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Hotel- und Gaststättenverband Dehoga will mit regionalen Spezialitäten Besucherwünsche erfüllen

Mit Omas Rezepten kommt Dampf in die Küche

Hameln (kar). Die Bayern haben ihre Weißwürste, die Hessen den Äppelwoi und die Bremer Kohl und Pinkel. Was aber ist typisch für die Küche des Weserberglands? Welche regionalen Erzeugnisse und Traditionen spielen hier am Herd eine Rolle und wie kann man sie gastronomisch vermarkten? Fragen, die sich der heimische Dehoga stellt, denn: „Mit lokalen Spezialitäten kann man bei Touristen punkten“, sagt Gabriele Güse. Immer wieder stellt die Dehoga-Vorsitzende beim Sichten von Hotelfragebögen fest: „Die Besucher würden sich mehr regionale Küche wünschen.“ Gut, es gibt Rattenschwänze und Rattenkiller, Weserspatzen und das Hamelner Halbdunkel, wohl auch noch weitere Gerichte und Getränke, deren Namen auf die Sage vom Pfeifer anspielen. Eine aus der Tradition erwachsene regionale Küche aber ist das nicht.

veröffentlicht am 14.11.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2016 um 16:21 Uhr

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„Was bietet das Weserbergland?“, fragen sich heimische Gastwirte. Ratlosigkeit. Schulterzucken. „Gar nicht so einfach“ – die erste Erkenntnis. Dabei liegen regionale Gerichte voll im Trend, werden von den Gästen gewünscht und stehen vor allem bei Tagestouristen ganz oben auf der Menü-Wunschliste. Eine entsprechende Marketing-Initiative ist beschlossene Sache. Wie aber an die Rezepte kommen? „Wir werden im kommenden Jahr einen Aufruf an die Bevölkerung starten mit der Bitte, Omas Rezepte von Dachboden zu holen“, sagt Gabriele Güse. Das mit dem Dachboden ist zwar nicht ganz wörtlich zu nehmen, aber: „Wir würden uns über viele traditionelle Familienrezepte freuen.“ Denn es gibt sie – Suppen, Eintöpfe, Fisch- und Fleischgerichte, deren Rezepte von Generation zu Generation weitergegeben werden: „Erbsen und Gießklöße“ ist so eine typische Hamelner Speise, die Kinder mögen, weil die Klöße süß sind, die vielleicht aber nicht jedem Touristen mundet. Für Lachs war die Weserregion früher weithin bekannt. So reich war der Fluss einst an diesen Fischen, dass für gutbürgerliche Haushalte verfügt wurde, dem Dienstpersonal nicht mehr als vier Mal in der Woche Lachs aufzutischen. Hamelns kulinarische Vergangenheit steht nicht von ungefähr noch heute für die „Lachsmeile“ Pate.

Aber mit Lachs, Aal & Co. allein lässt sich noch keine regionale Küche bestreiten. Jetzt befasst sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema: Ihr gehören heimische Gastronomen an, unterstützt wird sie von HMT-Chef Harald Wanger. Anfang 2011 will die Arbeitsgruppe zum ersten Mal tagen – und einen Rezept-Aufruf formulieren: „Nicht alles, was die Hausfrauen früher hierzulande kochten, lässt sich auf die Gastronomie übertragen“, weiß Gabriele Güse. Aber bei vielen Gerichten könnte es funktionieren. „Wir wollen diese Informationen zusammentragen und dann den gastronomischen Betrieben vorstellen, mit der Bitte, das eine oder andere Gericht in die Karte aufzunehmen“, sagt die Vorsitzende und träumt schon von einem Dehoga-Kochbuch.

Auch wenn sich vielleicht keine spezifischen Weserbergland-Rezepte auftreiben lassen – typische regionale Produkte wie Steckrüben oder Grünkohl gibt es genug. Und wer sagt denn, dass Grünkohl und Pinkel, Knipp oder Pfannenschlag nur für Bremen gelten? „Eigentlich bezieht die regionale Küche doch ganz Niedersachsen ein“, meint Gabriele Güse. Und da sitzt die heimische Dehoga-Vorsitzende ja quasi an der Quelle – schließlich wurde sie gerade erst zur Vorsitzenden des Dehoga-Bezirksverbandes Hannover gewählt.

Rezepte aus Hameln und der Weserregion will der Dehoga sammeln und als regionale Küche in der Gastronomie

vermarkten. Montage: Dana



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