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Morgen ist wieder ein Team aus Ärzten und anderen freiwilligen Helfern vor Ort

Mobile Sprechstunde am Kuckuck

Hameln. Zum vierten Mal in diesem Jahr wird ein Team aus Ärzten, Krankenschwestern, Rettungsassistenten und weiteren Helfern freiwillig morgen eine mehrstündige Extra-Schicht am Hamelner Problemviertel Kuckuck einlegen, um die Zuwanderer dort medizinisch zu versorgen. Der Einsatz ab 18.30 Uhr im „Kuckucksnest“, an der Straße Kuckuck, erfolgt in Abstimmung mit der Stadt Hameln und dem Landkreis Hameln-Pyrmont. Reinhold Klostermann, der die „Medical Task Force“ der Hamelner Hilfsorganisation Interhelp leitet, hatte Antworten auf unsere Fragen.

veröffentlicht am 08.12.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 20:41 Uhr

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Ist es schwierig, genügend freiwillige Helfer für diese Einsätze zu bekommen? „Nein, Gott sei Dank nicht“, sagt Reinhold Klostermann. Für den morgigen Termin haben sich schon ausreichend Helfer gemeldet – „aber für die späteren Termine brauchen wir noch Leute“. Auch hinsichtlich der Ärzte seien die Aktionen noch kein Selbstläufer geworden, „man muss fragen“, sagt Klostermann.

Es werden aber noch Medikamente benötigt – was wird gebraucht und wer kann das zur Verfügung stellen? Unter anderem werden Salben (Diclofenac, Mobilat, Fenistil) und Schmerzmittel (Ibuprofen, Tabletten und Saft für Kinder) benötigt. Spender könnten Apotheken, Arztpraxen, Kliniken sein, die zum Beispiel Probepackungen zur Verfügung stellen. Aber auch Pharmaunternehmen sind als Spender willkommen. Wenn Spezialmedikamente benötigt werden und die Patienten nicht versichert sind, übernommt Interhelp die Kosten dafür.

Welche Ärzte sind morgen dabei? Dr. Jörg Meckelburg (Notarzt und Chirurg in Bad Pyrmont), Dr. Sebastian Meyer (Gynäkologe) und Dr. Klaus-Peter Seifert (Zahnarzt und Mund-Kiefer-Gesichtschirurg) sowie Arzthelferinnen, Rettungsassistenten, Sanitätshelfer und Dolmetscher. Außerdem wird ein Kinderarzt aus dem Sana-Klinikum dabei sein. Ein Gynäkologe ist im Übrigen erstmals mit im Team. Hauptsächlich komme es auf die Kinder an, sagt Klostermann.

Wie lange dauern die Einsätze? „Zwei, drei, maximal vier Stunden“, sagt Klostermann. Bewusst wurde der Mittwochabend gewählt, weil dann die meisten Arztpraxen geschlossen sind.

Welches sind die größten Herausforderungen vor Ort? Vor allem sind das laut Klostermann die sprachlichen Schwierigkeiten, weswegen mehrere Dolmetscher dabei sein werden. Zum anderen seien die wenigsten sozialversichert. Die Behandlungskosten für sie übernimmt Interhelp. Das Wichtigste sei, mögliche ansteckende Krankheiten rechtzeitig zu erkennen. „Außer Läusen bei Kindern“ allerdings seien bislang „zum Glück“ keine dabei gewesen.

Wie erfahren die Menschen am Kuckuck, dass die Ärzte und Helfer morgen kommen? Der Treffpunkt „Kuckucksnest“ macht Aushänge und erzählt den Menschen davon.

Wie häufig sollen diese Einsätze noch stattfinden? „Es kommt auf den Bedarf an“, sagt Klostermann. Ziel sei, die Menschen in das Sozialsystem einzugliedern. „Zum Teil“, so Klostermann, suchten die Patienten hinterher auch die Arztpraxen direkt auf.

Wie teuer ist so ein Einsatz? „Es kommt darauf an, wie viel Material wir brauchen; zwischen 200 und 1000 Euro“, sagt Klostermann – nicht mitgerechnet: die freiwillig geleisteten Stunden der vielen Helfer.

Was es noch zu sagen gibt: „Es wäre schön, wenn noch Spenden zusammenkommen“, so Klostermann. Also: Interhelp; IBAN: DE97 2545 0001 0000 0332 33 BIC: NOLADE21HMS bei der Stadtsparkasse Hameln.bha

Zuletzt im Oktober waren Ärzte und zahlreiche weitere Freiwillige am Kuckuck und haben die Menschen dort untersucht. Die wenigsten von ihnen sind krankenversichert. Die Kosten für den Einsatz übernimmt die Hilfsorganisation Interhelp.

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