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Von Profis lernen – Visagistin Malu Wilz gibt Seminar an der Elisabeth-Selbert-Schule

Mit Pinsel, Charme und Make-up

HAMELN. Auf großen Fashion-Shows ist sie fürs Make-up zuständig, wer professionell mit Kosmetik zu tun hat, kennt sie: die Visagistin Malu Wilz. Katja Dörries ist Friseurmeisterin und Fachpraxislehrerin für Kosmetologie an der Elisabeth-Selbert-Schule und hat die Aachenerin für ein viertägiges Seminar nach Hameln geholt. Mitgebracht hat sie kofferweise Make-up und ein bisschen Glamour.

veröffentlicht am 15.02.2019 um 11:57 Uhr
aktualisiert am 15.02.2019 um 18:45 Uhr

Nachher: Wenn Malu Wilz fertig ist, können sich die Modelle hinterher wie Models fühlen.
Birte Hansen

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Birte Hansen-Höche Reporterin zur Autorenseite
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„Sie ist mein Idol“, flüstert Katja Dörries, während vorne noch Vorbereitungen getroffen werden und Mäggy Arzer sich als Model bereitmacht. Das Idol heißt Malu Wilz, eine von Kopf bis Fuß gepflegte, witzige Frau, Jahrgang ’47, eine Berühmtheit in ihrer Branche. Sie selbst wirbt für sich und ihre Kosmetikschule und -marke mit Bildern von sich zusammen mit dem Choreografen Bruce Darnell oder dem Geiger David Garrett.

Das Ergebnis am Tag vier: 12 perfekt geschminkte Schülerinnen, die entweder eine Ausbildung zur Friseurin oder zur Kosmetikerin absolvieren oder schon fertig sind und trotzdem teilgenommen haben. 12 junge Frauen, die ungezählte Tipps vom Profi aufgesogen haben, die am Ende ein Zertifikat in den Händen halten und die ein dickes Lob von Malu Wilz genießen können: „So eine begabte Gruppe!“ Wenn sie vorher „Augen“ gemacht habe, sei das immer „runtergerieselt“, weil „viel zu viel genommen“, erzählt Katharina. Jetzt nicht mehr. Ipek hat an dem Seminar gefallen, dass die Teilnehmerinnen sich gegenseitig schminken konnten und so „viele verschiedene Gesichter“ ausprobieren konnten – zu Hause beim Üben halten immer nur Mama, Schwestern, Tanten und vielleicht noch Freundinnen her und still. Jennifer hat vor allem im Bereich „Camouflage“ viel mitgenommen, also deckendes Make-up, bei dem selbst auffällige Hautveränderungen zuverlässig abgedeckt werden können. Malu Wilz erzählt, dass auch Feuermale im Gesicht mit Camouflage-Technik unsichtbar werden. Und mit Krebspatienten, die ihre Gesichtsbehaarung durch Chemotherapien verloren haben, zeigt sie in Kursen, wie sie auch ohne eigene Wimpern und mit geschminkten Brauen wieder Konturen ins Gesicht zaubern können.

„Schminken ist nicht Anmalen gemeint“, betont sie und vermittelt ihren Zuhörern vor allem auch das nötige Feingefühl für die Kunden, die irgendwann einmal vor ihnen sitzen. Was soll eine 60-Jährige mit „Strobing“, dem Hervorheben von bestimmten Partien wie Wangenknochen durch Schimmer? Was bei Schülerin und Model-in-diesem-Moment Mäggy super aussieht, würde sich bei jemandem, der 40 Jahre älter ist, nur in Falten absetzen. Auch „Baken“ ist nicht für jeden vorteilhaft. Für all jene, die mit Schminktutorials im Internet nicht täglich zu tun haben: mit „Baken“ ist das (viel zu) dicke Auftragen von Puder gemeint. Die Bedürfnisse der Kundinnen ernst nehmen („nicht zu viel“) und trotzdem optisch das Beste aus ihnen herausholen, erfordert Einfühlungsvermögen.

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Zu Demozwecken hält die Hand her: Das kann Fixing-Powder – ohne verwischt der Kajal, mit bleibt er auch beim Reiben haften. Foto: BHA

Wenn Malu Wilz zurückdenkt – seit 1979 ist sie selbstständig – muss sie lachen: „Früher war Grün für grüne Augen, Blau für Blaue“ – Erinnerungen an Agnetha und Anni-Frid von Abba werden wach –, heute spielt sich auf Lidern von blauen, grünen, braunen Augen viel mehr ab. Und auf den Augenbrauen ebenfalls: stark bis noch stärker betont exakt gezogen mit perfektioniertem Schwung. Kein Härchen bleibt dem Zufall überlassen. Nun ist das Schminken eines makellosen Gesichts einer 19-Jährigen das eine und das eines faltigen das andere. Was auch Malu Wilz mit Pinseln nicht vermag: Falten entfernen. „Dann hätte ich doch auch längst keine mehr“, sagt sie und zeigt auf ihr Gesicht. Vom Griff nicht in die Farbpalette, sondern zur Spritze oder zum Skalpell hält sie nur dann etwas, wenn jemand todunglücklich ist. „Aber dass sich 20-Jährige Botox spritzen lassen…“ – kein Verständnis.

Zurück zur Farbe. Mäggy Arzer hat sich unter Malu Wilz’ Fingern inzwischen von der Sowieso-Schönheit zur Bereit-für-den-roten-Teppich-Schönheit gewandelt. Für jene, die nicht mehr um die 20 sind und nicht mit knallroten Lippen auf die Straße gehen würden, hat die Visagistin aus dem Rheinland die „Top 5“ zusammengestellt:

  • „Pflege!“ – mit Reinigungsmilch gut abschminken, Nachtpflege drauf, am Morgen Tagespflege.
  • „Immer ein Make-up!“ – mit Grundierung, lichtreflektierendes Make-up („nicht zum braun machen!“) und Puder.
  • „Hauch Rouge“
  • „Lippen“ – samt Lip-Pencil, sollte mit dem Rouge aus einer Farbfamilie kommen und farblich zur Garderobe passen.
  • „Strahlen!“ – Kopf hoch, Brust raus, strahlen, los.


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