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Polizeichor Hameln läutet den Advent ein / Theater Hameln bis auf den letzten Platz gefüllt

Mit Klangsinn und Raffinesse

Hameln. Es weihnachtet sehr. Und zu Beginn dieser festlichen Zeit lädt der Polizeichor Hameln nun schon zum 27. Mal zu seinen Weihnachtskonzerten im Theater Hameln ein. Er trifft auf ein anspruchsvolles, aber auch begeistertes Publikum und füllt am Nachmittag wie am Abend das Große Haus bis auf den letzten Platz. Und auch diesmal folgen die Konzerte einer langen Tradition.

veröffentlicht am 02.12.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 14:21 Uhr

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Autor:

E. W. Holländer
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Nach der Eröffnung, Beethovens Freudenhymnus aus der 9. Sinfonie in der Bearbeitung durch den bewährten Chorleiter Andranik Simonyan, begrüßt Thomas Schrell, erster Vorsitzender des Chores, etliche Gäste. Er kann das und macht es, wie immer, auf charmante Art. Dann die vertrackte Chorszene „Ha, sie naht, die Quadriga“ aus Bizets „Carmen“, da wackelt es noch etwas. Aber schon präsentiert man den ersten Höhepunkt: die Mezzosopranistin Luisa Islam-Ali-Zade, hierzulande auch durch ihr Wirken in Bad Pyrmont wohlbekannt, singt und spielt eine rassige Carmen. Die Habanera fasziniert in solcher Wiedergabe, wie danach auch das Vilja-Lied aus Lehárs „Lustiger Witwe“ höchst geschmackvoll gerät. Die hier längst als „Hausorchester“ fungierende Neue Philharmonie Hamburg begleitet mit Klangsinn und Raffinesse, und die Chorpassagen geraten gewohnt sicher.

Zu würdigen ist an dieser Stelle das Wirken von Andranik Simonyan, der die meisten der zu hörenden Stücke bearbeitet hat und sich wohl an die Original-Partituren hält, diese aber für die hier vorhandenen Möglichkeiten wirksam umschreibt. Da bekommt der Klang des Orchesters seinen Glanz durch deutlichen Einsatz der Holzbläser und des markigen Blechs. Übrigens gab es diesmal auch Bearbeitungen des vormaligen Chorleiters Wolfgang M. Sieben zu hören, wobei eigentliche Solostücke vom Chor gesungen werden, was allerdings dem köstlichen Doolittle-Song aus „My Fair Lady“ nicht so recht bekommt.

Zu dem „Torbay Police Male Voice Choir“ haben die Hamelner seit Jahrzehnten freundschaftliche Beziehungen, diese Mannen aus der Partnerstadt waren sogar die Geburtshelfer des Polizeichores Hameln, als sie einst hier gastierten. Nun sind sie wieder in Hameln, und die 26 Herren zeigen unter der Leitung von Alan Wagstaff, was man unter wirklich „feinem“ Chorklang versteht: die dynamische Bandbreite, vor allem die Piano-Kultur, ist beeindruckend, und man muss die Vorträge der recht gegensätzlichen Stücke aufmerksam genießen.

Als reine Orchesterleistung bietet die Neue Philharmonie Hamburg den weniger bekannten, aber anspruchsvollen Ungarischen Tanz Nr. 2 d Moll von Johannes Brahms.

Der machtvolle, textmäßig heikle Einleitungschor „O Fortuna“ aus „Carmina Burana“ von Orff leitet über zum zweiten Teil des Konzertes. Luisa Islam-Ali-Zade singt Mozarts herrliches „Laudate Dominum“ bezaubernd schlicht und präsentiert dann eine ungewohnte Version des Welt-Weihnachtsliedes „Stille Nacht“: Robert Führer hat zu dem bekannten Mohr-Text eine durchaus sangbare Melodie komponiert. Ebenso ungewohnt sind dann das „Ave Maria“ des Russen Vavilov und das eher traditionelle „Gloria, in excelsis Deo“, rund und klangschön interpretiert.

Aber die Hörer wollen’s schließlich so: am Ende hören sie Weihnachtliches in bekanntem Satz, und „O, du fröhliche“ dürfen sie sogar mitsingen. In welcher Sprache hat es die Mezzosopranistin zuvor gesungen? War es ihre Muttersprache? Ja, und dann, es hätte nicht fehlen dürfen: „Eine Muh, eine Mäh, eine Täterätätä“, vielstimmig von allen Beteiligten gesungen, mit Weihnachtsmann-Mützen und fröhlichem Winken.



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