weather-image
Verdi will weniger Leiharbeit und verlängerten Kündigungsschutz / Am Wochenende wird pausiert

Mitarbeiter beim Ameos-Klinikum streiken

HAMELN. Streik beim Ameos-Klinikum Hameln. Seit Dienstag hatten die Mitarbeiter von Psychiatrie und Psychotherapie ihre Arbeit niedergelegt. Derzeit sind die Fronten verhärtet, einen neuen Verhandlungstermin gibt es nicht. Dennoch will die Gewerkschaft Verdi über das Wochenende eine Streikpause einlegen. „Die Besetzung ist so dünn, da kann keiner mehr fehlen“, begründet sie die Entscheidung. Es gebe zum Teil Probleme, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Patienten, die entlassen werden könnten, würden entlassen. Generell würden aber nur die „offenen“ Bereiche der Psychiatrie bestreikt – nicht geschlossene Abteilungen. Laut Michael Dieckmann, Ameos-Geschäftsführer in Hameln, sei die Behandlung aber über eine Notdienstvereinbarung gesichert. Laut Verdi soll der Streik am Montag weitergehen.

veröffentlicht am 27.05.2016 um 19:39 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

Autor:

von andrea tiedemann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Einer der Streitpunkte zwischen Konzern und Gewerkschaft betrifft die Leiharbeit. Am Standort Hameln seien über die Hälfte der Mitarbeiter Leiharbeitnehmer: von 50 Mitarbeitern seien 29 nicht bei Ameos angestellt, so Verdi-Gewerkschaftssekretärin Christine Meier. Man wolle eine Begrenzung der Leiharbeit erreichen. Dieckmann ist bei dem Thema zurückhaltend. Insgesamt gebe es nicht mehr Leiharbeiter als in anderen Unternehmen, sagt er, für den Standort Hameln sei die Zahl deshalb so hoch, weil unklar sei, wie sich das Haus entwickele – man sei ja erst seit zwei Jahren am Ort. Mit den Leiharbeitern wolle man flexibel auf Auslastungsschwankungen reagieren, auch wenn man bisher gut ausgelastet sei, so Dieckmann. Auf die Frage, inwiefern denn bei der gesundheitlichen Versorgung Auslastungsschwankungen zu befürchten seien, verweist Dieckmann auf ein Beispiel aus Osnabrück. Dort habe durch die Eröffnung eines anderen Krankenhauses der Wettbewerb zugenommen, die Belegung im Ameos-Standort sei um zehn Prozent zurückgegangen. Für die Leiharbeitnehmer wolle man einen eigenen Tarifvertrag abschließen – allerdings würden dann nicht die gleichen Bedingungen wie für die Ameos-Mitarbeiter gelten. Laut Dieckmann trenne die Verhandlungspartner auch die Frage des Kündigungsschutzes. Betriebsbedingte Kündigungen sind nur noch bis Ende des Jahres ausgeschlossen. Verdi hatte eine Verlängerung der Sicherheit für zehn Jahre gefordert – für Dieckmann undenkbar. Das solle nicht heißen, dass man auch wirklich kündige, aber „kritische wirtschaftliche Bedingungen“ könne man nicht vorhersehen. Daher komme ein Kündigungsschutz nur für die Laufzeit eines neuen Tarifvertrages infrage – ob dies nun fünf Jahre oder drei Jahre seien, müsse man sehen. Verdi hatte den bestehenden Tarifvertrag Ende April gekündigt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare