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Trotz klirrender Kälte großer Andrang bei der Mystica Hamelon

Mittelaltermarkt bei Minusgraden

Die Sonne strahlt vom blauen Himmel, doch sie ist noch kraft- und chancenlos gegen die klirrende Kälte. Minus vier Grad zeigt das Thermometer. Dennoch strömen Massen von Besuchern drei Tage lang zu „Mystica Hamelon“.

veröffentlicht am 04.03.2018 um 14:56 Uhr
aktualisiert am 05.03.2018 um 14:12 Uhr

Lachen und Liegestütze beim Straßentheater „maxgaudio“ aus Berlin.
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Autor

Ernst August Wolf Reporter
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HAMELN. Gerade mal zwei Parkplätze frei, so die Anzeige vom Parkhaus der Stadtgalerie am frühen Samstagnachmittag. Dem Spaß am Mittelalterspektakel tut das keinen Abbruch. Draußen und in den Geschäften herrscht Gedränge. Frostgrade? Das Quartett vom „Clan Kähulagla“ aus Fischbeck setzt ganz auf wärmende Felle. „Ein unverzichtbarer Termin, schließlich ist’s die Eröffnung unserer Lagersaison“, verkündet der Clan-Chef. Frieren brauchen seine in Fuchs-, Lamm- und Kunstfelle eingehüllte Freunde aus Lehrte nicht.

„Brrr, gefühlt mindestens 15 Grad“, jammert dagegen der mit einem eisernen Kettenhemd ausstaffierte Ritter Robin aus dem thüringischen Sonneberg. „Das speichert die Kälte, und wie.“ Sein Kollege, der Bogenschütze Torsten grinst.

Graf Hermann und sein Kreuzritter-Gefolge aus Emmerthal wärmen sich rund um ein offenes Feuer auf. „Wir stellen die Ebersteiner dar“, erklärt Michael „Graf“ Zesny. Der Freundeskreis ist kostümtechnisch auf den Spuren des vom 12. bis 14. Jahrhundert am Ith ansässigen Adelsgeschlechts.

Musik und Tanz hält warm und verbreitet gute Laune.
  • Musik und Tanz hält warm und verbreitet gute Laune.
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Mystica Hamelon 2018
Quelle: eaw

Mit einer Mischung aus Fruchtsaft und Rum will sich der aus Neuss angereiste Guido Hagen stärken. Doch der grünliche Saft in der Flasche ist zu Eis geworden.

Nicht zu frieren braucht an diesem Nachmittag Daniel, der Ofenmann. Am Stand der „Bäckerey“ wuchtet er eine Ladung frisch duftender Brote nach der anderen aus dem heißen Ofen. Er ist wohl der einzige, der sogar ins Schwitzen gerät.

Über die Oster- und Bäckerstraße weht ein verführerischer Duft nach allerlei mittelalterlichen Spezereien: Würste, Steinpilzgerichte, Pasteten und sogar ein großes „Nudelmassaker“ wird feilgehalten.

„Läuft“, sagt Vincenz Weiland knapp und bringt gleich drei Portionen Knobi-Brot an seine wartende Kundschaft. Gut 20 Mal im Jahr ist er bei Mittelaltermärkten auf Tour. „Hauptberuflich, und ja, davon kann man leben“, sagt der Dortmunder. Zusammen mit seinem Chef Andreas Reiter ist Hameln für ihn ein gelungener Jahresauftakt.

Gut 160 Aussteller, etwas weniger als im vergangenen Jahr gestalten die diesjährige „Mystica Hamelon“, so Daniela Vöste von Hameln-Marketing und Tourismus (HMT). „Wir haben beim umfangreichen Dreitage-Programm vor allem wieder auf vorführbares Handwerk gesetzt“, erklärt sie. Mitmachaktionen für Familien und Kinder, Theater, Walking Acts, spektakuläre Showeinlagen wie der alljährliche Ritterkampf vor der Rattenfängerhalle, die Feuershow und der wegen der Kälte vorgezogene „Mystic Nightwalk“ sind feste Bestandteile des Mittelaltermarktes. „Wir sind und bleiben der erste Markt der Saison“, so Vöste. Kritik, es sei noch zu früh im Jahr, will sie nicht gelten lassen. Und findet lebhafte Unterstützung bei vielen Besuchern und Darstellern wie der „Eisfee“.

„Das muss so sein“, flüstert die und beugt sich herab. „Nur so schmeckt doch das heiße Met erst richtig gut. „Stimmt“, meint auch die aus Minden in voller Gewandung herüber gekommene Familie Müller. Dick in Pelze eingepackt sehen sie zu wie der rote Tod und die schwarze Pest über den Pferdemarkt stelzen. „Herrlich gruselig, so muss es sein“, freuen sich die Müllers.

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