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Nicht alle leiden unter der Witterung

Mit Schirm und Regenjacke durch den „Sommer“

Hameln (ch). Plötzlich sieht man sie überall: kleine Dicke und große Schmale, mit einem Band um die zierliche Taille gewickelt staksen sie stolz klackernd über den Boden, schwingen munter durch die Luft oder lassen sich faul durch die Gegend tragen. Wohl wissend, dass sie die heimlichen Gewinner dieses Sommers sind und kaum einer auf sie verzichten möchte – es ist Regenschirmwetter.

veröffentlicht am 17.07.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 23:21 Uhr

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Statt Sonnenschein dominiert seit Wochen der Regen das Wetter. Biergärten und Freibäder klagen über sinkende Besucherzahlen, und wer seine Ferien oder Wochenenden plant, kommt an dem Thema Wetter kaum vorbei. Doch es gibt auch Geschäfte oder Freizeitanbieter, die von dem feuchtkühlen Klima profitieren. Was „schlechtes“ Wetter ist, entscheiden ja angeblich nicht Niederschlag und Temperatur, sondern die passende oder unpassende Kleidung. Was trägt man also diesen Regen-Sommer?

Vor allem Regenjacken: wasserabweisende Funktionsjacken mit einer Gore- oder Sympatex-Membran, die atmungsaktiv sind und damit vor allem für den Sport im Regen und im Freien, also Wandern oder Fahrradfahren, sind, dünne, leichte Regencapes und sogar Öljacken hängen an den Kleiderständern. „Die sind wieder im Trend“, sagt Sabine Chachoglou, Inhaberin des Ladens „Wind und Wetter“, in dem Kleidung fürs Segeln, aber auch für andere Outdooraktivitäten angeboten wird. In den vergangenen Wochen würden mehr Jacken nachgefragt als in guten Sommermonaten, bestätigt sie. „Oft kommen zum Beispiel Radtouristen, die völlig durchgeregnet sind, die dann Jacken mit einer sogenannten hohen Wassersäule kaufen.“ Auch bei Inter Sport Kolle freut man sich über den Absatz von Regenkleidung. „Vor allem in den letzten Wochen wurden besonders viele Jacken gekauft, von Radfahrern auch wasserdichte Hosen“, sagt Inter-Sport-Mitarbeiter Rune Kirsch. Spezielle Regenkleidung für Jogger kann er nicht empfehlen. „Die Funktionskleider sind leicht wasserabweisend, aber mehr würde ich nicht empfehlen.“ Entweder man bleibt bei Regen zu Hause, oder man wird eben nass, findet auch Christian Regner vom AC-Outdoor-Center. In dem Outdoorladen sei wetterbedingt keine Veränderung am Kaufverhalten der Kunden zu spüren. Für Radfahrer empfiehlt er neben Regenhose und -jacke Überzieher für die Schuhe, um auch mit den Rädern trockenen Fußes anzukommen. Im Trend liegen auch wasserdichte Sattelschoner. Mit Punkten, Streifen, kleinen roten Erdbeeren oder anderen Mustern gibt es die Überzüge vom Krims-Krams-Geschäft bis zum Fahrradladen überall in der Stadt. So ausgestattet, kann den Radfahrern das Wetter kaum etwas anhaben.

„Wir fahren bei jedem Wetter, wir haben schließlich gebucht“, sagen Barbara Schmidt und Elisabeth Ruf. In ihre Regenjacken gehüllt, beobachten die beiden Frauen aus der Nähe von Pforzheim vor dem Hochzeitshaus das Rattenfängerspiel. Sie sind bereits mehrere Tage mit dem Fahrrad unterwegs, bis nach Cuxhaven wollen sie noch fahren – und zwar bei jedem Wetter. „Wir haben alles gegen den Regen dabei, so geht es ganz gut, auch wenn es bei Sonne natürlich schöner wäre“, sagen sie. Auch Jürgen Schneider aus Dresden ist passend angezogen, das Gepäck ist in wasserdichten Taschen verstaut. Richtigen Outdoorfans kann diese Witterung nichts anhaben.

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…fein gestreift mit einem Bild…

Positiv wirkt sich regnerische Wetter auf Freizeitangebote aus, die bei strahlendem Sonnenschein eher gemieden werden. Während Kino, Museum und Glasbläserei bei Hitze nicht so häufig besucht werden, sind sie jetzt für Touristen und Einheimische eine willkommene trockene Alternative, die Besucherzahlen steigen. Auch in den Reisebüros freut man sich über Kurzentschlossene, die dem miesen Wetter entfliehen wollen. „Gerade in den letzten Wochen hatten wir mehrere Kunden, die meinten, dass sie sonst ans Meer fahren, jetzt aber spontan ein Last-Minute-Angebot in den Süden gebucht haben“, sagt Bettina Lentge vom Altstadt-Reisebüro.

Wer nicht weg kann und auf Regenkleidung verzichtet, dem bleibt immer noch der Griff zum und an den Schirm. „Klar merkt man deutlich, dass jetzt mehr Schirme gekauft werden“, sagt Dieter Mönckemeyer, Inhaber des gleichnamigenTaschen- und Schirmgeschäfts. Klein und leicht sollen die Schirme sein, neu sei einer zum Umhängen, der zwar zusammengeschoben werden kann, ausgepackt aber groß genug für Zwei ist. Sogar umklappen könne er gefahrlos. Ein Gestell aus Fiberglas verhindert, dass die Stäbe brechen. Und falls sich die Sonne doch zeigt, schützt der Schirm auch davor – als idealer Sommerbegleiter.

Jürgen Schneider aus Dresden lässt sich seine Radwanderung durch gelegentliche Regenschauer nicht vermiesen. Das Gepäck ist gut geschützt, und kommt kurz die Sonne raus, trocknen die Funktionskleider schnell wieder.

Foto: Dana



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