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Todesstrafe weltweit noch nicht abgeschafft / Protestaktion vor dem Hamelner Münster

Mit Symbolkraft gegen die Unmenschlichkeit

Hameln (CK). Bitterkalt war’s, doch die, die sich gestern am Brunnen vor der Münsterkirche versammelt hatten, sorgten für ein kleines bisschen Wärme, jedenfalls in den Herzen: Auf Initiative der Gemeinschaft Sant’Egidio beteiligten sich Bürger der Stadt Hameln am internationalen Aktionstag gegen die Todesstrafe. Vor dem als Zeichen der Hoffnung grün angestrahlten Gotteshaus brachten Bürgermeister Herbert Rode und Pastor Martin Dreyer im Namen Hamelns – wie in 132 anderen deutschen Städten – ihren Protest gegen die Unmenschlichkeit der Todesstrafe zum Ausdruck, unterstützt durch Musik und Rollenspiel von Vikilu-Schülern.

veröffentlicht am 30.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 13:41 Uhr

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„Der Kampf gegen die Todesstrafe ist noch nicht gewonnen“, bedauerte Rode angesichts der Tatsache, dass zwar 141 Staaten sie abgeschafft haben, 51 aber nach wie vor an ihr festhalten. Sie sei unvereinbar mit der Würde des Menschen, grausam, ein Relikt der Vergangenheit und habe keine abschreckende Wirkung, also auch keinerlei Rechtfertigung.

„Eine zivilisierte Gesellschaft darf nicht wo weit gehen und Menschen vorsätzlich töten“, so der Bürgermeister, der Hinrichtungen eindeutig als „Mord“ klassifizierte. Die Todesstrafe gebe der Bevölkerung unmissverständlich die Botschaft, dass Töten gerechtfertigt sein könne, um Probleme zu lösen – „das schlechteste Beispiel, das man einer Gesellschaft geben kann.“

Auch Rode ist sich dessen bewusst, dass eine Protestaktion wie gestern lediglich Symbolwert haben kann – „aber steter Tropfen höhlt den Stein“. Und es gebe Fortschritte, vor allem dank Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international. „Wir dürfen nicht nachlassen“, ermunterte er die Bürger, mit dem Protest weiterzumachen.

Das Münster in einem anderen Licht: Mit Grün als Farbe der Hoffnung setzt die Stadt Hameln ein Zeichen.

Foto: Wal

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