön, es gab zum Beispiel ne Morddrohung. Und ich hatte sehr wenig Zeit. Man hat unterwegs viele gute Freunde verloren, weil man in einer extrem kurzlebigen, oberflächlichen Welt lebte. Eine feste Bindung war immer schwierig.


War das damals eigentlich Ihr persönlicher Musikgeschmack, was Sie bei Viva anmoderiert haben?
Null. Meine erste Platte habe ich mit 16 aufgenommen, ich war in einer Jazz-Pop-Band. Ich komme aus der Hip-Hop und Rap Ecke, und dafür wurde ich eingestellt. Aber in dem Bereich wurde ich nie tätig bei Viva. Das hat mich immer geärgert, dass ich im kommerziellen Bereich arbeiten musste. Aber Hip-Hop war bei Viva nie ein großes Thema, schon gar nicht der amerikanische.


Was hören Sie heute?
Ich höre, was ich damals gehört habe, wobei ich die 90er viel positiver sehe. Es ist lustig, dass ich heute die Musik mehr mag als damals. Ich habe die Songs schätzen gelernt. Das sind mittlerweile Evergreens. Früher war „Coco Jambo“ ne Qual für mich. Mittlerweile ist das Kult. Ich kann auch lauthals die Backstreet Boys mitsingen.


Viva war damals mega-in, heute sind es Youtuber. Wär das was für Sie?
Nein, die reden anders, die haben eine andere Dynamik. Youtube ist cool, aber wenn ich das machen würde, dann im Automobilbereich. Im Entertainmentbereich ist das eine andere Generation. Das sind ja auch keine Moderatoren, das sind Youtuber, die reden schneller, die habe ne andere Kamera- und Bildsprache. Ich finde das total cool, aber das bin ich nicht.


2014 waren Sie im Dschungelcamp, warum?
Weil die mir 100 000 Euro dafür gezahlt haben. Warum sollte man das sonst machen. Ich bin auch nicht der beste Kandidat für so ein Format, ich bin ein urbaner Mensch, das war nichts für mich, und ja, ich habe das für‘s Geld gemacht.


Worin unterscheiden sich der Mola von damals und heute?
15 Kilo mehr, sonst eigentlich nicht so viel. Der heutige Mola Adebisi wäre natürlich schlauer, einige Sachen würde ich anders machen. Ich habe vieles aus dem Bauch heraus gemacht. Heute denke ich mehr über die Dinge nach. Aber ich habe ja grundsätzlich keinen großen Bock geschossen als Jugendlicher oder Twen, ich war immer relativ vernünftig, keine Drogen, keinen Alkohol. Wenn ich auf mich als jungen Mann zurücksehe, dann denke ich, ja, ich musste das so machen. Das ist ja auch unfair: Wenn man jung ist, denkt man ja auch, das geht immer so weiter, deswegen kann man das nicht so einschätzen.


Das kann ich nachvollziehen ...
Dafür habe ich auch gut gelebt. Aber ich habe nicht übertrieben. Ich habe noch fast den Lebensstandard von früher. Meine Mutter hat mich vernünftig erzogen, hat immer gesagt ‚nicht übertreiben Mola‘. Das habe ich nie getan.


Sie sind nicht nur Moderator, Sie haben auch Betriebswirtschaft studiert. Arbeiten Sie in dem Bereich?
Ich habe eine Firma und ein, zwei Beteiligungen. Wobei ich dazu sagen muss, mein Studium hilft mir im Beruf nicht so wirklich. Das Studium habe ich eher für mich gemacht. Die Erfahrung habe ich im Beruf gesammelt. Verlagsrecht, Verwertungsrecht, Bildrecht, das alles habe ich mir so angeeignet.


War Ihnen der Abschluss wichtig?
Ja. Es ist halt cool, wenn du mit 20 Videoclips ansagst, aber mit 30 ist das nicht mehr cool. Ich wusste, dann muss ich mit dem Geld machen, was ich zwischen den Ohren habe. Heute bin ich Hybrid: Ich mache lustigerweise mit den 90ern noch immer viel Geld. Gerade wieder durch die Moderation der Veranstaltungsreihe und als 90er-Jahre-DJ. Da merke ich, dass ich gut darin bin, viel besser, als wenn ich Black Music auflege.


Waren Sie schon mal in Hameln?
Ich hatte einen Geschäftspartner in Hameln und war als Kind viel dort, weil dort die Tochter meiner Patentante wohnte. Ich bin in Uelzen geboren und in Wunstorf aufgewachsen, das ist ja gar nicht so weit. Ich glaube, dann hat der Oliver Pocher in Hameln mal in ‘nem Club aufgelegt, da waren wir auch.


Womit bekommen Sie die Leute am Samstag auf die Tanzfläche?
Ich habe keine Playlist, ich gehe in den Club, schaue mir das ein wenig an und dann fängst du an mit nem Brett. Dann gehts halt weiter. Man merkt ja schnell, wie die Leute drauf sind: Wollen die eher Partypop oder mögen sie es eher clubbiger. Das ist einfach Intuition. Das Gefühl dafür, wie man das Publikum bekommt, muss jeder DJ entwickeln. Bei mir heißt es eine Stunde Ekstase. Auch als DJ. Ich singe, ich tanze und versuche alle zum Springen und Hüpfen zu bringen. Das ist schon mehr ein Act als ein DJ-Ding.

Interview:

Dorothee Balzereit


Party: „Wir lieben die 90er“, mit Mola Adebisi, Samstag, 1. Dezember, ab 22 Uhr im Lalu, Hefehof.



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