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Barrierefreie Gästeführungen in Hameln getestet / Noch fehlt es an genügend geeigneten Unterkünften

Mit verbundenen Augen auf Erkundungstour

Hameln (sto). Etwa zehn bis zwölf Prozent aller Bundesbürger sind in irgendeiner Form behindert. Der demografische Wandel lässt die Tendenz steigen, was ein Umdenken in vielen Lebensbereichen erfordert – auch im Hinblick auf Tourismus und die damit verbundenen Gästeführungen. Was muss verbessert werden, dass Städteführungen für alle Teilnehmer zu einem qualitativen, gleichberechtigten Erlebnis werden?

veröffentlicht am 16.02.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 12.11.2016 um 11:41 Uhr

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In Kooperation mit dem „Deutschen Seminar für Tourismus“ (DSFT) Berlin, hat sich die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) vergangene Woche in dem zweitägigen Seminar „Städteerlebnis für alle – Gästeführungen barrierefrei“ der Fragen rund um verbesserte Gästeführungen für mobilitätseingeschränkte, blinde, sehschwache und hörgeschädigte Urlauber angenommen.

Barrierefreie Führung

nicht überall üblich

Teilgenommen haben 17 Gästeführerinnen und Gästeführer aus dem gesamten Bundesgebiet, Johann Kreiter vom Vorstand der NatKo (Nationale Koordinationsstelle Tourismus für alle), Düsseldorf, sowie Gabriele Hartmann von dem DSFT als Seminarbetreuerin. Die Lei-tung hatte Doris Müller. „Ein Punkt auf unserer umfangreichen Tagesordnung war eine Exkursion durch die Innenstadt von Hameln mit Hinblick auf die Barrierefreiheit der Rattenfängerstadt“, so die HMT-Mitarbeiterin.

Das Besondere: Die Erkundungstour mit Doris Müller durch die Osterstraße erlebten einige Teilnehmer mit verbundenen Augen und im Rollstuhl. „Blind durch die Stadt zu gehen, ist wie Lesen in einem fremden Buch“, erklärte Augenbindenträgerin Yvonne Becker aus Kassel. Und wie haben Rollifahrer die Führung empfunden? „Das war eine ungewohnte Erfahrung auf ungewohntem Terrain. Gut, dass die Fußgängerzone so breit ist und man sich gegenseitig ausweichen kann“, sagte „Versuchsperson“ Heike Schäfer, eine Teilnehmerin aus Eisenach.

Auch Johann Kreiter, der immer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, kam gut voran in der Osterstraße. „Das Pflaster ist okay, was ich nicht von jeder Altstadt sagen kann“, betonte er. Im Vergleich zur Barrierefreiheit anderer Städte liege Hameln im mittleren Bereich, Stadtführungen betreffend sogar darüber, denn noch nicht überall werden barrierefreie Gästeführungen angeboten. Besonders lobte der NatKo-Vorsitzende das Infocenter der Rattenfängerstadt. „Schon der Eingangsbereich ist absolut behindertengerecht“, betonte Kreiter.

Von den etwa 60 Hamelner Gästeführern seien vier geschult auf barrierefreie Stadtführungen. „2004 wurde die Hamelner Touristik Information für ihre Erlebnisführungen für Touristen mit Handicap auf der Touristikmesse in Stuttgart mit der Silbermedaille ausgezeichnet“, referierte Doris Müller. Ziel sei, die Barrierefreiheit in Hameln noch weiter auszubauen. Dazu gehöre auch eine barrierefreie Unterbringung in Hotel- oder Privatzimmern. „An diesem Angebot mangelt es in unserer Stadt“, so die HMT-Mitarbeiterin. Noch immer gebe es zu wenig Zimmer mit behindertengerechter Ausstattung, sodass sich manche Gäste mit Behinderung außerhalb ein Quartier suchen müssen. „Wir von der HMT sind gern bereit, Tipps zur barrierefreien Einrichtung zu geben“, macht Doris Müller auf ein Angebot aufmerksam.

„Das ist wie Lesen in einem Buch“ – Stadtführung mit verbundenen Augen und mit Doris Müller (HMT) durch die Osterstraße. Foto: sto



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